Was uns nachts nicht schlafen lässt…

16 Okt

Immer diese Fragen, die uns nachts nicht schlafen lassen. So viele Möglichkeiten… gar nicht so einfach!

Wirrwarr im Kopf

Was ist, wenn wir uns falsch entscheiden??

Wir können Pro- und Contra-Listen schreiben, mit Freunden sprechen oder eine Münze werfen. Offene Entscheidungen lassen uns aber keine Ruhe – sie nagen und wollen endlich ein Ja oder Nein.

Dem einen fällt es leicht, sich zu entscheiden. Andere schieben es lieber vor sich her… aber wer sich gar nicht entscheidet, tut sich keinen Gefallen. Auch daraus entstehen Situationen, für die wir die Verantwortung tragen müssen.

Jede Entscheidung hat zwei Seiten

Da sind zum einen die reinen Fakten. Die sind schnell klärbar, und eigentlich müsste dann alles klar sein. Daneben gibt es aber noch die Fragen, die plötzlich im Kopf kreisen: Was will ich denn eigentlich? Wieso kann ich nicht zufrieden sein mit dem, was ist? Warum will ich überhaupt etwas Neues, und was bedeutet ein Ja oder Nein für mich und mein Leben?

Yes-No – Ben Heine

Image by Ben Heine © 2013

Wir sind uns selbst ein Rätsel

Die Sicht auf die Welt ist bei jedem Mensch ein bisschen anders. Bedürfnisse, Werte und innere Überzeugungen: all das mischt sich ein und damit wird eine Entscheidung komplex über die reinen Fakten hinaus. Wir schauen durch unsere individuelle „Brille“ und denken, jeder andere Mensch würde die Welt genauso sehen. Die eigenen Motive bleiben oft im Dunkeln und dann klemmt es.

Was brauche ich? Was ist mir wichtig?

Klären Sie das mit mir, wenn Sie vor einer Entscheidung stehen. Wenn es schnell gehen soll und Sie den klaren Blick von außen brauchen, um endlich in die Gänge zu kommen. Im Coaching geht es darum, wie Sie ticken und worum es eigentlich wirklich geht:

  • Was mischt sich ein, was mischt mit?
  • Was motiviert Sie? Was genau bremst?
  • Was bringt ein Ja, was ein Nein mit sich?
  • Und noch viel wichtiger: was brauchen Sie, um sich wohl zu fühlen?

Eine gute Entscheidung treffen

Mir liegt daran, Sie zu einem Punkt zu begleiten, an dem Sie sich gerne und mit einem guten Gefühl entscheiden. Selbst wenn Sie genau das weiter machen, was Sie aktuell tun… dann aber mit einem guten Gefühl! Oder Sie machen etwas Neues – und das mit leuchtenden Augen! Denn Sie wissen jetzt genau, warum Sie es eigentlich wollen und was das für Sie bedeutet.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, wie ich arbeite, vereinbaren Sie einen Termin für ein Vorgespräch unter 06233 1700176 oder schreiben mir einfach eine kurze Nachricht.

Perle: Das Gegenteil von mir

21 Sep

Wie wäre ein Mensch, der genau das Gegenteil von Ihnen ist?

Beschreiben Sie diesen Menschen möglichst genau!

Ich Gegenteil

Ist schüchtern das Gleiche wie introvertiert?

17 Sep

Die Stärken introvertierter Menschen werden von außen häufig übersehen. Meist liegt das daran, dass ein Introvertierter seine Stärken leise-leise zeigt oder aufgrund seiner besonderen Eigenheiten in seinem Umfeld aneckt. Manchmal wirkt er auch schlicht schüchtern auf sein extravertiertes Gegenüber, weil die beiden nicht ohne weiteres ins Gespräch kommen.

Aber ist ein introvertierter Mensch automatisch schüchtern? Und ein Schüchterner immer introvertiert?

Still = schüchtern?

intro-extra-schuechtern

Introvertierte Menschen

… sind gerne für sich und hängen gerne ihren eigenen Gedanken nach. Sie tanken auf, indem sie sich in eine ruhige Umgebung zurückziehen. Sie sind sich oft selbst genug.

Extravertierte Menschen

… sind gerne unter Menschen und lieben den Trubel. Ihr Kontaktwunsch ist klar ins Außen gerichtet. Ihre Batterien laden sie im geselligen Beisammensein mit anderen Menschen auf.

Schüchterne Menschen

… wünschen sich im Gegensatz zu Introvertierten den Kontakt mit anderen Menschen, kommen aber nicht aus ihrem gefühlten Schneckenhaus heraus. Sie trauen es sich selbst nicht zu oder haben sogar Angst oder sogar Panik, auf andere Menschen zuzugehen. Sie bleiben mit ihrem Wunsch nach Kontakt quasi in sich selbst „hängen“.

Über die Motivanalyse, mit der ich schwerpunktmäßig arbeite, komme ich immer mal wieder an Punkte, an denen die Intro-Extra-Unterscheidung schnell an ihre Grenzen stößt. Ich erlebe hier extravertierte Hochsensible, die sich mit ihrem hohen Kontaktbedürfnis schnell überfordern oder auch introvertierte Netzwerker, was eigentlich einen Widerspruch in sich selbst darstellt. Da helfen die Begriffe Introversion und Extraversion nicht wirklich weiter! Interessant wird es für einen Mensch dann, wenn er auch versteht, WARUM er auf Menschen zugeht – oder genau danach kein Bedürfnis hat.

Mit meinen Klienten nutze ich an diesem Punkt die Innere Motivanalyse. Aus 200 Fragen werden die individuellen Werte für die 20 maßgeblichen Motive ermittelt, die jeder Mensch in sich trägt. Wie man auf andere wirkt und welche Vor(ur-)teile daraus entstehen können: darauf gehe ich mit dieser Methode individuell und intensiv ein. Das erleben meine Klienten oft als den entscheidenden Schlüssel, um endlich zu verstehen, wie sie „ticken“. Sie bekommen einen klaren Blick für die „Stellschrauben“, an denen Sie drehen können, um Ihre Ziele zu erreichen. Quasi die Bedienungsanleitung für sich selbst!

Bedienungsanleitung für sich selbst

Ich bin z.B. ein geselliger Mensch. Ich bin gerne unter Menschen, gehe gerne auf Veranstaltungen. Ich diskutiere gerne über Dinge, die mich interessieren, auch mit Menschen, die ich nicht kenne. Aber auf völlig Fremde zugehen, Small Talk machen oder im Mittelpunkt stehen… hm, lieber nicht. Früher hielt ich mich daher für schüchtern, weil ich still werde inmitten von Menschen, die sich scheinbar mühelos über Banalitäten austauschen. Aber schüchtern bin ich eigentlich nicht: ich habe keine Hemmungen im Kontakt mit Anderen. Was also steckt wirklich dahinter?

Warum ticke ich so?

Nach meinem IMA-Profil ist mein Antrieb zu Geselligkeit mit anderen Menschen mit 16 Punkten nur durchschnittlich ausgeprägt. Wegen dem bloßen Kontakt mit Anderen zieht es mich also nicht raus. Stattdessen motiviert mich mein hoch ausgeprägter Wissensdurst (25) zu Unternehmungen mit anderen Menschen: ich finde Menschen einfach spannend! Gibt es aber nur langweiliges Bla-Bla um mich herum, ziehe ich mich lieber zurück und hänge meinen eigenen Gedanken nach. Das hat mit Schüchternheit nichts zu tun, auch wenn es nach außen vielleicht so wirkt. Mit diesem Wissen um meine eigenen Motive bin ich selbst zumindest deutlich entspannter in diesen Situationen…

Extreme und Mischformen

Introversion und Extraversion sind die beiden Extreme oder Pole eines Persönlichkeitsmerkmals. Daher gibt es nur wenige Menschen, die tatsächlich intro- oder extravertiert in Reinform sind. Die meisten leben mit einer Mischung dieser Anteile, die sich je nach Umgebung unterschiedlich stark zeigen. So gibt es durchaus introvertierte Schüchterne oder Introvertierte und Extravertierte, die auch mal schüchtern sind. Grundsätzlich ändern kann man seine Persönlichkeit nicht – ein Introvertierter wird auch mit intensivem Training nicht zum lauten Trommler oder Partykönig. Aber auch ein Introvertierter kann Dinge lernen, die er bei einem extravertierten Menschen beneidet und sich Dinge erschließen, die er sich für sein Leben wünscht!

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Die Autorin: Ulrike Juli Scheld hat den Begriff der Vielbegabung entwickelt und geprägt. Als Coach und Personalentwicklerin beschäftigt sie sich mit Motivanalyse, hochbegabten Erwachsenen und Potentialentwicklung.  

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Hausaufgabe: Emailadresse fürs Berufsleben

14 Sep

@ mit SchattenZu meinem Artikel rund um fantasievolle Emailadressen gibt es mehrere Fragen zu der „Hausaufgabe“, die ich Klienten mit Fantasie-Adressen mitgebe:

„Auf was soll man denn achten, wenn man sich eine berufliche Emailadresse anlegt? Können Sie eine Variante empfehlen? Was verrate ich vielleicht über mich durch meine Adresse?“ 

Gerne gebe ich Ihnen meine persönlichen Empfehlungen und Erfahrungen rund um die berufliche Emailadresse weiter. Dabei gibt es insbesondere drei wichtige Themen:

1. Geben Sie sich zu erkennen

  • Ihr Vor- und Nachname sollte in der Adresse vorkommen. Der Mensch am anderen Ende der Leitung möchte immer wissen, mit wem er da eigentlich Kontakt hat. Falls Sie einen besonders langen Namen haben, kürzen Sie den Vornamen einfach auf den Anfangsbuchstaben ab. Das sieht dann so aus:
    • Vorname.Nachname@…
    • VornameZuname@…
    • V.BesondersLangerNachname@…
  • Vermeiden Sie unpersönliche Angaben: Adressen wie z.B. kontakt@firma.com sollten Sie lieber vermeiden. Aber auch bei solchen Adressen können Sie in den meisten Mailprogrammen den angezeigten Name personalisieren. Somit wird meine Praxisadresse im Mailverkehr zu  ★ Ulrike Juli Scheld – Beratung & Coaching für Vielbegabte.

2. Nutzen Sie mehrere Adressen

  • Schützen Sie sich vor Spam: Es macht auch durchaus Sinn, mehrere Adressen zu verwenden: eine berufliche, eine für private Dinge und optimalerweise noch eine dritte für Shopping-Accounts u.ä. Ich habe schon Postfächer gesehen, die mit Spam überflutet waren. Meistens passiert das nach Anmeldungen in Shops, bei Gewinnspielen oder in irgendwelchen Foren, die gerne von automatischen Sammelprogrammen auf Mailadressen gescannt werden. So können Sie die betroffene Adresse stilllegen, ohne alle beruflichen Kontakte mit einer neuen Mailadresse versorgen zu müssen.
  • Privates darf privat bleiben: Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Wenn Sie privat viel im Netz unterwegs sind, sich dort gerne mal den Kopf heiß oder schlicht private Themen diskutieren, gibt es noch einen weiteren Grund für eine Trennung. Ihre privaten Meinungsäußerungen und Fragen sind nicht über Ihre berufliche Adresse zu finden! Vielleicht stört Sie das aktuell nicht. Aber was ist mit z.B. rechtlichen, medizinischen Fragen oder Liebeskummer? Wissen Sie, wie es Ihnen damit in drei Jahren oder bei einem Jobwechsel in ein anderes Umfeld geht? Entscheiden Sie bewusst, wer Ihnen diese Themen auch langfristig zuordnen kann. Hier hilft eine klar anonymisierte Adresse, die nicht öffentlich Ihnen zugeordnet ist.

3. Was geben Sie sonst noch preis?

  • Wo wohnt ihre Mailadresse? Wenn Ihre Mailadresse an eine private Website oder eine Organisation gekoppelt ist, dann können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich ein Personaler diese Seite anschaut! Ich habe auf diesem Weg schon grenzwertige Zusatzinfos erhalten: Partyfotos und Urlaubsbilder im Badezeug und sogar politische Randmeinungen und -organisationen. Hm, das ist natürlich interessant für ein Unternehmen, aber wollen Sie diese Infos weitergeben, wenn Sie zur Ablehnung Ihrer Bewerbung führen? Ja, ja, es wird dann vielleicht deutlich langweiliger für die Personaler, aber mal im Ernst: Sie sollen sich meiner Meinung nach zumindest bewusst sein, welchen Einblick Sie gewähren. Wenn Sie das dann trotzdem machen: okay…
  • Wichtig für Selbständige: Umgekehrt sollten Sie für Ihre Firma keine Adresse bei einem allgemeinen Webanbieter wie GMX, Yahoo und dergleichen anlegen. Ihr Business wirkt vertrauenswürdiger und professioneller, wenn sich Ihre Kunden, Klienten, Patienten auf Ihrer Website bereits im Vorfeld einen Eindruck machen können, wer oder was Sie bei Ihnen erwartet. An diese Webadresse können Sie dann auch Ihre Emailadresse koppeln. Zudem laufen die Informationen Ihrer Kunden über Ihren persönlichen Server und nicht auf irgendeinen anonymen Großspeicher. Das vermittelt zusätzliche Sicherheit.

Für Ergänzungen bin ich ganz aufgeschlossen. Immer her damit, wenn es noch weitere Dinge zu beachten gibt!

Herzliche Grüße von Ihrer Ulrike Juli Scheld

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Die Autorin: Ulrike Juli Scheld hat den Begriff der Vielbegabung entwickelt und geprägt. Als Coach und Personalentwicklerin beschäftigt sie sich mit Motivanalyse, hochbegabten Erwachsenen und Potentialentwicklung.  

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Peggy906892@gmx.de – Wenn Zuckerschnute und Toy6 sich bewerben

10 Sep
Fantasie-Emailadresse

Hinweis: Dies ist eine fiktive Mailadresse!

Immer mal wieder stolpere ich in den Unterlagen, die meine Klienten für ihr Coaching zusammenstellen, über fantasievolle Emailadressen. Dabei handelt es sich um (meist junge) Menschen, die sich mit einer besonders lustigen, scheinbar originellen oder kryptischen Emailadresse aus Zahlen, Kosenamen oder Kinderhelden in die Berufswelt wagen.

Mutig oder (berufs-)weltfremd?

Ja, ich sage ganz bewusst „wagen“, weil im Nachgang zu diesem Artikel zur perfekten Bewerbung zu Recht hinterfragt wurde, ob „wir Personaler einzig aufgrund einer solchen E-Mail-Adresse Bewerbungen so einfach in die Tonne treten?“ Zu Wort kamen drei Bewerbungs-Expertinnen, die u.a. die Emailadresse als Grund für die vielen Absagen einer erfolglosen Bewerberin ausmachten.

Ganz ehrlich: wenn auf dem Tisch mehrere qualifizierte Bewerbungen landen und eine Vorauswahl getroffen wird, dann hinterfragt man gerade als Personaler auch schnell die Ernsthaftigkeit eines Bewerbers, der sich als Pinocchio, Zuckerschnute oder gar toy6 bezeichnet. Bei einer elektronischen Bewerbung besteht noch dazu die Gefahr, direkt im Spamordner zu landen. Dann sitzt man wochenlang zuhause und wartet vergeblich auf eine Rückmeldung zur Wunschstelle!

Der glattgebügelte Bewerber

Heiß diskutiert wurde auch, ob Personaler nicht zu spießig sind, den glattgebügelten Einheitsbewerber suchen und damit an der heutigen Realität vorbei leben. Zudem kam die Frage auf, ob es sich dabei nur um Menschen handelt, die aus sogenannten „bildungsfernen Gesellschaftsschichten“ stammen, was mich wirklich zum Lachen brachte! Ich wünsche mir für meine Klienten nur, dass Ihnen bewusst ist, dass sie mit solch einer Adresse auch ein Bild von sich vermitteln. Dann können Sie selbst entscheiden, ob sie sich eine berufsbezogene Adresse anlegen oder weiterhin ihre Fantasieadresse verwenden.

Hausaufgabe

Wenn mir eine Adresse auffällt, gebe ich gerne die „Hausaufgabe“, sich eine Emailadresse für berufliche Zwecke anzulegen. Diese Adresse sollte auch künftig nicht mit dem Party-Facebook-Account verknüpft werden. Immerhin will der Bewerber mit seinen Qualifikationen überzeugen und nicht wegen so etwas (eigentlich) Unwichtigem wie einer Mailadresse aus dem Bewerbungsprozess fallen.

Ich frage mich manchmal, wie dieser Trend zur Fantasieadresse eigentlich entstanden ist? Kommt das daher, weil die Kids schon in der Grundschule ihre erste Mailadresse bekommen und es einfach süß ist, den Kosenamen zu verwenden?

Herzliche Grüße von einer verwunderten Juli Scheld
… die sich seit Jahren mit Vorname.Nachname durch die Berufswelt bewegt

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10 Stärken introvertierter Menschen

4 Sep

Button 10 Stärken

Was einen extravertierten Menschen ausmacht, können wir meist schnell wiedergeben: aufgeschlossen, dynamisch, nach außen orientiert…

Aber wie sieht das mit Introvertierten aus? Was sind das für Menschen? „Eigenbrötler, unnahbar, kein Bock auf Andere, passiv, halten Informationen zurück, unglücklich“ und noch einige Vorurteile mehr kommen dann schnell auf den Tisch… Viele introvertierte Menschen empfinden sich daher als „falsch“ und setzen sich unter Druck: Mehr aus sich herausgehen, auf Veranstaltungen gehen, auf mehr Menschen zugehen… einfach anders werden.

Dabei haben Introvertierte große Stärken, auch wenn diese VERSTECKT, LEISE und INNEN zu finden sind. Dreht man die häufigsten Vorurteile gegenüber Introvertierten herum, kristallisieren sich 10 besondere Stärken heraus:

Stärke Nr. 1   Introvertierte Menschen reden nur, wenn sie wirklich etwas zu sagen haben.

Dass introvertierte Menschen nicht gerne reden, stimmt nicht. Sie reden nur, wenn sie wirklich etwas zu sagen haben. Sie hassen Small Talk. Wenn sie jedoch ein interessantes Thema entdeckt haben, hören sie nicht mehr auf zu quatschen.

Stärke Nr. 2   Introvertierte reden nicht einfach drauf los.

Wenn Sie ein „Intro“ auf einer Party nicht anspricht, ist er nicht unbedingt desinteressiert oder schüchtern. Introvertierte brauchen einfach einen Grund, um in Kontakt mit anderen Menschen zu treten. Wenn Sie sich also unterhalten wollen, reden Sie einfach drauf los, ohne große Höflichkeitsfloskeln. Keine Sorge – Ihr Gegenüber braucht einfach ein Zeichen von Ihnen. Aber bitte „senden“ Sie nicht nur, sondern fragen auch – und geben Ihrem Gegenüber Zeit für seine meist sehr durchdachte Antwort.

Stärke Nr. 3   Introvertierte schätzen einen ehrlichen und direkten Umgang miteinander.

Mit höflichem Drumherumreden tun sich introvertierte Menschen meist schwer und wünschen sich einen ehrlichen und direkten Umgang miteinander. Leider gestaltet sich das in vielen Umgebungen eher schwierig und wird nicht akzeptiert. Introvertierte stehen daher oft unter großem Anpassungsdruck, den sie als sehr anstrengend empfinden.

Stärke Nr. 4   Introvertierte sind äußerst treue und loyale Freunde.

Die wenigen Kontakte, die Introvertierte in ihrem Umfeld pflegen, pflegen sie ganz bewusst. Ihre Freunde schätzen sie ausgesprochen! Zählen Sie zu den Auserwählten, so haben Sie einen loyalen Verbündeten fürs Leben gefunden. Wenn Sie sich erst mal ihren Respekt als Person mit Tiefgang verdient haben, so haben Sie einen festen Platz im Herzen eines introvertierten Menschen.

Stärke Nr. 5   Introvertierte erfassen Situationen sehr schnell und umfassend.

Introvertierte gehen nicht gerne auf Parties oder öffentliche Veranstaltungen mit viel Trubel. Das bedeutet nicht, dass sie generell nicht an solchen Unternehmungen teilnehmen, sie wollen es eben nur nicht besonders lange. Sie benötigen eine Menge Ruhe, um sich vom Gewusel der Gesellschaft zu erholen. Sie sind besonders empfänglich für Informationen und Eindrücke und brauchen nicht lange, um eine Situation zu erfassen. Dann wollen Sie am liebsten nach Hause gehen, sich von der Reizüberflutung erholen und die Eindrücke verarbeiten. Dieses „Auftanken“ ist übrigens absolut entscheidend für introvertierte Menschen!

Stärke Nr. 6   Introvertierte sind begabte Tüftler und arbeiten gerne an der Lösung von Problemen.

Introvertierte fühlen sich sehr wohl in ihrer eigenen Gedankenwelt und vermissen den Austausch mit anderen Menschen nicht unbedingt. Sie denken viel nach und hängen ihren Tagträumen nach. Sie arbeiten sehr gerne an der Lösung von Problemen und beschäftigen sich mit Rätseln. Darin liegt aber auch die Gefahr, nur noch alleine vor sich hin zu tüfteln und den Kontakt zu ihrer Umwelt zu vernachlässigen. Für Introvertierte ist es daher wichtig, eine zuverlässige und aufrichtige Person an ihrer Seite zu haben, mit der sie ihre Erkenntnisse teilen können.

Stärke Nr. 7   Introvertierte denken gerne „out of the box“ und entdecken leicht ungewöhnliche, neue Lösungswege.

Introvertierte Menschen sind häufig ausgeprägte Individualisten, die einen ausgefallenen Lebensstil pflegen und sich nur schwer der allgemeinen Meinung anschließen. Dadurch werden sie oft misstrauisch beäugt und ecken auch durchaus mal an. Sie denken gerne unabhängig und stellen allgemein gültige Regeln in Frage. Sie treffen ihre Entscheidungen nicht nach dem, was gerade „in“ oder angesagt ist. Dieses Querdenken erschließt ihnen aber auch einen ganz neuen Blick auf ein Thema. Oft entdecken sie dadurch ungewöhnliche Lösungen, für die sie sich auch Anderen gegenüber einsetzen.

Stärke Nr. 8   Ihre Handlungen und Aussagen sind sehr reflektiert und durchdacht.

Introvertierte Menschen sind sehr nach innen bezogen und beobachten ihre eigenen Gedanken und Gefühle. Ihre Handlungen und Aussagen sind dadurch sehr reflektiert und durchdacht. Sie sind sehr wohl in der Lage, ihre Umgebung wahrzunehmen, auch wenn sie von Extravertierten oft als unnahbar empfunden werden. Ihre eigene Innenwelt empfinden sie einfach als weit anregender und bereichernder als den bloßen Austausch mit anderen Menschen.

Stärke Nr. 9   Introvertierte benötigen wenig Stimulation, um zufrieden zu sein.

Introvertierte Menschen entspannen normalerweise zuhause oder in der Natur, nicht an belebten Plätzen in der Öffentlichkeit. Bei zu viel Gerede und Lärm machen sie dicht. Daher wirken ihre Lieblingsaktivitäten oft wenig spektakulär oder sogar langweilig. Introvertierte sind sehr empfindlich für den Neurotransmitter Dopamin („Glückshormon“). Sie benötigen wenig davon, um stimuliert und zufrieden zu sein. Während extravertierte Menschen ihren Dopaminspiegel über äußere Reize (z.B. Parties, Sport, Nervenkitzel) ankurbeln müssen, reicht einem Introvertierten für Glücksgefühle bereits eine kleine Dosis. Zu viel Außenreize und ein erhöhter Dopaminspiegel erschöpfen ihn.

Wenn sie hierzu mehr wissen wollen, finden Sie unten Links zu zwei hochinteressanten Artikeln zu diesem Thema!

Stärke Nr. 10   Introvertierte Menschen haben eine ganz besondere und oft sehr inspirierende Sicht auf die Welt.

Introvertiertheit ist wie Extravertiertheit ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, das sich nicht abstellen oder „heilen“ lässt. Das ist auch gut so, da introvertierte Menschen ihre ganz eigene, besondere und oft sehr inspirierende Sicht auf die Welt mitbringen. Viele Künstler, Schriftsteller, Wissenschaftler waren/sind introvertiert! Ohne sie stünden der Gesellschaft viele Entdeckungen und schöne Dinge nicht zur Verfügung. Die Fähigkeit, sich zu vertiefen in Themen, auch mal alleine an einer Sachen zu arbeiten und neue Thesen aufzustellen, selbst wenn sie alles in Frage stellen, was bisher als richtig und normal angesehen wird: das alles sind Stärken von introvertierten Menschen!

Eine Studie am Gifted Development Center in Denver zeigt zudem einen Zusammenhang zwischen Introversion und dem Intelligenzquotienten auf. Anscheinend steigt mit höherem IQ der Anteil an introvertierten Menschen. Introvertiert sein ist also alles andere als eine Krankheit, die man bekämpfen sollte. Es geht im Gegenteil darum, gerade die leisen, unsicheren Menschen auf ihre Stärken aufmerksam zu machen und auf die besonderen Dinge hinzuweisen, mit denen sie unsere Welt bereichern!

Diese Liste ist inspiriert vom Buch The Introvert Advantage von Marti Olsen Laney und lehnt sich an einen Artikel von Carl King an. Das Original finden Sie hier.

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Die Autorin: Ulrike Juli Scheld hat den Begriff der Vielbegabung entwickelt und geprägt. Als Coach und Personalentwicklerin beschäftigt sie sich mit Motivanalyse, hochbegabten Erwachsenen und Potentialentwicklung.  

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Perle: The Power of Introverts

4 Sep

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Ergänzend zu den 10 Stärken introvertier Menschen kommt hier eine neue Perle für Sie:

Susan Cains toller TED-Vortrag „The Power of Introverts“  

Susan Cain, die sich selbst als introvertiert bezeichnet, hält hier einen wunderbaren Vortrag über die Stärken introvertierter Menschen. Gleichzeitig ist sie ein gutes Beispiel, dass auch ein Introvertierter sich Dinge erschließen kann, die „eigentlich“ gegen eine Introversion sprechen. Bühnenauftritt? Vor vielen Menschen sprechen? Kontakt nach außen??

Ja, auch das kann sich ein introvertierter Mensch erschließen. Mit Unterstützung von außen und auf Basis seiner individuellen Motivkonstellation.

Introvertiert und auf die Bühne? 

Aus meiner Sicht kann ein Introvertierter sich sehr wohl auch in solchen Situationen bewegen und beweisen. Es geht ja nicht darum, dass introvertierte Menschen dazu nicht fähig sind, sondern dass ihr ureigener Antrieb sie nicht unbedingt auf die Bühne zieht! Dass sie es dann doch tun, liegt in der Regel an ihren Motiven, die unabhängig von Intro- und Extraversion in jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind.

Interessant wird es für einen Mensch dann, wenn er auch versteht, WARUM er auf Menschen zugeht – oder genau danach kein Bedürfnis hat.

Susan Cains Aufregung ist trotz intensiver Vorbereitung und monatelangem Training spürbar. Genau das macht ihren Vortrag aber gleichzeitig auch authentisch und sehr sympathisch. Sie spricht das auch ab Minute 16:00 selbst an.

Viel Spaß beim Anschauen!

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