Blogstöckchen: This is how I work

4 Jun

Ein Blogstöckchen kam hier am Wochenende angeflogen. Auch für mich ein neuer Begriff! Dahinter verbirgt sich ein Thema oder Fragen, die von Blog zu Blog „weitergeworfen“ werden. Dieses hier kam gestern aus Hamburg von meiner geschätzten Kollegin Svenja Hofert – dankeschön! Er fliegt schon munter im Netz hin und her und ist auch schon bei Lars Hahn, Natalie Schnack und Silke Loers gelandet. Hier geht es weiter:

This is how I work

Blogger-Typ

Spontanschreiber zu den Gründen, warum Menschen bestimmte Dinge tun und manchmal das Gegenteil machen von dem, was sie sagen. Kurz: Was treibt Sie an? Wie ticken Sie? Wofür sind Sie begabt und wie können Sie das beruflich umsetzen? Die Themen ergeben sich aus meiner Arbeit als Coach und Personalentwicklerin und drehen sich schwerpunktmäßig um menschliche Motive, Potential und Hochbegabung. Manchmal habe ich unendlich viele Themen, die vor allem meine Vielbegabten immer wieder mitbringen. Aber es gibt auch Zeiten, wo ich nichts zu sagen habe oder offline zu viel los ist. Dann lasse ich es lieber, als mir irgendetwas aus den Fingern zu saugen. Da würde mir mein Anspruch an den Nutzen für Sie und an meine Arbeit in die Quere kommen. Wenn ich aber eine Perle entdecke, gibt es auch mal einen kurzen Input und FFFreitags etwas mehr „Haut“.

Gerätschaften digital

Von konsequenter Nokianutzerin zum Galaxy gewechselt, obwohl ich sonst umgeben bin von Macs in allen Größen. Windows kenne ich in und auswendig, aber mein Mac kommt mir oft vor wie ein Butler, der immer schon vor mir zu wissen scheint, was ich als nächstes will.

Gerätschaften analog

Mein Hauptarbeitsmittel ist mein Kopf – wenn der streikt, liegt hier alles brach. Dicht gefolgt von allem, was schön und haptisch ist – da zeigt sich mein hoher Motivwert im Bereich Ästhetik: Füllfederhalter, Tinte in mehreren Blautönen und gerne auch der klassisch gelb-schwarze Bleistift. Fürs Coaching sind Post-its in allen Farben mein Mittel der Wahl: Prioritäten und die nächsten Schritte festlegen geht damit wie von allein, und man bleibt trotzdem flexibel. Daneben Flipcharts, das klassische Klemmbrett für wingwave, Notizbücher und Hängeregister. Private Merker, Ausschnitte und Bilder haben einen Platz in einer schönen Schachtel oder in der Traumbox. Was das ist, erkläre ich irgendwann mal hier… gute Idee für eine neue Perle!

Arbeitsweise

Ohren und Augen auf und immer auf Empfang – im Umfeld, on- und offline und im Coaching. Manche Themen wollen sofort raus, andere wieder begleiten mich lange, bevor ich etwas darüber schreibe. Dann habe ich oft schon so viele Facetten und Argumente entdeckt, dass der Artikel groß und lang wird. Also landet er in der Entwurfsliste und wartet auf den Rotstift.

Offline arbeite ich mit Menschen, die sich in irgendeiner Form mit MEHR herumschlagen: mit vielen Interessen, Begabungen und Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten. Mit dem Gefühl mehr zu können als das, was sie bisher zeigen. Ich helfe Menschen herauszufinden, was sie wollen. Nicht was sie wollen sollten. Oder was sie für möglich halten oder worin sie gut sind. Sondern was sie wirklich wollen.

Ich höre zu. Ich frage ganz viel. Ich kann Gedankensprüngen mühelos folgen und trotzdem beim Thema bleiben. Ich finde heraus, worum es wirklich geht. In meiner Arbeit bin ich sehr genau und effektiv. Mir liegt am Herzen, klares Feedback zu geben. Das mag nicht immer bequem sein, ist aber immer ehrlich.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Meinen Blog betreue ich selbst. Bei WordPress, ganz klassisch, nachdem ich zunächst parallel mehrere Bloganbieter ausprobiert habe. Das Update auf ein neues Template steht an. Recherche in dem Sinn mache ich nicht, Denkanstöße kommen über die Menschen, mit denen ich arbeite, iGoogle (das ich ab November ganz fürchterlich vermissen werde), Facebook und Twitter, andere Blogs, Fachgespräche und -bücher, die Fotos über Pinterest und Instagram.

Außerdem bin ich leidenschaftlicher Sammler von Bookmarks. Da ich sehr strukturiert bin, nutze ich keine eigene Verwaltung dafür, sondern sortiere sie schon beim Anlegen zu meinen Hauptthemen. Angeregt durch Isabella Donnerhall, die dieses Blogstöckchen losgeworfen hat, werde ich mir nun aber mal IFTTT anschauen. Mit meinem hohen Wert im Motiv Wissensdurst muss ich beim Stöbern im Netz aufpassen, mich nicht zu verzetteln mit immer neuen, spannenden Themen. Da sind ruckzuck 30 Tabs im Browser offen…

Bookmarks sind überhaupt ein spannendes Thema, auch für berufliche Entscheidungen! Sollten Sie nicht gerade zu den „Bookmarks interessieren mich nicht“-Menschen gehören, verrät mir ein Blick in Ihre Bookmark-Sammlung eine ganze Menge! Schauen Sie mal, welche Themen sich dort scheinbar von ganz alleine sammeln… Neben Motiv- und Karrierethemen zeigt sich bei mir ein klarer Hang zu Food-Themen, daher auch gefühlte 1000 Links rund ums Backen: im nächsten Leben werde ich Brot-, Baguette- und Croissantbäckerin. 

Wo sammelst du deine Blogideen?

Textentwürfe bei WordPress selbst, Themen als Bookmarks, Skizzen/Notizen auf meinem Galaxy und als Kopie in der DropBox.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?

Nicht zu viel nachdenken und im eigenen Perfektionismus hängenbleiben, sondern groben Entwurf schreiben, wenn die Gedanken rund laufen und erst anschließend ins Reine bringen. Gespräche aufzeichnen: Manchmal diskutiert man mit Feuereifer ein Thema und bleibt beim Schreiben plötzlich stecken. Hier hilft die Diktierfunktion am Telefon: Erzählen fällt vielen leichter als schriftlich ausformulieren.

Meine Großmutter sagt immer „ich gehe keinen Weg mit leeren Händen“ und hält so nebenbei ihr großes Haus in Ordnung. Das gilt auch für die Onlinewelt. Wobei hier gerade Menschen mit hohem Interesse-Motiv (Wissensdurst/Entwicklung nach IMA bzw. Neugier nach Reiss) aufpassen müssen, dass sie sich auf dem Weg durch ihr „Haus“ nicht in den Gängen verirren oder beim Träumen von schönen Räumen bleiben.

Benutzt du eine To-Do-List-App?

Nein. Sobald ich Infos in eine App eintrage, hält mein Gehirn sie für erledigt.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?

Mein Backofen. Hier kommt meine Leidenschaft für selbstgebackenes Brot durch!

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Ich erkenne, wofür jemand begabt ist. Mir fällt es ausgesprochen leicht, die Stärken von Menschen zu erkennen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch eine besondere Begabung hat – etwas, das besonders leicht fällt und sich immer wieder bemerkbar macht, bis es einen Platz im Leben gefunden hat. Außerdem habe ich ein feines Gespür dafür, wo es klemmt – egal ob bei Menschen oder Themen.

Das kann auch ein Fluch sein, wie das Svenja Hofert schon beschrieben hat. Glücklicherweise bin ich in der hervorragenden Situation, genau für dieses Gespür beauftragt zu werden! 

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Gerade läuft die Blaue Stunde der Milchbar, aber das kann auch mal Anne-Sophie Mutter, Kalkbrenner, Depeche Mode oder ganz etwas Anderes sein. Wenn es klemmt, höre ich wingwave-Tracks per Kopfhörer. Dadurch werden beide Gehirnhälften aktiviert, was blockierende Gedanken direkt „wegräumt“. Für mich Genau-wissen-woller und Kopfmensch ging das erst, seitdem ich GENAU weiß, was dabei passiert. Der Effekt ist neurophysiologisch klar erklärbar, so dass ich mir anfangs zwar etwas albern vorkam, aber die Wirkung nicht mehr missen mag.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall/Lerche?

Spät rein, früh raus. Wenn ich aber wählen muss: früh! Die ganze Welt für mich allein😉

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Extrovertiert mit Abneigung gegen Smalltalk. Dahinter steckt eine Motivkombination aus hohem Wissensdurst und mittlerer Geselligkeit. Seit mir das bewusst ist, gehe ich damit viel entspannter um als früher.  

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Das Stöckchen gebe ich weiter und bin gespannt auf die Antworten von:

  • Die Schreibnudel Gitte Härter – weil sie den aktivsten Blog führt, den ich kenne und ich ihre Schreibe gerne habe
  • Kerstin von My Cooking Love Affair – weil ihr Blog gerade Geburtstag gefeiert hat und sie mir jeden Tag aufs Neue Lust aufs Mittagessen macht
  • Jens Schönlau vom fiftyfiftyblog – weil er persönlich und professionell unter einen Hut bringt und tolle Fotos und noch schönere Denkanstöße in meinen Alltag einfliegt
  • Malin Elmlid von Bread Exchange – weil ich ihr Leben extrem spannend finde und wir die Leidenschaft für gutes Brot teilen
  • Claudia von Fool for Food – weil sie mit ihren Rezepten genau meinen Geschmack trifft und ich so eine gelingsichere Mjam-Garantie habe, wenn ich andere verwöhnen will
  • Anna im Backwahn – weil sie die wunderbare Anna ist und ich ihren „Wahn“ so gut nachvollziehen kann!

Der beste Rat, den Du je bekommen hast?

Hochbegabung ist nur hohes Potential. Daraus entwickelt sich nicht automatisch eine Hochleistung. Ein ganz wichtiger Satz für Menschen, die erst als Erwachsene von ihrer Begabung erfahren! 

Noch irgendwas Wichtiges?

Mehr als Deine Fähigkeiten erzählen Deine Entscheidungen etwas über Deinen Charakter. Noch ein wenig Klugscheißern zum Schluss…😉

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld hat den Begriff der Vielbegabung entwickelt und geprägt. Als Coach und Personalentwicklerin beschäftigt sie sich mit Motivanalyse, hochbegabten Erwachsenen und Potentialentwicklung von High Potentials.  

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5 Antworten to “Blogstöckchen: This is how I work”

  1. Juli von Vielbegabte 11. Juni 2013 um 12:54 #

    Oh wie toll: neue Stöckchen wurden weitergeworfen:

    Jens vom FiftyFiftyBlog
    Die Schreibnudel
    Anna im Backwahn
    Kerstin von My Cooking Love Affair
    Nicole Gugger: Wissen präsentieren

  2. Kerstin 26. Juli 2013 um 09:53 #

    So liebe Juli – es hat lange gedauert aber dafür mit viel Liebe:-)

    http://mycookingloveaffair.de/alles-andere/blogstockchen-this-is-how-i-work/

    Herzliche Grüße
    Kerstin

  3. Juli von Vielbegabte 5. August 2013 um 09:08 #

    Wie schön! Ich freue mich!!
    Bis ganz bald beim Suchen nach Props:-)
    Juli

Trackbacks/Pingbacks

  1. Blogstöckchen: This is how I work | fiftyfiftyblog - 10. Juni 2013

    […] mal los… Ach. Vergessen. Mir wurde das Stöckchen von Ulrike Juli Scheld zugeworfen, die mit VIELBEGABTEN arbeitet und in ihrem Blog darüber schreibt. […]

  2. This is how I work – Ein Blogstöckchen | Anna im Backwahn - 3. Juli 2013

    […] hat mich mit dem Blogstöckchen markiert und mich damit aufgefordert, ein bißchen was von mir zu erzählen und davon, wie ich […]

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