Kopfkino – wiederentdeckt

30 Apr

Es gibt Tage, an denen es nicht so rund läuft, wie man sich das wünscht. An denen man sich fühlt, als ob ein Kratzer auf der inneren Schallplatte wäre und immer an der gleichen Stelle springt und springt und springt… Heute ist so ein Tag.

Sie würden es sowieso merken, wenn ich mir jetzt an einem Text die Finger verdrehe und meine Seele eigentlich gerade etwas ganz Anderes sagt. Also habe ich für Sie in den Untiefen gegraben und etwas schönes Altes nach oben geholt: das Kopfkino!

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Feiertag, Zeit und etwas Ruhe für sich, liebevoll angerichtetes Essen, das Ihnen gut tut und liebe Menschen, mit denen Sie es teilen können!

Herzliche Grüße
Ihre Juli Scheld

***

2006 entstand eine spannende Liebeserklärung an Paris: der Episodenfilm Paris, je t’aime. 20 Regisseure durften Paris mit all seinen Facetten in einem Episodenfilm zeigen: 20 Arrondissements, jeder hatte völlig freie Hand mit einem sehr begrenzten Budget. Besonders angetan hat es mir der Beitrag von Tom Tykwer zum Quartier Faubourg Saint Denis, meine heutige Perle des Tages. Mal abgesehen davon, dass ich Idee, Musik und Handlung großartig sind: Eine ganze Beziehung in ein paar Minuten greifbar zu machen, finde ich faszinierend!

(leider gibt es nur noch diesen Ausschnitt, bei dem die Einleitung* fehlt)

Wie würde Ihr eigenes Leben als Film aussehen?

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Regisseur und haben freie Hand:

  • Wo würde der Film spielen?
  • Wer würde mitspielen in Ihrem Film?
  • Wäre Ihre Musik fröhlich oder traurig – ruhig, laut, langsam oder schnell?
  • Und vor allem: Wie würde es Ihnen gehen, wenn Sie sich diesen Film anschauen?

Denken Sie mal an die letzten Tage und stellen sich vor, Ihre Erlebnisse wären hier verfilmt.

Als Zuschauer sieht man oft viel klarer, was vor sich geht.

  • Würden Sie gelangweilt umschalten oder sich freuen über die schöne Zeit?
  • Würden Sie sich aufregen und Ihrem Charakter am liebsten zurufen, er soll sich anders verhalten? Möchten Sie Ihren Darsteller gerne schütteln und ihm sagen, er soll sich endlich aufraffen?
  • Was würde Ihrem Filmcharakter gut tun, was braucht er??
  • Wer könnte ihn unterstützen?

Zum Leben gehören glückliche und traurige Momente: es läuft nicht immer alles glatt und manchmal wollen wir uns am liebsten die Decke über den Kopf ziehen. Ich denke, dass der Begriff Glück mit positiven Erwartungen überfrachtet ist. Meine Kollegin Petra Bock plädiert in ihrem Buch Mindfuck für ein neues Ziel, das vielfältige Gefühlslagen zulässt und trotzdem attraktiv ist. Sie sagt „besser als Glück eignet sich […] das Ziel einer hohen Lebensqualität“.

Wie würde Ihr Film denn mit diesem Ziel aussehen, wenn Sie an Ihre nächste Woche denken?

Was genau können Sie ändern für mehr Lebensqualität?

* Leider ist der Clip nicht mehr in voller Länge online. Das passiert vorher: 

Ein blinder junger Mann bekommt einen Anruf von seiner Freundin Francine – sie will mit ihm Schluss machen. Nachdem er den Hörer aufgelegt hat, erinnert er sich, wie er sie kennenlernte: Er hörte sie durch ein offenes Fenster verzweifelt schreien. Als er an das Fenster herantrat, erklärte sie ihm, dass sie nur für ein Vorsprechen an der Schauspielschule geübt habe. Jetzt erinnert er sich an viele gemeinsame Stunden, Lachen, Streit, Nähe und Missverständnisse, bis Francine ihn erneut anruft. Sie fragt ihn, ob ihre Worte am Telefon überzeugend gewesen seien – sie übt schon wieder nur den Text für eine Rolle. 

Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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