Ich bin ein Trüffelschwein

31 Mrz

Über die Schreibnudel bin ich auf die spannende Frage gestoßen, was ich auf die Frage „Und was machen Sie beruflich?“ antworte:

Ich finde heraus, wofür Sie begabt sind!

Mir fällt es ausgesprochen leicht, die Stärken von Menschen zu erkennen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch eine besondere Begabung hat – etwas, das besonders leicht fällt und sich immer wieder bemerkbar macht, bis es einen Platz im Leben gefunden hat. Zudem unterstütze ich Sie bei Entscheidungen – je schwieriger desto besser! Ich habe ein intuitives und feines Gespür dafür, „wo es klemmt“.

Früher habe ich das nicht so direkt gesagt.

Ich brauchte viele Sätze, um zu erklären, was ich mache… und bekam: fragende Blicke. Mit jedem Fragezeichen wurde genau das auch bei mir größer! Wenn ich nicht erklären kann, was ich mache – gibt es meinen Beruf dann überhaupt?

Ich habe lange gesucht nach meinem Weg. Schon als Teenager fand ich es spannend, jeden auszuquetschen, was er denn beruflich macht. Und warum. Und warum genau das und nicht etwas anderes. Warum er dabei bleibt, auch wenn er nicht zufrieden ist. Was genau er daran toll findet. Und was er noch damit vorhat… Die meisten Menschen erzählen unheimlich gerne von ihrem Beruf und je begeisterter jemand war, desto verlockender erschien mir dieser Beruf.

Also gründete ich eine Schülerzeitung, fand dort schnell Dinge, die noch spannender waren als Schreiben, organisierte große Veranstaltungen, lernte alles über Druckereien und individuell entwickelte Verpackungen, machte Restaurants bekannt, tauchte in „Haifischbecken“, lernte, wie man Menschen zum Kauf überflüssiger Dinge manipuliert, unterrichtete Kinder, Frauen, Männer, reiste, übersetzte, plante Häuser und verwandelte Räume, organisierte Baustellen, optimierte Arbeitsplätze und -abläufe, verhandelte Preise, plante Karrieren und beriet Karrieremenschen, Top-Qualifizierte, High Potentials, Hochbegabte, verlor die Angst vor Alphatieren, arbeitete für Agenturen, Kanzleien, Industrieunternehmen – von klein und fein bis groß und mächtig, wechselte die Adressen und Branchen und sperrte Ohren und Augen auf bei allem Neuen und Spannenden. Besonders spannend fand ich dabei immer das Potential, das ein Mensch, eine Situation, ein Raum, ein Projekt mitbringt – und befand mich auch glücklicherweise stets schnell in einer Position, mich genau darum kümmern zu können!

Ich lernte, lernte, lernte… und hatte doch das Gefühl, nichts zu können. Um mich herum „wurden“ die Menschen Rechtsanwälte, Ärzte, Berater, Lehrer…

… und ich „war“ immer noch nichts.

Warum? Für meinen Beruf gab es keine Bezeichnung. Zumindest nicht zu der Zeit, in der ich eine Berufsentscheidung treffen musste. Meinen roten Faden habe ich erst im Rückblick erkannt – gelebt habe ich ihn schon die ganze Zeit. Auch wenn ich zwischenzeitlich einigermaßen verzweifelt bin an der Frage, was ich mal „werden“ will.

Foto: M. Morel, Mallorca

Foto: M. Morel, Mallorca

Heute bin ich Coach für Vielbegabte

Besonders am Herz liegen mir die Menschen, die sich wie Aliens fühlen: die (angeblich) zu viele Interessen haben, Erwachsene, die oft erst spät von ihrer Hochbegabung erfahren haben sowie Menschen, die bei einer Entscheidung festhängen und so gerne den nächsten Schritt gehen wollen. Oft beginnen Gespräche mit „hochbegabt bin ich nicht – darf ich trotzdem zu Ihnen kommen?“ – Sehr gerne! Ein IQ-Test ist mir nicht wichtig für meine Arbeit.

Ich arbeite mit Menschen, die sich in irgendeiner Form mit MEHR herumschlagen: mit vielen Interessen, Begabungen und Möglichkeiten, die sich Ihnen bieten. Mit dem Gefühl mehr zu können, als das was sie bisher zeigen. Die unzufrieden sind mit dem, was sie aktuell machen. Die ihren Weg finden wollen, ihre sogenannte Berufung: den richtigen Platz für das Potential, das genau sie mitbringen. Das sind oft Dinge, die einem selbst sehr leicht fallen: Nichts besonderes für Sie, aber genial für andere!

Am Schönsten ist, dass in meiner Arbeit immer wieder auch neue Berufsbezeichnungen für Klienten entstehen. Es gibt nicht mehr den einen Weg, der schnurgerade vom Schulabschluss zur Rente führt. Genau das macht die sogenannte Neuen Karrieren und Bezeichnungen auch so spannend! In der Blogparade* von Sinn & Verstand, die mich heute zum Schreiben motiviert hat, finden Sie eine ganze Reihe davon: Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

 

 
**Bei einer Blogparade ruft ein Blogger andere Blogger auf, sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem Thema zu äußern. Mitmachen kann jeder, der bloggt. Seinen Beitrag veröffentlicht man dann auf der eigenen Seite. Der Blogparadeninitiator veröffentlicht dann, wer mitgemacht hat und verlinkt die Artikel auf seiner Seite. Dadurch entsteht zu einem Thema eine spannende Sammlung verschiedener Beiträge. 
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11 Antworten to “Ich bin ein Trüffelschwein”

  1. Bridgette 1. April 2013 um 12:18 #

    Liebe Frau “ Trüffelschwein“,

    Ihr Artikel gefällt mir sehr und beschäftigt mich sehr! Vielen Dank dafür.

    Ich habe mich natürlich gefragt…wo ist mein roter Faden…was mache ich eigentlich beruflich….und da merke ich, ICH BIN …das ist alles, nicht mehr und nicht weniger und wo ICH BIN, da lade ich andere Menschen ein, die ZU SEIN die SIE SIND.

    Und wie ich daraus nun ein bezahlten Beruf mache, das hat sich mir auch nach so vielen Jahren noch nicht erschlossen. Oft geschieht das Beste meines ICH BIN ohne Planung und Absicht, im Alltag, im Vorübergehen, im spontanen Austausch….und die Menschen haben nicht einmal bewusst bemerkt, was da passiert ist mit ihnen, aber innerlich gefühlt und ihr Leben verändert…und was kann ich nun ändern, damit es auch mir gut geht?

    Vielleicht haben Sie ja einen ganz einfachen Tipp für mich, den Sie gerne hier mit mir teilen mögen.

    Herzliche Grüße von Frau „ICH BIN“

  2. Ulrike Juli Scheld 2. April 2013 um 13:37 #

    Liebe Bridgette,

    ich sende Ihnen eine Email.

    Herzliche Grüße
    Juli Scheld

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