Die Frage der Fragen – Teil 3

29 Mai

Inzwischen habe ich schon einige spannende Listen aus Teil 2 von Ihnen zu Gesicht bekommen. Ich bin immer wieder fasziniert, was in Menschen steckt! Vor allem dann, wenn dabei etwas entsteht, dass für Sie nichts besonderes ist, aber genial für Andere!

Auf Ihrer Liste stehen wahrscheinlich eine Vielzahl von verlockenden Dingen – beim Schreiben kann sich alles wunderbar anhören und manche kommen richtiggehend in einen Flow.

Ich saß selbst vor einem Jahr völlig selbstvergessen in einem Straßencafé in Toulouse und habe geschrieben, geschrieben, geschrieben. Bis ich nach 1,5 Stunden merkte, dass a) es dunkel wurde, b) meine Finger völlig steifgefroren waren, c) ich insgesamt 14mal das gleiche Lied in Dauerschleife gehört haben muss, d) mein Notizbuch voll war mit dem schönsten Projekt, das ich mir vorstellen konnte.  

Und dann…  passiert nichts.

Oder besser gesagt, es passiert eine ganze Menge: Störfeuer im Kopf. Ein Feuerwerk an Gegenargumenten.

Fiese Sätze, die Sie aus der Spur bringen.

Wenn ich wüsste, was das Richtige ist, würde ich es schon längst machen! Ich brauche jemanden, der mir sagt, was ich mit meinem Leben anfangen soll! Ich habe schon so viel ausprobiert, und es war nichts dabei. 

Das hat doch alles keinen Sinn! Vielleicht sollte ich doch Onkel Pauls Angebot annehmen… Ich kann nicht mehr länger warten! Ich muss mich jetzt endlich entscheiden!

Am Anfang bin ich immer begeistert, aber das verfliegt. Und dann stehe ich wieder an diesem Punkt! Aus mir wird nie etwas! Vielleicht bin ich ja die Ausnahme und muss mich einfach damit abfinden.

Noch perfider ist das Gemurmel, wenn Ihr Kopf Sie plötzlich duzt. Achten Sie mal darauf.

Lassen Sie Ihren Kopf ruhig murmeln!

Noch besser ist: Hören Sie genau hin, was er Ihnen erzählt! Ja, Sie haben richtig gehört.

Ich werde Ihnen hier kein Tschakka, das geht schon! entgegen schmettern. Das bringt genauso wenig, wie ein Steinchen im Schuh zu ignorieren.

Die Dinge, die Ihnen Ihr Kopf erzählt, sind wichtige Informationen.

Sie geben mir entscheidende Hinweise darauf, warum Sie Dinge nicht anpacken, die Sie eigentlich verlocken… wieso es plötzlich 100 Dinge gibt, die Ihnen wichtiger scheinen… und wieso nach der ersten Begeisterung plötzlich Zweifel auftauchen.

Also: Welche Sätze murmelt oder quakt Ihr Kopf Ihnen zu?

Holen Sie die Sätze aus Ihrem Kopf raus. Schreiben Sie Ihre Gegenargumente auf. Schreiben Sie auch die Sätze auf, die noch mitschwingen:

Das schaffst Du sowieso nicht… Damit kannst Du Deine Miete nicht bezahlen… Was sollen die Anderen denken? Was bildest Du Dir ein? Stell Dich nicht so an… Das wird böse ausgehen… Du hast sowieso keine Wahl… Das kann ich den Anderen nicht antun… Das ist die einzige Möglichkeit – entweder das oder das… 

Ich bin immer wieder fasziniert von der Vielfalt von Störfeuer, das in den Köpfen meiner Klienten herumschwirrt.

Seien Sie gnädig mit sich!

Seien Sie gnädig mit sich: rational betrachtet hat nur ein Teil des Störfeuers mit Ihrer aktuellen Entscheidung zu tun.

Für die wichtigen Argumente, die mit Ihrer Entscheidung zusammenhängen, benötigen Sie einen Masterplan: Es gibt Zusammenhänge, die man beachten muss und zwar mit einer vernünftigen und erwachsenen Sicht auf die Dinge, die man ändern möchte. Das sind zum einen die Fragen, die wir hier besprechen (dazu gehören z.B. Wer ist beteiligt an Ihrer Situation und muss bei einer Entscheidung berücksichtigt werden? Auf wen wirkt sich Ihre Entscheidung aus? Welche finanziellen und moralischen Verpflichtungen haben Sie und wie gehen Sie mit kritischen Stimmen aus Ihrer Umgebung um? usw.); zum anderen die ganz konkreten ersten Schritte in eine neue Richtung: so groß, dass Sie vorwärts kommen – so klein, dass Sie Ihnen keine Angst machen.

Es gibt aber auch Störfeuer, das einer rationalen Überprüfung nicht standhält.

Wir sind evolutionstechnisch darauf gepolt, uns in Sicherheit zu bringen. Dazu kommen die Dinge, die wir von unserer Familie und in der Gesellschaft mitbekommen: Überzeugungen, Regeln und Maßstäbe, die immer auch geprägt sind von den Erfahrungswelten aus unserer Familiengeschichte.

Alles was neu und spannend ist, lässt unser Herz klopfen. Aufregung interpretiert unser Körper und Unterbewusstsein als mögliche Gefahr, vor der wir geschützt werden müssen. Daher ist Störfeuer erst einmal eine ganz normale, gesunde Reaktion. Ihr innerer Leibwächter möchte Sie gerne in Sicherheit wissen: und wo sind Sie am sichersten? Zuhause auf dem Sofa, vor dem Fernseher mit etwas Knabberzeug… Aufregungslevel niedrig… alles in Ordnung…

Dieses Störfeuer lösen wir hier mit Vergnügen – und viel Humor!

Manchmal stehen wir so nahe an den Dingen, dass wir den Überblick verlieren. Und manchmal nehmen wir Dinge als gegeben hin, weil sie eben schon immer so waren. In diesem Fall hilft Ihre erwachsene Sicht auf die Dinge. Oder, wenn es richtig klemmt: der Blick von außen und mit fundiertem Wissen, welche Fragen Sie brauchen, um an Ihre Antworten zu kommen.

Wissen Sie, ich bin spezialisiert auf alle Techniken, die ich MIT Ihnen machen kann. Ich teile hier im Blog mein Wissen mit Ihnen. Gerne und gerne auch großzügig. Sie lernen mich kennen. Sie bekommen einen Eindruck, was Sie bei mir erwartet. Sie können aber auch schon heute und ganz allein etwas tun für sich. Vielleicht brauchen Sie noch eine Weile, bis Sie sich tatsächlich an Ihre Träume und Wünsche trauen. Denn gerade die erfordern Mut und sind ganz schön aufregend. Immerhin geht es plötzlich um etwas, das Ihnen wirklich am Herzen liegt!

Machen Sie sich unbeliebt!

Das Schwierigste an diesem Weg und der Entscheidung für viele Ziele (im Gegensatz zu einer festgelegten Identität) ist, dass Sie sich vielleicht bei Familienessen oder auf Parties unbeliebt machen. Es ist geradezu unvermeidbar, dass die Leute Ihre Entscheidung anzweifeln und Sie zum althergebrachten Weg und zur FRAGE DER FRAGEN zurückbringen wollen. Mit den Neinsagern, Bedenkenträgern und Schwarzsehern umzugehen, gehört zu den unangenehmen Dingen, wenn Sie Ihren eigenen Lebensweg einschlagen.

Aber: Heute schlagen Sie sich ebenfalls mit Ihnen herum, denn gerade diese Menschen lieben DIE FRAGE geradezu. Wenn man allerdings in einer ruhigen Minute mal ganz genau hinhört, erfährt man, dass auch diese Menschen DIE FRAGE kennen. Oft sind sie sogar sehr traurig darüber, dass sie sich gebeugt haben, dass sie ihre Zeit absitzen bis zur Rente und dass Ihnen keiner mal DIE FRAGE herumgedreht hat.

Meiner Meinung nach lohnt es sich, diese Diskussionen über das Leben zu führen, das Ihre Augen zum Leuchten bringt!

Was also bringt Ihre Augen zum Leuchten?

Ich bin gespannt und grüße Sie bis dahin herzlich!

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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  1. Die Frage der Fragen – Teil 2 « Vielbegabte - 5. Juni 2012

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