Karrierekiller Aufschieberitis

21 Mai

Und noch eine Leseempfehlung zum Thema Aufschieben, auch Aufschieberitis genannt.

4 Antworten to “Karrierekiller Aufschieberitis”

  1. Markus 21. Mai 2012 um 12:19 #

    Hallo Juli!

    Meiner Meinung nach ist es mit dem Konzept „Prokrastination“ (Aufschieberitis gefällt mir deutlich besser, weil viel aussagefähiger) ähnlich wie mit Disziplin.
    Es gibt sie eigentlich überhaupt nicht.

    Was es gibt, sind Emotionen. Und wer diszipliniert ist, hat Emotionen, die ihm/ihr helfen, dieszipliniert zu sein. Gleiches gilt für Aufschieberitis. Therapie geht meiner Einschätzung nach am Ziel vorbei.

    Die erste Frage, die ich mir stellen würde, wäre: Bin ich in diesem Studienfach überhaupt richtig? Denn wenn mein Unterbewusstsein sich so wehrt, darf das bezweifelt werden.
    Aber ich habe selbst auch studiert und manchmal muss man sich halt durchkämpfen.

    Dann würde ich mir ein Setting schaffen, das die emotionale Grundlage dafür legt, dass ich nicht mehr Aufschiebe. Bewährt haben sich z.B. Verpflichtungen. Z.B.: „Ich verpflichte mich, dies und jenes bis Ende Mai umzusetzen. Schaffe ich es nicht, dann …., schaffe, ich es, dann….“ Wenn die Folge des Nichteinhaltens emotional sehr schmerzlich und die Belohnung bei Einhaltung emotional sehr positiv ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man die Aufschieberitis in den Griff bekommt. Ganz ohne Therapie (oft gleichbedeutend mit Abgabe der Selbstverantwortung und deshalb auch oft nicht nachhaltig).

    Viele Grüße

    Markus

  2. Ulrike Juli Scheld 21. Mai 2012 um 14:58 #

    Lieber Markus,

    wir sind uns sicher einig, dass es im Artikel um die besonders ausgeprägte Form des Aufschiebens geht. Wenn dies das gesamte Leben lähmt, kann eine gute Beratung, Training von Lernmethoden, Unterstützung bei Zeiteinteilung und das Lernen von Organisationstechniken eine gute Unterstützung sein. Für Härtefälle kann auch eine Therapie sehr hilfreich sein.

    „Ambulanz“ hat sich für mich erst einmal nach Notaufnahme und „krank sein“ angehört. Mein Eindruck ist, dass in Münster eine Unterstützung angeboten wird für Studenten, die wirklich feststecken im Teufelskreis aus „Ich will, aber kann nicht. Ich bekomme es nicht hin, also bin ich ein Versager“.

    Jeder kann mal feststecken – das macht einen noch lange nicht zum kranken Menschen! Aber wenn man nicht mehr alleine herausfindet, kann es krank machen.

    Damit die Menschen vorher schon eine Lösung finden, dafür können wir einen guten Beitrag leisten!

    Dir einen schönen Arbeitstag im Süden-Süden!
    Herzliche Grüße von Juli

  3. padre 22. Mai 2012 um 10:03 #

    Da fällt mir der griechische Fischer ein (könnte auch ein Bretone sein): liegt mittags um 2 schon an der Mole und sonnt sich. Leute kommen vorbei. He, warum schlafen Sie? Sie könnten doch nochmal rausfahren, zweiten Fang machen. Und dann was auf die hohe Kante legen! dann im Herbst ein zweites Boot! Und wenn Sie`s schlau anfangen, fahren Ihre Leute bald rund um die Uhr. Eine richtige kleine Flotte!! Und Sie – Sie können dann am Hafen sitzen und gucken, wie`s Geld reinkommt!!
    Brummt der Fischer: mach ich doch grad.
    Also wers kann, schiebt auf. Helmut Kohl war der größte Schieber. Das meiste erledigt sich von selber.

    Schreibt dir ein heiterer 60jähriger, der die ganze Rennerei eben hinter sich läßt.

  4. Ulrike Juli Scheld 22. Mai 2012 um 10:16 #

    Vieles erledigt sich von alleine, da hast Du recht!
    Das Hamsterrad, in dem viele Menschen feststecken, muss nicht auf Teufel komm raus laufen. Schon gar nicht, wenn man eigentlich bereits hat und leben kann, was man so gerne erreichen will! Der Fischer geht den direkten Weg und gönnt sich die Ruhe direkt…

    Was ist aber, wenn man ein bestimmtes Ziel erreichen möchte, sich aber partout nicht aufraffen kann? Was ist, wenn das quält und nervt und man beginnt, an sich selbst zu zweifeln (anstatt zufrieden auf der Mole zu liegen)?

    Manchmal stimmt das Ziel nicht. Es kann sein, dass es unbewusste Ängste aktiviert. Oder dass es das Ziel eines anderen Menschen ist. Es kann sein, dass eine Konsequenz mit dem Erreichen eines Ziels verbunden ist, die wir eigentlich nicht wollen.
    So spricht hier das Unterbewusstsein leise-laut mit und stört die eigentlich anstehenden Arbeiten.

    Wie der Fischer kann man auch aufhören mit dem Sich-selbst-quälen. Indem man klärt, ob man eigentlich dort hin will, wo einen die immer länger werdende To-Do-Liste hinführen würde. So geht es eigentlich um genau das Gleiche, oder?

    Herzliche Grüße!

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