Perle: Kopfkino

27 Jan

Wenn Sie sich Ihr eigenes Leben als Film anschauen könnten: Wie würde es Ihnen damit gehen?

Wieder einmal habe ich eine Perle für Sie entdeckt:

2006 entstand eine Liebeserklärung an Paris: der Episodenfilm Paris, je t’aime. Zwanzig verschiedene Regisseure erhielten die Aufgabe, Paris mit all seinen Facetten in einem Episodenfilm zu zeigen: 20 Arrondissements, jeder hatte völlig freie Hand, aber nur ein sehr begrenztes Budget. Spannend!

Ich kenne nur Einzelbeiträge des Films. Besonders angetan hat es mir jedoch der Beitrag von Tom Tykwer zum Quartier Faubourg Saint Denis, meine heutige Perle des Tages (Intro ist in Englisch; nicht irritieren lassen). Mal abgesehen davon, dass ich Idee, Musik und Handlung großartig finde: Ich bin fasziniert, wie eine ganze Beziehung in sieben Minuten greifbar wird!

*

Wie würde das mit Ihrem eigenen Leben aussehen?

Stellen Sie sich vor, Sie sind der Regisseur und haben freie Hand:

  • Wo würde er spielen?
  • Wer würde mitspielen in Ihrem Film?
  • Wäre Ihre Musik fröhlich oder traurig – ruhig, laut, langsam oder schnell?

Und die vielleicht interessanteste Frage:

  • Wie würde es Ihnen gehen, wenn Sie sich diesen Film anschauen?

Denken Sie an einmal an die letzten Tage und stellen sich vor, Ihre Erlebnisse wären Inhalt der nächsten Folge einer Vorabendserie. Würden Sie gelangweilt umschalten oder sich freuen über die schöne Zeit?

Als Zuschauer sieht man oft viel klarer, was vor sich geht.

  • Würden Sie sich aufregen und Ihrem Charakter am liebsten zurufen, er soll sich anders verhalten?
  • Möchten Sie Ihren Darsteller gerne schütteln und ihm sagen, er soll sich endlich aufraffen?
Szene aus Paris je t´aime

Szene aus Paris je t´aime

Ist das Ziel also mehr Glück?

Ich denke, dass der Begriff Glück mit positiven Erwartungen überfrachtet ist. Zum Leben gehören glückliche und traurige Momente: es läuft nicht immer alles glatt und manchmal wollen wir uns am liebsten die Decke über den Kopf ziehen. Meine sehr geschätzte Kollegin Petra Bock plädiert in ihrem Buch Mindfuck für ein neues Ziel, das vielfältige Gefühlslagen zulässt und trotzdem attraktiv ist. Sie sagt

Besser als Glück eignet sich deshalb das Ziel einer hohen Lebensqualität. 

Wie würde Ihr Film denn mit diesem Ziel aussehen, wenn Sie an Ihre nächste Woche denken? Was würden Sie ändern, wenn Sie mehr Lebensqualität wollen?

Ich wünsche Ihnen ein paar Minuten Zeit und Muße zum Nachdenken über Ihren persönlichen „Film“ und bin gespannt, wie es Ihnen damit ergeht!

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

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Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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