Die Frage der Fragen – Teil 2

16 Nov

Letzte Woche durfte die FRAGE DER FRAGEN nach der wahren Bestimmung des Lebens noch einmal richtig zum Zug kommen.

Beliebte Varianten, die meine Klienten häufig mitbringen und Ihnen vielleicht auch bekannt vorkommen, hören sich so an

  • Ich kann nur sagen, was ich nicht will. Ich möchte endlich ankommen!
  • Wie finde ich den Job, der mich glücklich macht?
  • Was soll ich, um Himmels willen, mit meinem Leben anfangen?
  • Muss ich das wirklich für immer machen?

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie beklemmend diese Fragen sein können. Ich kann Ihnen auch viele Wege verraten, wie Sie sich von diesen Fragen ablenken können… Hier geht es aber nicht ums Ablenken. Sie wollen ja schließlich eine Antwort!

Die ehrliche Nachricht zuerst: Ich weiß Ihre Antwort nicht. Aber ich weiß aus langer Erfahrung, dass Sie Ihre Antwort kennen! Vielleicht ist sie noch ganz klein und eher eine Idee als eine Antwort? Vielleicht ist sie auch riesengroß, aber mit Gegenargumenten gepflastert? Meistens ist es eine Mischung: Dinge, die wir früher gerne gemacht haben. Dinge, die uns leichter fallen als anderen. Dinge, die immer wieder auftauchen in unserem Leben.

Wenn Sie jetzt nach einem dazu passenden Beruf schauen, sind Sie schon zu weit! Dann sind Sie wieder bei der FRAGE DER FRAGEN angelangt.

Die wichtige Nachricht als zweites: Wir sind letzte Woche schon darauf gekommen, dass DIE FRAGE eine große Lüge ist; vielleicht die Größte, die Ihnen bisher erzählt wurde.

Und wir sind zu einer viel effektiveren Frage gelangt:

Welche Dinge möchten Sie in Ihrem Leben erfahren und erleben?

Bitte tun Sie mir (aber vor allem sich selbst!) einen Gefallen: Gönnen Sie sich einen kleinen, feinen Luxus. Erlauben Sie sich heute 15 Minuten ganz für sich. Egal wo. Der Luxus besteht darin, dass es Ihre Zeit ist.

Also suchen Sie sich einen schönen Platz im Café, im warmen Auto oder zuhause in Ihrem Lieblingssessel – am Fluss oder See, mit weitem Blick oder unter Ihrer Bettdecke.

Zwei Bedingungen: 15 Minuten für Sie und Pause für alle Gegenargumente!

Um Ihre Gegenargumente kümmern wir uns in Teil 3. Keine Sorge, alles darf seinen Platz haben! Aber jetzt sind erst einmal Sie dran.

*

Erstellen Sie Ihre Wunschliste  

  • Was würden Sie tun, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden? Mit was würden Sie Ihr Leben füllen?
  • Wie würde Ihr idealer Tag aussehen – vom Aufstehen bis zum Einschlafen? Was würden Sie tun? Wer wäre dabei?
  • Was darf auf Ihre Liste von Dingen, die Sie vor Ihrem Tod ausprobieren wollen?

Werden Sie richtig schön konkret!

Es ist nicht wichtigwieso Sie etwas tun wollen.

Wichtig ist, wie es sich anfühlen wird.

Stellen Sie sich also nicht die Million auf Ihrem Konto vor, sondern überlegen Sie lieber, was Sie mit dem Geld anstellen würden. Würden Sie um die Welt reisen? Würden Sie Ihren eigenen Laden eröffnen? Oder ein Buch schreiben? Was auch immer es ist: schreiben Sie auf, was Sie genau machen wollen, lebendig und mit allen Extras, die Ihnen gerade einfallen!

Was meinen Sie, wie es Ihnen geht, wenn Sie z.B. den vierten Punkt Ihrer Wunschliste in Ihr Leben bringen? 

Auf  meiner Liste stand an Punkt vier bis letztes Jahr „Ich will am Catering für ein großes Fest mitwirken!“ Verrückte Wünsche, die manchmal entstehen… das hat ja nichts mit Deinem Beruf zu tun… und eigentlich auch nicht mit Ihnen! Du solltest besser xyz machen… was hast Du wieder für seltsame Ideen… 

Aber der Wunsch war da und nicht erst seit gestern. 

Inzwischen weiß ich, wie sich mein Wunsch wirklich anfühlt. Dazu habe ich tolle Menschen kennengelernt, ein großes Thanksgiving Diner für fast 100 Menschen vorbereitet und ein wunderbares Fest miterlebt. Und drumherum gab es jede Menge Informationen, Kontakte und neue Ideen für mich und Sie. Ja, auch Sie! Der Wunsch ist zur Ruhe gekommen, und es sind geniale neue Dinge daraus entstanden, die mein Leben und meinen Beruf bereichern!

Aber zurück zu Ihnen: Das ist erst einmal alles, was Sie machen müssen.

Wenn Sie erst einmal wissen, welche Dinge (Plural!) Sie eigentlich machen wollen in Ihrem Leben, dann können Sie darüber nachdenken, wie Sie Ihre Liste finanzieren. Nicht andersherum! Sie werden entdecken, dass der finanzielle Teil meist nicht so schwierig ist, wie zunächst vermutet.

Es gibt viele Einnahmequellen neben dem traditionellen Brotberuf: freie Mitarbeit, Teilzeit- und Nebentätigkeit, die wiederum Zeit für die Dinge auf Ihrer Liste lassen, Selbständigkeit oder auch eine strategisch klug verhandelte Vollzeitanstellung. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns viel mehr Möglichkeiten bietet als noch unseren Eltern oder Großeltern. Viele Kombinationen und Möglichkeiten stehen uns offen. Und ganz normale Menschen wie Sie und ich leben genau so: auch ohne besondere Mittel, außergewöhnliche Fähigkeiten oder eine nennenswerte Erbschaft in der Hinterhand.

Ich gebe jedoch zu, dass dies eine gewisse Aufgeschlossenheit von Ihnen fordert. Sie müssen bereit sein, sich Ihre Einstellung zu Geld und Arbeit anzusehen. Sie müssen zumindest darüber nachdenken, ob es zu Ihnen passende Alternativen gibt, zu dem, was wir von klein auf gehört haben:  dass Sie zur Schule gehen, einen Beruf lernen, eine Anstellung bekommen und dann, mit 67 Jahren, das Leben Ihrer Träume zu verwirklichen.

Wenn Sie sich mit weiteren Gegenargumenten herumschlagen:

Wir werden uns nächste Woche in Teil 3 ansehen, was passiert, wenn Sie über Ihren Tellerrand hinausschauen. Lassen Sie die Argumente bis dahin ruhen. Schauen Sie noch mal auf Ihre Liste, wenn Sie Zeit haben. Nehmen Sie in dieser Woche erst mal nichts wieder runter, sondern ergänzen Ihre Liste nur.

Ich werde Ihnen hier im Blog Unterstützung zukommen lassen, wo ich nur kann und Ihnen zudem Menschen vorstellen, die eine völlig andere Einstellung zu diesen Dingen haben. Sie sind lebende Beispiele dafür, dass man die bislang gültigen Regeln auf den Kopf stellen und eigene Ziele und Wünsche in das heutige Leben integrieren kann. Wie das genau aussieht, sehen Sie dann hier.

Beginnen Sie erst einmal mit Ihren Zielen.

  • Was wollen Sie machen?
  • Wobei leuchten Ihre Augen?
  • Welche Dinge wollen Sie vielleicht irgendwann einmal ausprobieren?
  • Denken Sie auch über Ihren eigenen Tellerrand hinaus: was würden Sie gerne verändern an bzw. in der Welt um Sie herum?
  • Wen wollen Sie unterstützen?
  • Zu welchen Lösungen würden Sie gerne Ihren Teil beitragen?

Trauen Sie sich, Ihre Idealvorstellung zu beschreiben – nicht eine praktikable Version Ihrer Wünsche!

Zugegebenermaßen etwas makaber, aber stellen Sie sich ruhig vor, Sie sind (stein)alt, liegen im Sterben und blicken auf Ihr Leben zurück.

  • Was hinterlassen Sie?
  • Was haben Sie erreicht und getan in Ihrem Leben?

Verschieben Sie nichts, was Sie bereuen würden.

Was halten Sie davon? Und was gehört zu den Dingen, die Sie gerne einmal machen würden?

> Fortsetzung im 3. Teil

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

10 Antworten to “Die Frage der Fragen – Teil 2”

  1. Andrea Frydrychowski 17. November 2011 um 09:58 #

    Liebe Juli: ich liebe dein Blog und dein Umgehen mit der „Frage der Fragen“ 🙂 Umarmung, Andrea

  2. Ulrike Juli Scheld 17. November 2011 um 10:01 #

    Liebe Andrea,
    das freut mich sehr. Danke!
    Mich beschäftigt es immer sehr, wenn ich mitbekomme, dass sich Menschen sehr quälen mit etwas, das ich für durchaus lösbar halte.
    Der Blog ist ein schöner Weg ergänzend zur Arbeit mit meinen Klienten.
    Herzliche Grüße
    Juli

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