Schlagwort-Archiv: Selbstbewusstsein

Ermutigung

26 Jun Zitat von Duane Michals

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind,

Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich machtvoll sind.

Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit.

Wir fragen uns: “Wer bin ich eigentlich, dass ich leuchtend, begnadet, phantastisch sein darf?”

Wer bist du denn, es nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.

Wenn du dich klein machst, dient das der Welt nicht.

Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun, wenn du schrumpfst,

damit andere um dich herum, sich nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.

Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in jedem Menschen.

Und wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen,

geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,

wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.

Diesen Text von Marianne Williamson aus ihrem Buch „Return to love“ zitierte Nelson Mandela 1994 in seiner Antrittsrede und machte ihn dadurch international bekannt.

Gerade für hochbegabte und hochsensible Menschen mit ihrem immensen Potential und gleichzeitig tiefsitzenden Selbstzweifeln und großer Unsicherheit ist er eine wunderbare Erinnerung und Ermutigung.

Machen Sie sich nicht kleiner als Sie sind!

Hören Sie auf die kleine Stimme in Ihrem Inneren: was sagt sie? Was will sie von Ihnen?

Was bringt Ihre Augen zum Leuchten und was brauchen Sie, damit Sie den ersten Schritt dorthin gehen können?

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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Her mit der Blamage und wie man dadurch exzellente Arbeit leistet

15 Mär

von Ulrike Juli Scheld

„Wofür nehmen Sie denn diesen Stecker?” fragte ich den attraktiven Fremden vor mir in der Schlange. 

„Wie bitte?” antwortete er.

„Oh, ich hatte ihn gerade selbst in der Hand, habe ihn dann aber doch wieder zurückgestellt. Aber neugierig hat er mich doch gemacht.”

So ging es weiter. Sein Name war Christian und er spielt gerne Backgammon.

Auch wenn Sie es vielleicht anders vermuten: Ich habe nicht versucht, ihn anzumachen. Und ich war auch überhaupt nicht an seinem Einkauf interessiert. Mit völlig Fremden ins Gespräch zu kommen, ist eine Übung, die ich vor langer Zeit begonnen habe, um Ängste und Zweifel an meiner Arbeit zu überwinden.

Ja, Sie haben richtig verstanden: es ging um meine Leistungsfähigkeit.

Ich habe diesen Trick vor einiger Zeit gelernt, als ich vor einer Vorstandspräsentation stand und mir morgens schon innerlich die Knie zitterten. Wie viele Menschen drücke ich mich gerne vor solchen Auftritten. Aber diese Präsentation war wichtig.

Also entschied ich, dass ich mein Selbstvertrauen stärken muss. Ich dachte mir: Wenn von mir ein Auftritt vor Publikum erwartet wurde, müsste ich zuerst „nervös sein” üben und vorher noch jede kleine Gelegenheit zum Üben nutzen. Ich taufte diese Übung kurzerhand „meine Mini-Risiken”.

Als es nachmittags letztlich Zeit für meine Vorstellung war, fühlte ich mich wesentlich sicherer. Viel sicherer als ich gewesen wäre, wenn ich den ganzen Tag nur auf den großen Moment gewartet hätte. Ich hatte das Gefühl, meinen Tag selbst in die Hand genommen zu haben. Ich habe die Regie übernommen, genau wie ich es anschließend in meiner Rede getan habe…!

Ich habe dieses Experiment einige Male wiederholt und immer wieder den gleichen Effekt festgestellt: An Tagen, an denen ich einige „Mini-Risiken“ eingegangen bin, war ich wesentlich leistungsfähiger. Ich konnte mich besser konzentrieren und wurde nicht durch Angst oder Selbstzweifel von meiner Arbeit abgelenkt.

Und so einfach geht es:

Sie gehen Mini-Risiken ein, wenn Sie einem Wildfremden auf der Straße in die Augen schauen und ihn anlächeln, dem Kellner eine Frage zu seinem Leben stellen oder auf einer Party mitten im Raum stehen, wo andere Sie tatsächlich sehen könnten (!). Der Risikograd unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Was einen schüchternen Menschen nervös macht, erscheint einem extrovertierten Menschen problemlos machbar. Dieser Mensch muss entsprechend „größere“ Mini-Risiken eingehen.

Der Trick ist, Dinge zu tun, vor denen einem ein wenig mulmig ist, die aber immer noch machbar sind und einem nicht langfristig oder körperlich wehtun. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, auch wenn das nur ein simpler Augenkontakt mit einem Fremden auf der Straße ist.

Schätzen Sie Ihren aktuellen Wohlfühl-Level ein und gehen Sie ein klein wenig über die Grenze, an der Sie normalerweise anhalten.

Ein simpler Weg, diese Technik in die Tat umzusetzen: Gehen Sie Ihren Tag an wie immer und nehmen Sie Ihren Alltag in Angriff. Wann immer sich jedoch eine Gelegenheit bietet, in der Sie guter Dinge sind, übernehmen Sie die Führung, reden, bewegen sich oder tun etwas!

Egal ob Sie sich auf der Couch ausstrecken, einem Freund ein Kompliment für sein T-Shirt machen, eine Argumentation durch eine persönliche Geschichte unterstreichen oder Ihre Gefühle mitteilen – es gibt eine Million kleiner Momente während Ihres Tages, in denen Sie die Wahl haben zwischen Handeln und passiv bleiben. Achten Sie auf diese Gelegenheiten und werden Sie aktiv!

Betrachten Sie jedes kleine Mini-Risiko als einen Gewinn, egal wie andere Menschen darauf reagieren. Das ist wichtig! Diese Übung zielt nur aufs Handeln ab, nicht auf die Ergebnisse!

Wenn Sie etwas riskieren, gewinnen Sie! Basta.

Noch wichtiger ist: sammeln Sie diese kleinen Siege. Klopfen Sie sich auf die Schulter, wenn Sie ein Mini-Risiko eingegangen sind. Betrachten Sie jedes Risiko als einen Erfolg an sich und sammeln Sie den nächsten ein, um Ihr Selbstvertrauen weiter zu stärken.

Wenn es um gefühlt große Einsätze geht (wie z.B. eine Geschäftsidee, die jeder für verrückt hält oder Ihren ersten Bühnenauftritt), haben wir oft das Gefühl, dass es nicht in unserer Hand liegt, ob wir Erfolg haben oder versagen. Das Eingehen von Mini-Risiken erinnert Sie daran, dass Sie sehr wohl die Kontrolle über Ihre Leistung und die Auswirkung auf Ihre Umwelt haben.

Es gibt Ihnen das Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten zurück.

Sie beweisen sich selbst, dass Sie mit den Dingen umgehen können, die sich Ihnen in den Weg legen. Selbst wenn Sie nicht sofort alles wissen (ja, Sie dürfen auch ein kompletter Anfänger sein!), werden Sie einen Weg finden.

Also nein, ich hatte kein weitergehendes Interesse an Christian (obwohl er sehr nett ist und immer mal wieder meinen Weg kreuzt). Mit dem Ansprechen eines völlig Fremden habe ich mir bewiesen, dass ich mit Peinlichkeit und Unsicherheit umgehen kann; im Kontakt mit anderen Menschen und auch generell in meinem Leben.

Nachdem wir ein paar Minuten geredet hatten, machte ich es mir mit meinem Chai gemütlich, lächelte und kehrte entspannt(er) zu meiner Arbeit zurück.

Was denken Sie? 

Gehen Sie im Kontakt mit Anderen jemals „Mini-Risiken” ein, um sich selbst über Angst und Selbstzweifel an Ihrer Arbeit zu helfen? 

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld
*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit angeblich zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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Kratz mich!

7 Feb Perle Manfred Heyde Common

von Ulrike Juli Scheld

Als Kinder haben meine Geschwister und ich uns so einiges an den Kopf geworfen. Spielzeug, Sand … und Worte. Dinge, die schnell gesagt sind und schnell wieder vergessen. Oder auch nicht. Es gibt Dinge, die wirken lange nach, vor allem wenn wir dazu hören, dass wir immer so sind und nie anders.

Das funktionierte natürlich auch anders herum mit schönen Dingen. Mit Sachen, die uns besonders leicht fielen oder die wir besonders gut konnten. Also musste sich mein Bruder immer neue Spiele ausdenken und meine Schwester musste immer als Testerin herhalten.

Natürlich stimmt das so nicht. Aber meine Erinnerung blendet die Ausnahmen aus. Ich erinnere mich nicht daran. Habe ich dort einen blinden Fleck?

Was ist ein blinder Fleck? Ein blinder Fleck kann das Ausblenden einer bestimmten Verhaltensweise, einer Reaktion oder eines Satzes sein. Wir können ausblenden, dass wir beteiligt waren. Dass wir selbst auch Verantwortung tragen an der Situation, die sich ergeben hat.

Erinnerungslücken unterscheiden sich meiner Ansicht nach von blinden Flecken. Nicht alles, was mit oder um uns herum passiert, können wir auch speichern. So kann man sich z.B. an Schmerzen nicht erinnern. Manchmal ist Vergessen auch gnädig! Oder traurig. Und manchmal ist einfach so viel Schönes passiert, dass der Speicher für “Schön!” zu dem Zeitpunkt bis oben gefüllt war.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Unsere Erinnerungen prägen das (Zusammen)Leben mit Anderen und mit uns selbst. Manche Erlebnisse erzeugen kleine Kratzer in uns, an denen etwas hängen bleiben kann. Wie an einer Perle, die auch durch eine erste kleine Störung entsteht. Nicht immer bedeutet ein Kratzer etwas Negatives!

So kann auch eine positive Erinnerung einen kleinen Kratzer erzeugen, um den sich eine ganze Perle für Ihr Selbstbewusstsein bildet. Das kann ein Blick oder eine Bemerkung sein, ein Kompliment oder eine Situation, in der Sie sich pudelwohl fühlen.

Erinnern Sie sich an Ihre schönsten Kratzer?

Wie haben Sie erkannt, dass Sie etwas besonders gut können?

Erinnern Sie sich, wann Sie es zum ersten Mal bemerkt haben?

Achten Sie auf sich und diese Rückmeldungen. Jede neue Schicht rund um eine neue Perle ist zart und empfindlich. Lassen Sie Ihren Fähigkeiten und Interessen Zeit, sich zu entwickeln!

Foto: Manfred Heyde (Creative Commons SA3.0)

 

Dann entsteht aus einem Kratzer nach und nach eine harte Perle.

Schlechte Erinnerungen kratzen leider auch. Manchmal so tief, dass das Auffüllen lange dauert. Aber Kratzer sind wie Narben – sie erzählen Ihre Lebensgeschichte. Ihr Körper schreibt permanent an Ihrer Biographie. Lassen Sie Ihre Begabungen auch daran mitarbeiten!

Und die blinden Flecken? Sie blenden aus, lassen Sie blind sein für Kratzer, die Sie vielleicht selbst bei Anderen erzeugt haben. Statt einer Perle entsteht eine Hülle ohne Inhalt, die bei geringster Belastung bricht. Deshalb ist Hinschauen und Bewusstsein wichtig! Und wenn es nur bedeutet, dass Sie so nicht noch einmal jemanden kratzen – oder lieber bewusst einen positiven Kratzer hinterlassen. Dann wachsen auch in Ihrer Umgebung wunderschöne Perlen, an denen Sie sich freuen können!

Herzliche Grüße aus der sonnigen Eis-Pfalz!

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
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EMOTION für Vielbegabte

25 Jan

von Ulrike Juli Scheld

Ein toller Start ins neue Jahr:

emotion-Coach für Vielbegabte

Die Zeitschrift EMOTION hat mich als EMOTION-Coach für Vielbegabte in ihren Coaching-Pool aufgenommen!

Dazu gibt es im aktuellen Heft den Artikel Mein Kind ist klüger als ich zum Thema Hochbegabung:

Mit einem Jahr konnte Beeke Mülle in ganzen Sätzen sprechen, mit sieben die Relativitätstheorie erklären. Für ihre Mutter Tomke war klar: Meine Tochter ist anders. Unklar war, wie sie damit umgehen soll.   → weiterlesen

Ich freue mich!

Und welche neuen, spannenden Dinge hält das Jahr für Sie bereit? Was hat sich schon getan? Meldet sich Ihre Stimme im Hinterkopf?

Freuen Sie sich auf dieses Jahr: Es ist Zeit für Neues!

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
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Professors Weihnachtsbrief

18 Dez

von Ulrike Juli Scheld

Der bekannte Professor für Neurobiologie Prof. Dr. Gerald Hüther greift in seinem Weihnachtsbrief für 2011 auch Dinge und Themen auf, die mir besonders am Herzen liegen. Die für mich wichtigsten stelle ich Ihnen heute vor:

1) Das Gehirn wird so, wie und wofür man es mit Freude und Begeisterung benutzt.

Wir wissen alle, wie leicht uns das Lernen fällt, wenn es um ein Thema geht, das uns wirklich interessiert. Nicht das Alter erschwert das Lernen, sondern die nachlassende Begeisterung für neue Themen. Ich kenne 75jährige, die mühelos neue Dinge lernen: wenn das Interesse da ist, dann gibt es kein “Was Hänschen nicht lernt, …”. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung.
Wenn Sie ein Thema begeistert, dann packen Sie es an! Es ist nie zu spät!

2) Entscheidend prägt uns nicht das Sollen, sondern das Wollen.

Es gibt ein inneres, eigenes Interesse, dass sich unabhängig von äußeren Einflüssen bildet. Dieses Interesse bezeichne ich als die „kleine Stimme im Kopf“. Mein liebstes Zitat dazu stammt von Duane Michals:

Trust that little voice in your head that says „Wouldn´t it be interesting if…“ and then do it!

Professor Hüther plädiert daher dafür, einander einzuladen, zu ermutigen und zu begeistern, immer wieder neue, günstigere Erfahrungen mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit all dem, was uns umgibt, zu machen. Wem das nicht gelingt (mit anderen Menschen oder auch im Umgang mit sich selbst), dem lege ich u.a. Petra Bocks neues Buch „Mindfuck“ ans Herz. Die Buchempfehlung dazu finden Sie auf meiner Website.

3) Der Maßstab der optimalen Leistungserfüllung passt nicht mehr.

Besonders spannend finde ich Professor Hüthers Aussagen über High Potentials, die aufgrund der erreichten Zensuren und Abschlüsse als künftige Spitzenreiter gelten. Sie haben erfolgreich gelernt, wie sie in unserem Leistungssystem optimale Ergebnisse erzielen. Mit dem Berufseinstieg werden sie häufig zum ersten Mal mit Unsicherheit und Misserfolg konfrontiert.

Aus umworbenen Berufseinsteigern werden von einem Tag auf den anderen unsichere Anfänger in einem hochkomplexen Arbeitsalltag mit unvertrauter Hierarchie. Sie erleben zum ersten Mal Konkurrenz, die gleich gut oder sogar besser ist. Plötzlich stehen nicht mehr automatisch alle Türen offen. Stattdessen steht die eigene Karriere auf dem Prüfstand.

Sie wissen, dass dies das Umfeld ist, in dem ich mich im letzten Jahrzehnt beruflich bewegt habe (siehe auch mein Werdegang). Aufgrund der langjährigen Erfahrung sehe ich das Thema High Potentials aus mehreren Perspektiven: Ich begegne Menschen, …

  • … die unter der beruflichen Belastung die eigenen Ziele und Wünsche aus den Augen verlieren. Sie geraten aus der Balance, vernachlässigen ihr privates Leben und ihre Gesundheit und brennen im schlimmsten Fall aus.
  • … die keinen Plan B haben zur bislang schnurgeraden Karriere. Sie sind bei einem Misserfolg und bei Enttäuschungen häufig völlig überfordert, da sie dies vorher noch nie erlebt haben.
  • … deren Selbstbewusstsein trotz Bestnoten noch nicht ausgeprägt genug ist, um sich in einer Konkurrenzsituation oder unter Druck erfolgreich behaupten zu können.
  • … die sich eine eigene erfolgreiche Karriere aufgrund dieser scheinbar unerreichbaren Vorbilder nicht zutrauen. Sie resignieren oft unnötig früh, weil der Erwartungsdruck an sich selbst und von außen zu hoch erscheint.
  • … die an Problemstellungen scheitern, bei denen es um mehr geht als pure Wissensaneignung und -wiedergabe. Sie sind überfordert, weil sie plötzlich kreative Lösungsansätze entwickeln müssen.
  • … die sich als Einzelkämpfer erfolgreich bewährt haben. Gemeinsames Arbeiten, das Teilen von Wissen, gegenseitiges Motivieren und Einstehen für das Ergebnis empfinden sie als höchst irritierend und lehnen es ab.
  • … denen das Korsett des vorgegebenen Karrierewegs (Tempo, Inhalte, Ablauf, zugewiesene Rolle) zu eng oder zu weit ist, obwohl sie als absolute Wunschkandidaten angesehen werden. Sie benötigen mehr oder viel weniger Zeit als ihre Konkurrenz. Sie brauchen mehr oder sogar viel weniger „Betreuung“. Sie wollen schneller Verantwortung übernehmen oder brauchen die Freiheit, sich ein eigenes neues Feld zu erschließen. Diese oft herausragenden Hoffnungsträger suchen sich einen anderen Rahmen und gehen unflexiblen Unternehmen verloren.

Zudem wird sowohl im Bildungssystem als auch in streng hierarchisch organisierten Unternehmen häufig vernachlässigt, essentielle Stärken von Führungskräften zu entwickeln, die beim Aufstieg nicht automatisch und über Nacht vorhanden sind. Dazu gehören Eigensinn und die Bereitschaft, neue Weg zu gehen und neue Lösungen zu suchenBestnoten in Schule und Berufsausbildung galten lange Zeit als optimale Vorbereitung und Garant für eine erfolgreiche Karriere.

Die Lebens- und Berufswelt hat sich verändert und noch gibt es keine aussichtsreiche Alternative. Hier sieht Professor Hüther die größte Herausforderung für unsere Gesellschaft:

4) Wir müssen eine neue Ausbildungskultur erschaffen und neue Bewertungskriterien zulassen.

Besonders interessant wird dieser Wandel dadurch, dass er auch von den Menschen mitgestaltet werden soll und muss, die im bisherigen System erfolgreich geworden sind. Für sie ist es oft schwer nachvollziehbar, dass die Welt anders zu ticken beginnt. Professor Hüther sagt dazu

Um mehr Zitronensaft zu gewinnen, reicht es eben nicht, immer bessere und immer effektivere Zitronenpressen zu entwickeln. Man müsste stattdessen versuchen, viele kleine Zitronenbäumchen zu pflanzen und groß zu ziehen. Das fällt vor allem all jenen besonders schwer, die ihr ganzes bisheriges Leben mit Versuchen des besseren und effektiveren Auspressens von Zitronen verbracht haben. Aber die Zeit ist reif für all jene, die auch schon bisher anders unterwegs waren.

  • Dazu gehört für mich die Förderung Ihrer individuellen Stärken und Begabungen, auch wenn sie nicht in ein Schulfach oder in den normalen Rahmen passen!
  • Dazu gehört das aktive Achten auf Dinge, die Ihre Begeisterung wecken!
  • Dazu gehört das Begreifen und Zulassen von Querdenkern, Unangepassten und Menschen, die nicht ins Schema F passen (oder passen wollen)!
  • Dazu gehört das Zulassen Ihres individuellen Lerntempos – schneller und langsamer, aber nicht zwingend in Nummern eingeordnet!
  • Und (ganz wichtig): Dazu gehört unser aller Offenheit für engagierte Quereinsteiger und die Stärken von ungeraden Lebensläufen!

Ich denke ebenfalls, dass man die laufende Entwicklung nicht länger ignorieren kann. Wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten, das MEHR an Potential zu verlieren, das Menschen in die Welt mitbringen – egal wo dieses Potential sich zeigt (mehr hierzu finden Sie in meinem Blog-Post Begabung ist nicht nur schreiben und rechnen). Dafür leiste ich gerne aktiv meinen Beitrag und engagiere mich für eine neue Lebenskultur.

In diesem Sinne schließe ich mich gerne und von Herzen an Professors Weihnachtsbrief an und wünsche Ihnen eine ruhige Weihnachtszeit mit Zeit für sich und Ihre Lieben, mit Ruhe für die innere Stimme und viel Energie und Zuversicht für das kommende neue Jahr 2012!

Prof. Dr. Gerald Hüthers Weihnachtsbrief im Original

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Menschen mit viel Potential und zu vielen Interessen. 
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Nichts besonderes für Sie, aber genial für andere

11 Dez Nichts Besonderes für Dich

Wie oft haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, dass es scheinbar so viele Menschen auf der Welt gibt, die so kreativ und toll sind und sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen? Und wie oft haben Sie sich dann selber die Frage gestellt, warum Sie eigentlich nicht selber auf so tolle Ideen kommen, sondern nur durchschnittliche Dinge entwickeln?

Ich finde die Aussage des Videos einfach nur genial.

Die simpelste Idee der Welt kann für jemand anderen genial sein.

Dinge, die einem selbst häufig viel zu einfach und primitiv vorkommen, können einem anderen Menschen genau die Lösung bieten, auf die er selbst nie gekommen wäre.

*

*

Verwerfen Sie Ihre Ideen nicht gleich wieder.

Schreiben Sie sie auf – am besten genau dann, wenn Sie völlig begeistert sind von Ihrer Idee. Skizzieren Sie kurz, worum es geht, machen Sie sich eine MindMap, Stichworte oder schreiben eine kleine Beschreibung dazu!

Besorgen Sie sich ein schönes Buch: ein Ideenbuch oder Projektbuch.

Ein Buch mit einem Einband, den Sie gerne anfassen und einer Farbe, die Ihnen so richtig gut gefällt. Oder fragen Sie doch jemanden, der gerne Dinge gestaltet, ob er Ihnen einen schönen Einband dazu macht.

Ich hatte neulich die große Ehre, mal wieder ein solches Buch sehen zu dürfen.

Voller Ideen und eine toller als die nächste!

Der Besitzer des Buchs fand seine Ideen allesamt mittelmäßig oder sogar schlecht. Nun ja, bei einer konnte er sich erinnern, wieso gerade diese Idee seine Augen zum Leuchten gebracht hat. Es war eine grundeinfache, aber völlig logische Änderung an einem Gegenstand, den auch ich schon hundertmal in der Hand hatte. Und ihn nicht optimal fand. Aber eben nicht seine Idee hatte, wie es besser geht!

In diesem Buch war nicht nur eine Idee toll – nein, es war geradezu ein Feuerwerk an tollen Ideen! Was dem Menschen gefehlt hat, war jemand, dem er seine Ideen erzählen und erklären konnte. Isolation is the dreamkiller, sagt Barbara Sher dazu.

Dieser Mensch tritt nun einen neuen Job an, der genau ihn mit seinen Ideen braucht.

Bei einer Firma, die seine Ideen genial findet!

Gut, dass diese Ideen in seinem Buch einen Platz gefunden haben, bis er soweit war, sich an seine Themen heranzutrauen…

Jede Ihrer Ideen ist eine Perle!

Geben Sie ihr einen schönen Platz, bis Sie selbst so weit sind, sie jemandem zu zeigen. Perlen wachsen in einer geschützten Umgebung, bis sie soweit sind, jemanden zu erfreuen! Wer weiß? Vielleicht ist genau Ihre Idee, die sie selbst für zu einfach und simpel halten, genau die Perle, die jemand anderen zum Strahlen bringt?!

Vielleicht sind die Dinge, die wir entwickeln, für uns selbst vollkommen normal oder erscheinen uns zu simpel – sind aber unglaublich faszinierend und genial für andere? Haben Sie mal darüber nachgedacht?

Was machen Sie mit Ihren Ideen? Aufschreiben?

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

Mehr über Derek Sivers finden Sie auf seiner Website.

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Manchmal geht einfach nichts

8 Dez

von Ulrike Juli Scheld

Mir geht ganz viel im Kopf herum, aber die Verbindung zu meinen Fingern scheint mit Wichtigerem beschäftigt zu sein… Mich macht das nachdenklich, da ich täglich mit Menschen arbeite, die eigentlich wollen, aber irgendwie nicht können.

Ich weiß, was ich dann machen kann. Was ich sagen kann und welche Möglichkeiten es gibt, doch eine Hintertür oder einen dritten (vierten?) Weg zu finden, den der andere einfach nicht sieht.

Manchmal, weil er zu dicht dran steht oder sich schon zu sehr in sein Thema verwickelt hat.

Oder weil die Vernunft, die Angst, die Zweifel, die Bequemlichkeit, die Ungeduld, Loyalitätskonflikte oder… oder… mitreden.

Wenn dann plötzlich ein Funken in den Augen zu sehen ist, dann bin ich glücklich.

Glücklich mit meinem Beruf, mit dem MEHR, mit dem ich auf die Welt gekommen bin und dem vielen Wissen, das mir inzwischen ermöglicht, solche Funken zum Glimmen und dann zum Leuchten zu bringen!

Und manchmal – wie heute – muss das einfach mal reichen.

Manchmal muss das Wissen um die eigenen Fähigkeiten reichen. Haben Sie etwas Geduld mit sich, wenn Sie „eigentlich“ wissen, was Sie wollen.

… bei aller Ungeduld, wieso Sie dann nicht sofort und freudig mit dem Neuen beginnen …

… bei allen Zweifeln, ob das überhaupt realistisch ist und was wohl die Anderen sagen werden …

… bei aller Unsicherheit, ob Sie nicht vielleicht doch lieber etwas anderes machen sollten …

Freuen Sie sich ein bißchen!

Auch ein klitzekleines “eigentlich” verschwindet nicht lautlos wieder. Nein, es ist ein großes Geschenk, wenn es erst mal da ist!

Die Fortsetzung zur FRAGEN DER FRAGEN kommt. Aktuell befindet sie sich gefühlsmäßig auf der Höhe meiner Ellbogen. Es kann also nicht mehr lange dauern…

Ich wünsche Ihnen schöne Vorweihnachts-Wintertage mit fliegenden Blättern und Wetter, mit Sonne und blauem Himmel (wie jetzt gerade) und schönen Erlebnissen! Und solange der Schnee noch auf sich warten lässt, schneit es hier für Sie bei mir im Blog.

Herzliche Grüße von

Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
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