Schlagwort-Archiv: IQ

Hochbegabte Nervensägen

3 Jun

Die Stärken von hochbegabten Erwachsenen werden im Berufsleben oftmals missverstanden. Manchmal erinnert das an Menschen, die sich in verschiedenen Sprachen unterhalten oder der eine etwas sagt und sein Gegenüber etwas völlig anderes versteht.  Weiterlesen 

EMOTION für Vielbegabte

25 Jan

von Ulrike Juli Scheld

Ein toller Start ins neue Jahr:

emotion-Coach für Vielbegabte

Die Zeitschrift EMOTION hat mich als EMOTION-Coach für Vielbegabte in ihren Coaching-Pool aufgenommen!

Dazu gibt es im aktuellen Heft den Artikel Mein Kind ist klüger als ich zum Thema Hochbegabung:

Mit einem Jahr konnte Beeke Mülle in ganzen Sätzen sprechen, mit sieben die Relativitätstheorie erklären. Für ihre Mutter Tomke war klar: Meine Tochter ist anders. Unklar war, wie sie damit umgehen soll.   → weiterlesen

Ich freue mich!

Und welche neuen, spannenden Dinge hält das Jahr für Sie bereit? Was hat sich schon getan? Meldet sich Ihre Stimme im Hinterkopf?

Freuen Sie sich auf dieses Jahr: Es ist Zeit für Neues!

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

Professors Weihnachtsbrief

18 Dez

von Ulrike Juli Scheld

Der bekannte Professor für Neurobiologie Prof. Dr. Gerald Hüther greift in seinem Weihnachtsbrief für 2011 auch Dinge und Themen auf, die mir besonders am Herzen liegen. Die für mich wichtigsten stelle ich Ihnen heute vor:

1) Das Gehirn wird so, wie und wofür man es mit Freude und Begeisterung benutzt.

Wir wissen alle, wie leicht uns das Lernen fällt, wenn es um ein Thema geht, das uns wirklich interessiert. Nicht das Alter erschwert das Lernen, sondern die nachlassende Begeisterung für neue Themen. Ich kenne 75jährige, die mühelos neue Dinge lernen: wenn das Interesse da ist, dann gibt es kein “Was Hänschen nicht lernt, …”. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung.
Wenn Sie ein Thema begeistert, dann packen Sie es an! Es ist nie zu spät!

2) Entscheidend prägt uns nicht das Sollen, sondern das Wollen.

Es gibt ein inneres, eigenes Interesse, dass sich unabhängig von äußeren Einflüssen bildet. Dieses Interesse bezeichne ich als die „kleine Stimme im Kopf“. Mein liebstes Zitat dazu stammt von Duane Michals:

Trust that little voice in your head that says „Wouldn´t it be interesting if…“ and then do it!

Professor Hüther plädiert daher dafür, einander einzuladen, zu ermutigen und zu begeistern, immer wieder neue, günstigere Erfahrungen mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit all dem, was uns umgibt, zu machen. Wem das nicht gelingt (mit anderen Menschen oder auch im Umgang mit sich selbst), dem lege ich u.a. Petra Bocks neues Buch „Mindfuck“ ans Herz. Die Buchempfehlung dazu finden Sie auf meiner Website.

3) Der Maßstab der optimalen Leistungserfüllung passt nicht mehr.

Besonders spannend finde ich Professor Hüthers Aussagen über High Potentials, die aufgrund der erreichten Zensuren und Abschlüsse als künftige Spitzenreiter gelten. Sie haben erfolgreich gelernt, wie sie in unserem Leistungssystem optimale Ergebnisse erzielen. Mit dem Berufseinstieg werden sie häufig zum ersten Mal mit Unsicherheit und Misserfolg konfrontiert.

Aus umworbenen Berufseinsteigern werden von einem Tag auf den anderen unsichere Anfänger in einem hochkomplexen Arbeitsalltag mit unvertrauter Hierarchie. Sie erleben zum ersten Mal Konkurrenz, die gleich gut oder sogar besser ist. Plötzlich stehen nicht mehr automatisch alle Türen offen. Stattdessen steht die eigene Karriere auf dem Prüfstand.

Sie wissen, dass dies das Umfeld ist, in dem ich mich im letzten Jahrzehnt beruflich bewegt habe (siehe auch mein Werdegang). Aufgrund der langjährigen Erfahrung sehe ich das Thema High Potentials aus mehreren Perspektiven: Ich begegne Menschen, …

  • … die unter der beruflichen Belastung die eigenen Ziele und Wünsche aus den Augen verlieren. Sie geraten aus der Balance, vernachlässigen ihr privates Leben und ihre Gesundheit und brennen im schlimmsten Fall aus.
  • … die keinen Plan B haben zur bislang schnurgeraden Karriere. Sie sind bei einem Misserfolg und bei Enttäuschungen häufig völlig überfordert, da sie dies vorher noch nie erlebt haben.
  • … deren Selbstbewusstsein trotz Bestnoten noch nicht ausgeprägt genug ist, um sich in einer Konkurrenzsituation oder unter Druck erfolgreich behaupten zu können.
  • … die sich eine eigene erfolgreiche Karriere aufgrund dieser scheinbar unerreichbaren Vorbilder nicht zutrauen. Sie resignieren oft unnötig früh, weil der Erwartungsdruck an sich selbst und von außen zu hoch erscheint.
  • … die an Problemstellungen scheitern, bei denen es um mehr geht als pure Wissensaneignung und -wiedergabe. Sie sind überfordert, weil sie plötzlich kreative Lösungsansätze entwickeln müssen.
  • … die sich als Einzelkämpfer erfolgreich bewährt haben. Gemeinsames Arbeiten, das Teilen von Wissen, gegenseitiges Motivieren und Einstehen für das Ergebnis empfinden sie als höchst irritierend und lehnen es ab.
  • … denen das Korsett des vorgegebenen Karrierewegs (Tempo, Inhalte, Ablauf, zugewiesene Rolle) zu eng oder zu weit ist, obwohl sie als absolute Wunschkandidaten angesehen werden. Sie benötigen mehr oder viel weniger Zeit als ihre Konkurrenz. Sie brauchen mehr oder sogar viel weniger „Betreuung“. Sie wollen schneller Verantwortung übernehmen oder brauchen die Freiheit, sich ein eigenes neues Feld zu erschließen. Diese oft herausragenden Hoffnungsträger suchen sich einen anderen Rahmen und gehen unflexiblen Unternehmen verloren.

Zudem wird sowohl im Bildungssystem als auch in streng hierarchisch organisierten Unternehmen häufig vernachlässigt, essentielle Stärken von Führungskräften zu entwickeln, die beim Aufstieg nicht automatisch und über Nacht vorhanden sind. Dazu gehören Eigensinn und die Bereitschaft, neue Weg zu gehen und neue Lösungen zu suchenBestnoten in Schule und Berufsausbildung galten lange Zeit als optimale Vorbereitung und Garant für eine erfolgreiche Karriere.

Die Lebens- und Berufswelt hat sich verändert und noch gibt es keine aussichtsreiche Alternative. Hier sieht Professor Hüther die größte Herausforderung für unsere Gesellschaft:

4) Wir müssen eine neue Ausbildungskultur erschaffen und neue Bewertungskriterien zulassen.

Besonders interessant wird dieser Wandel dadurch, dass er auch von den Menschen mitgestaltet werden soll und muss, die im bisherigen System erfolgreich geworden sind. Für sie ist es oft schwer nachvollziehbar, dass die Welt anders zu ticken beginnt. Professor Hüther sagt dazu

Um mehr Zitronensaft zu gewinnen, reicht es eben nicht, immer bessere und immer effektivere Zitronenpressen zu entwickeln. Man müsste stattdessen versuchen, viele kleine Zitronenbäumchen zu pflanzen und groß zu ziehen. Das fällt vor allem all jenen besonders schwer, die ihr ganzes bisheriges Leben mit Versuchen des besseren und effektiveren Auspressens von Zitronen verbracht haben. Aber die Zeit ist reif für all jene, die auch schon bisher anders unterwegs waren.

  • Dazu gehört für mich die Förderung Ihrer individuellen Stärken und Begabungen, auch wenn sie nicht in ein Schulfach oder in den normalen Rahmen passen!
  • Dazu gehört das aktive Achten auf Dinge, die Ihre Begeisterung wecken!
  • Dazu gehört das Begreifen und Zulassen von Querdenkern, Unangepassten und Menschen, die nicht ins Schema F passen (oder passen wollen)!
  • Dazu gehört das Zulassen Ihres individuellen Lerntempos – schneller und langsamer, aber nicht zwingend in Nummern eingeordnet!
  • Und (ganz wichtig): Dazu gehört unser aller Offenheit für engagierte Quereinsteiger und die Stärken von ungeraden Lebensläufen!

Ich denke ebenfalls, dass man die laufende Entwicklung nicht länger ignorieren kann. Wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten, das MEHR an Potential zu verlieren, das Menschen in die Welt mitbringen – egal wo dieses Potential sich zeigt (mehr hierzu finden Sie in meinem Blog-Post Begabung ist nicht nur schreiben und rechnen). Dafür leiste ich gerne aktiv meinen Beitrag und engagiere mich für eine neue Lebenskultur.

In diesem Sinne schließe ich mich gerne und von Herzen an Professors Weihnachtsbrief an und wünsche Ihnen eine ruhige Weihnachtszeit mit Zeit für sich und Ihre Lieben, mit Ruhe für die innere Stimme und viel Energie und Zuversicht für das kommende neue Jahr 2012!

Prof. Dr. Gerald Hüthers Weihnachtsbrief im Original

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Menschen mit viel Potential und zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

Begabung ist nicht nur schreiben und rechnen

22 Okt Begabungsformen kpl.

In jedem Menschen steckt mindestens eine Begabung. Das englische Wort dafür ist gift und hat eine wunderbare Doppelbedeutung: es heißt zugleich Begabung und Geschenk. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch ein solches Geschenk erhalten hat. Und manchmal ein besonders großes Geschenk oder sogar mehrere auf einmal!

Hochbegabt? Ich doch nicht! Oder vielleicht doch?

Schnelles Verstehen und Lernen oder spielerischer Umgang mit mathematischen Problemen kennt jeder als Anzeichen einer besonderen Begabung. Aber wissen Sie, dass es mehrere Formen der Intelligenz gibt? Vielleicht finden Sie sich ja in einem der Gebiete wieder?

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Theorie der multiplen Intelligenzen

Je nach Gesellschaft und Kultur werden verschiedene Formen der Intelligenz besonders geschätzt:

  • Beispielsweise müssen die Menschen auf den Karolinen, einer Inselgruppe von Mikronesien, in der Lage sein, weite Strecken ohne Karte zu navigieren. Sie verwenden dazu ihre räumliche und kinästhetische Intelligenz.
  • Auf Bali, wo künstlerische Darbietungen im Alltagsleben eine große Rolle spielen, ist dagegen die musikalische Intelligenz hoch angesehen.
  • Und in Japan wird die zwischenmenschliche Intelligenz geschätzt, da hier kooperatives Handeln und das Leben in der Gemeinde besonders wichtig sind.
  • In unserer westlichen Gesellschaft denken wir beim Thema Hochbegabung vor allem an die logisch-mathematische und die sprachlich-linguistische Intelligenz.

Die neun verschiedenen Intelligenzformen

Howard Gardner, amerikanischer Intelligenzforscher und Psychologe, schloss aus verschiedenen Studien über Wunderkinder, Hirngeschädigte, normale Erwachsene und Menschen mit sogenannten Inselbegabungen (z.B. bei Autisten wie im Film Rain Man oder dem Ausnahmesurfer Clay Marzo) auf mindestens neun Formen der Intelligenz. Bei jedem Menschen sind diese Formen unterschiedlich ausgeprägt. Das hat zur Folge, dass jeder Mensch auf unterschiedliche Art lernt, sich erinnert, Aufgaben ausführt und versteht.

Logisch-mathematische Intelligenz

Die bekannteste Form der Hochbegabung umfasst viel mehr, als man im ersten Moment vermutet: Klar: dazu gehört die Fähigkeit, Probleme logisch zu analysieren und der Umgang mit Zahlen, Mengen und mentalen Operationen. Wen betrifft das? Mathematiker, Naturwissenschaftler und Computerfachleute.Dazu gehört aber auch die Fähigkeit zur Abstraktion, um Ähnlichkeiten zwischen Dingen zu erkennen: eine Fähigkeit, die man auch bei Philosophen findet.

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Sprachlich-linguistische Intelligenz

… findet man häufig in Berufen, die von einer hohen Sprachgewandheit profitieren: An Schriftsteller, Dichter und Journalisten denkt man da schnell, aber auch Juristen und natürlich Sprachwissenschaftler gehören dazu. Diese Form zeigt sich in treffsicherem Einsatz von Sprache, um eigene Gedanken auszudrücken und zu reflektieren. Die Fähigkeit sprachliche Feinheiten zu verstehen, wird ebenfalls zur sprachlichen Intelligenz gezählt.

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Räumlich-visuelle Intelligenz

Dieser Intelligenzform beschreibt ein besonderes Gespür für Maße, Räume und Entfernungen. Das gilt für große Strecken, aber auch für ganz kleine Bereiche wie z.B. beim Operieren in der Medizin. Nicht umsonst musste bis Ende der 90er jeder Medizinstudent den sogenannten Medizinertest bestehen, in dem es auch um das räumliche Vorstellungsvermögen ging. Interessanterweise gibt es den Test inzwischen wieder.

Wer hier eine Begabung hat, ist in der Lage seine Wahrnehmung in andere Maßstäbe zu übertragen und auch ohne Vorlage nachzubilden. Gardner sieht diese Begabungsform bei Architekten, Künstlern, Bildhauern, Schachspielern, Seefahrern und Kartographen.

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Musikalisch-rhythmisch Intelligenz

Hierunter versteht man die „Fähigkeit, Stücke zu komponieren und aufzuführen; ein besonderes Gespür für Intonation, Rhythmik und Klang, aber auch ein subtiles Gehör dafür“. Der Wissenschaftler vermutet, dass sie mit anderen Intelligenzen wie der sprachlichen, räumlichen oder kinästhetischen zusammenhängt. Vertreter dieser Intelligenz sind z.B. Dirigenten, Musiker und Komponisten.

Wenn man (unbewusst) schnell Dialekte und Akzente annimmt, ist das übrigens ebenfalls ein Zeichen für erhöhte Musikalität! Fühlen Sie sich also nicht sofort auf den Arm genommen, wenn jemand plötzlich Ihren Dialekt annimmt :-)

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Körperlich-kinästhetisch Intelligenz

Dazu gehört die besondere Beherrschung, Kontrolle und Koordination des Körpers und einzelner Körperteile wie man sie bei Tänzern, Sportlern, aber auch Chirurgen, Handwerkern und Künstlern finden kann.

Nachvollziehen kann das sicher jeder. Hier wird auch deutlich, dass eine hohe Begabung nicht automatisch zu einer HochLEISTUNG führt. Sicher kennen Sie Menschen, die ein außergewöhnlich ausgeprägtes Körpergefühl haben. Bewegung scheint ihnen ganz natürlich leicht zu fallen. Eine Hochleistung wird aber, wie bei einer musikalischen Begabung, nur mit viel Übung und Training erreicht.

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Naturalistische Intelligenz

Da kennen die Pfälzer sicher einige hochtalentierte Winzer… Es gibt ein besonderes Gespür für Wetter, Temperatur und die Pflanzen, welches das gewisse Etwas ausmacht und das man nicht einfach lernen kann. Auch das Erkennen globaler naturbezogener Zusammenhänge gehört dazu und ganz im Kleinen: ein „grüner Daumen“!

Außerdem beschreibt sie die Fähigkeit, Lebendiges zu beobachten und zu unterscheiden, sowie ein Gespür für Naturphänomene zu entwickeln. Man findet diese Intelligenzform häufig bei Bauern, Biologen, Botanikern, Forschern, Förstern, Tierärzten oder auch Köchen.

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Interpersonale (auch soziale) Intelligenz

… ist das besondere Einfühlungsvermögen in die Wünsche, Absichten und Motive seiner Mitmenschen: Empathie, einfühlsame Kommunikation und erfolgreiche Kooperation mit Anderen. Menschen mit einer ausgeprägten Begabung in diesem Bereich fällt es ausgesprochen leicht, das Gefühlsleben anderer Menschen nachzuempfinden und entsprechend darauf zu reagieren. Dazu gehört die Fähigkeit, zwischen Stimmungen, Temperamenten, Motiven und Absichten unterscheiden zu können und somit auch Spannungen zwischen anderen Menschen wahrzunehmen.

In der ausgeprägtesten Form ermöglicht diese Intelligenzform sogar verborgene Absichten und Wünsche anderer Personen zu erkennen und passende Strategien zu entwickeln.

Man findet diese Intelligenzform häufig bei Lehrern, Politikern, Therapeuten, Menschen in sozialen und beratenden Berufen und Schauspielern, aber auch Verkäufern und religiösen Führern.

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Intrapersonale Intelligenz

Diese Intelligenzform bezieht sich auf die Wahrnehmung der eigenen Emotionen und des dazu passenden Verhaltens. Menschen, deren intrapersonale Intelligenz besonders ausgeprägt ist, sind in hohem Maße in der Lage, sich selbst zu verstehen, ein realistisches und zur Lebenssituation passendes Bild der eigenen Persönlichkeit zu entwickeln und dieses Wissen erfolgreich im Alltag zu nutzen. Diese Intelligenzform eröffnet einen besonderen Zugang zu Selbsterkenntnis und den eigenen Gefühlen.

Hierzu gehört beispielsweise die Fähigkeit, ein Gefühl der Lust von einem Gefühl des Schmerzes zu unterscheiden und sich somit auf eine bestimmte Situation einzulassen oder sich ihr zu entziehen. Das ist eine Fähigkeit, die uns als Lebewesen das Überleben sichert. In besonders ausgeprägter Form erlaubt sie auf  höchster Ebene, bei sich selbst komplexe und höchst differenzierte Gefühle zu entdecken und zu symbolisieren.

Davon profitieren besonders Schauspieler, Schriftsteller und Künstler sowie Vertreter von Berufen, in denen hohe selbstanalytische Fähigkeiten verlangt werden, wie z.B. Supervision und Mediation. Wer seine Impulse kontrollieren kann, die eigenen Grenzen sehr fein wahrnimmt und geschickt mit den eigenen Gefühlen umgeht, hat laut Gardner wahrscheinlich eine hohe Intelligenz in diesem Bereich.

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Spirituelle/existenzielle Intelligenz

So, jetzt gehts um die „höheren Sphären“: Unter spiritueller (existenzieller) Intelligenz versteht Gardner die besondere Fähigkeit, grundlegende Fragen der Existenz zu erfassen und zu durchdenken. Diese Form wird in der Wissenschaft noch heiß diskutiert und als potentielle Intelligenz bezeichnet.

„Das Erfassen und Durchdenken von grundlegenden Fragen der Existenz. Es bedarf jedoch weiterer Belege, um zu bestimmen, ob es sich dabei um eine eigenen Intelligenz handelt“, relativiert der Wissenschaftler den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung dazu.

Spirituelle Führer wie der Dalai Lama und philosophische Denker werden zu den Vertretern dieser Intelligenzform gezählt.

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In der Wissenschaft wird seit einiger Zeit noch eine weitere Intelligenzform heiß diskutiert: die sogenannte kreative Intelligenz: Darunter wird die Fähigkeit zur kreativen Meisterschaft (Mozart), kreativen Neuerung (Sigmund Freud), kreativen Selbstbeobachtung (Virginia Woolf) und kreativen Einflussnahme (Mahatma Ghandi) eingeordnet.

Es gibt zu diesem Thema auch eine sehr interessante TV-Sendung von BR Alpha in der Sendereihe Geist & Gehirn zum Thema Multiple Intelligenzen. Hier geht es zwar schwerpunktmäßig um die richtige Förderung von Kindern, aber es kommt sehr schön heraus, dass jeder Mensch vielfältige Veranlagungen und Begabungen mitbringt, die sich bei entsprechender Förderung entfalten können (dürfen).

Als Erwachsener liegt es in unserer Hand, unsere Anlagen wahrzunehmen und ihnen einen Platz einzuräumen. Der Göttinger Neurobiologe und Hirnforscher ProfDr. Gerald Hüther sagt dazu sehr treffend:

Das Gehirn wird so, wie man es benutzt. Wenn wir unsere Begabungen also nicht fordern, werden sie sich ein Leben lang in Winterschlaf begeben. 

Andersherum stellt er aber auch sehr klar, dass es jederzeit und bis ins hohe Alter möglich ist, etwas zu lernen, ja auch etwas ganz Neues! Es gibt nur eine einzige Bedingung dafür. Aber die stelle ich Ihnen und Euch gerne in einem anderen Post vor.

Abendliche Grüße von

Juli Scheld

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Quellen:
  • Die Symbole wurden mir freundlicherweise vom Forum für Begabungsförderung und Unterrichtsentwicklung zur Verfügung gestellt (Verwendung mit freundlicher Genehmigung von www.begabung.ch)
  • Wikipedia-Übersicht zu Howard Gardners Theorie (Stand 17.5.2011)
  • TV-Sendung von BR Alpha, Geist & Gehirn, Folge 101 zum Thema Multiple Intelligenzen

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Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen.
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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