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Her mit der Blamage und wie man dadurch exzellente Arbeit leistet

15 Mär

von Ulrike Juli Scheld

„Wofür nehmen Sie denn diesen Stecker?” fragte ich den attraktiven Fremden vor mir in der Schlange. 

„Wie bitte?” antwortete er.

„Oh, ich hatte ihn gerade selbst in der Hand, habe ihn dann aber doch wieder zurückgestellt. Aber neugierig hat er mich doch gemacht.”

So ging es weiter. Sein Name war Christian und er spielt gerne Backgammon.

Auch wenn Sie es vielleicht anders vermuten: Ich habe nicht versucht, ihn anzumachen. Und ich war auch überhaupt nicht an seinem Einkauf interessiert. Mit völlig Fremden ins Gespräch zu kommen, ist eine Übung, die ich vor langer Zeit begonnen habe, um Ängste und Zweifel an meiner Arbeit zu überwinden.

Ja, Sie haben richtig verstanden: es ging um meine Leistungsfähigkeit.

Ich habe diesen Trick vor einiger Zeit gelernt, als ich vor einer Vorstandspräsentation stand und mir morgens schon innerlich die Knie zitterten. Wie viele Menschen drücke ich mich gerne vor solchen Auftritten. Aber diese Präsentation war wichtig.

Also entschied ich, dass ich mein Selbstvertrauen stärken muss. Ich dachte mir: Wenn von mir ein Auftritt vor Publikum erwartet wurde, müsste ich zuerst „nervös sein” üben und vorher noch jede kleine Gelegenheit zum Üben nutzen. Ich taufte diese Übung kurzerhand „meine Mini-Risiken”.

Als es nachmittags letztlich Zeit für meine Vorstellung war, fühlte ich mich wesentlich sicherer. Viel sicherer als ich gewesen wäre, wenn ich den ganzen Tag nur auf den großen Moment gewartet hätte. Ich hatte das Gefühl, meinen Tag selbst in die Hand genommen zu haben. Ich habe die Regie übernommen, genau wie ich es anschließend in meiner Rede getan habe…!

Ich habe dieses Experiment einige Male wiederholt und immer wieder den gleichen Effekt festgestellt: An Tagen, an denen ich einige „Mini-Risiken“ eingegangen bin, war ich wesentlich leistungsfähiger. Ich konnte mich besser konzentrieren und wurde nicht durch Angst oder Selbstzweifel von meiner Arbeit abgelenkt.

Und so einfach geht es:

Sie gehen Mini-Risiken ein, wenn Sie einem Wildfremden auf der Straße in die Augen schauen und ihn anlächeln, dem Kellner eine Frage zu seinem Leben stellen oder auf einer Party mitten im Raum stehen, wo andere Sie tatsächlich sehen könnten (!). Der Risikograd unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Was einen schüchternen Menschen nervös macht, erscheint einem extrovertierten Menschen problemlos machbar. Dieser Mensch muss entsprechend „größere“ Mini-Risiken eingehen.

Der Trick ist, Dinge zu tun, vor denen einem ein wenig mulmig ist, die aber immer noch machbar sind und einem nicht langfristig oder körperlich wehtun. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, auch wenn das nur ein simpler Augenkontakt mit einem Fremden auf der Straße ist.

Schätzen Sie Ihren aktuellen Wohlfühl-Level ein und gehen Sie ein klein wenig über die Grenze, an der Sie normalerweise anhalten.

Ein simpler Weg, diese Technik in die Tat umzusetzen: Gehen Sie Ihren Tag an wie immer und nehmen Sie Ihren Alltag in Angriff. Wann immer sich jedoch eine Gelegenheit bietet, in der Sie guter Dinge sind, übernehmen Sie die Führung, reden, bewegen sich oder tun etwas!

Egal ob Sie sich auf der Couch ausstrecken, einem Freund ein Kompliment für sein T-Shirt machen, eine Argumentation durch eine persönliche Geschichte unterstreichen oder Ihre Gefühle mitteilen – es gibt eine Million kleiner Momente während Ihres Tages, in denen Sie die Wahl haben zwischen Handeln und passiv bleiben. Achten Sie auf diese Gelegenheiten und werden Sie aktiv!

Betrachten Sie jedes kleine Mini-Risiko als einen Gewinn, egal wie andere Menschen darauf reagieren. Das ist wichtig! Diese Übung zielt nur aufs Handeln ab, nicht auf die Ergebnisse!

Wenn Sie etwas riskieren, gewinnen Sie! Basta.

Noch wichtiger ist: sammeln Sie diese kleinen Siege. Klopfen Sie sich auf die Schulter, wenn Sie ein Mini-Risiko eingegangen sind. Betrachten Sie jedes Risiko als einen Erfolg an sich und sammeln Sie den nächsten ein, um Ihr Selbstvertrauen weiter zu stärken.

Wenn es um gefühlt große Einsätze geht (wie z.B. eine Geschäftsidee, die jeder für verrückt hält oder Ihren ersten Bühnenauftritt), haben wir oft das Gefühl, dass es nicht in unserer Hand liegt, ob wir Erfolg haben oder versagen. Das Eingehen von Mini-Risiken erinnert Sie daran, dass Sie sehr wohl die Kontrolle über Ihre Leistung und die Auswirkung auf Ihre Umwelt haben.

Es gibt Ihnen das Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten zurück.

Sie beweisen sich selbst, dass Sie mit den Dingen umgehen können, die sich Ihnen in den Weg legen. Selbst wenn Sie nicht sofort alles wissen (ja, Sie dürfen auch ein kompletter Anfänger sein!), werden Sie einen Weg finden.

Also nein, ich hatte kein weitergehendes Interesse an Christian (obwohl er sehr nett ist und immer mal wieder meinen Weg kreuzt). Mit dem Ansprechen eines völlig Fremden habe ich mir bewiesen, dass ich mit Peinlichkeit und Unsicherheit umgehen kann; im Kontakt mit anderen Menschen und auch generell in meinem Leben.

Nachdem wir ein paar Minuten geredet hatten, machte ich es mir mit meinem Chai gemütlich, lächelte und kehrte entspannt(er) zu meiner Arbeit zurück.

Was denken Sie? 

Gehen Sie im Kontakt mit Anderen jemals „Mini-Risiken” ein, um sich selbst über Angst und Selbstzweifel an Ihrer Arbeit zu helfen? 

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld
*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit angeblich zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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Perle: Was uns wirklich bewegt

15 Feb

Heute habe ich einen kurzen (englischen) Animationsfilm für Sie aufgestöbert, der einen Vortrag von Dan Pink an der Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce (RSA) in London veranschaulicht.

Dan Pink erklärt hier — wunderbar unterlegt durch griffige Bilder — was hinter dem Begriff Motivation steckt und was uns privat und im Beruf wirklich antreibt.

Was uns bewegt, bewegt mich gerade sehr :)

Ein kurzer Gruß aus dem Schneetreiben vom See und viel Spaß beim Anschauen!

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

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EMOTION für Vielbegabte

25 Jan

von Ulrike Juli Scheld

Ein toller Start ins neue Jahr:

emotion-Coach für Vielbegabte

Die Zeitschrift EMOTION hat mich als EMOTION-Coach für Vielbegabte in ihren Coaching-Pool aufgenommen!

Dazu gibt es im aktuellen Heft den Artikel Mein Kind ist klüger als ich zum Thema Hochbegabung:

Mit einem Jahr konnte Beeke Mülle in ganzen Sätzen sprechen, mit sieben die Relativitätstheorie erklären. Für ihre Mutter Tomke war klar: Meine Tochter ist anders. Unklar war, wie sie damit umgehen soll.   → weiterlesen

Ich freue mich!

Und welche neuen, spannenden Dinge hält das Jahr für Sie bereit? Was hat sich schon getan? Meldet sich Ihre Stimme im Hinterkopf?

Freuen Sie sich auf dieses Jahr: Es ist Zeit für Neues!

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

Professors Weihnachtsbrief

18 Dez

von Ulrike Juli Scheld

Der bekannte Professor für Neurobiologie Prof. Dr. Gerald Hüther greift in seinem Weihnachtsbrief für 2011 auch Dinge und Themen auf, die mir besonders am Herzen liegen. Die für mich wichtigsten stelle ich Ihnen heute vor:

1) Das Gehirn wird so, wie und wofür man es mit Freude und Begeisterung benutzt.

Wir wissen alle, wie leicht uns das Lernen fällt, wenn es um ein Thema geht, das uns wirklich interessiert. Nicht das Alter erschwert das Lernen, sondern die nachlassende Begeisterung für neue Themen. Ich kenne 75jährige, die mühelos neue Dinge lernen: wenn das Interesse da ist, dann gibt es kein “Was Hänschen nicht lernt, …”. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung.
Wenn Sie ein Thema begeistert, dann packen Sie es an! Es ist nie zu spät!

2) Entscheidend prägt uns nicht das Sollen, sondern das Wollen.

Es gibt ein inneres, eigenes Interesse, dass sich unabhängig von äußeren Einflüssen bildet. Dieses Interesse bezeichne ich als die „kleine Stimme im Kopf“. Mein liebstes Zitat dazu stammt von Duane Michals:

Trust that little voice in your head that says „Wouldn´t it be interesting if…“ and then do it!

Professor Hüther plädiert daher dafür, einander einzuladen, zu ermutigen und zu begeistern, immer wieder neue, günstigere Erfahrungen mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit all dem, was uns umgibt, zu machen. Wem das nicht gelingt (mit anderen Menschen oder auch im Umgang mit sich selbst), dem lege ich u.a. Petra Bocks neues Buch „Mindfuck“ ans Herz. Die Buchempfehlung dazu finden Sie auf meiner Website.

3) Der Maßstab der optimalen Leistungserfüllung passt nicht mehr.

Besonders spannend finde ich Professor Hüthers Aussagen über High Potentials, die aufgrund der erreichten Zensuren und Abschlüsse als künftige Spitzenreiter gelten. Sie haben erfolgreich gelernt, wie sie in unserem Leistungssystem optimale Ergebnisse erzielen. Mit dem Berufseinstieg werden sie häufig zum ersten Mal mit Unsicherheit und Misserfolg konfrontiert.

Aus umworbenen Berufseinsteigern werden von einem Tag auf den anderen unsichere Anfänger in einem hochkomplexen Arbeitsalltag mit unvertrauter Hierarchie. Sie erleben zum ersten Mal Konkurrenz, die gleich gut oder sogar besser ist. Plötzlich stehen nicht mehr automatisch alle Türen offen. Stattdessen steht die eigene Karriere auf dem Prüfstand.

Sie wissen, dass dies das Umfeld ist, in dem ich mich im letzten Jahrzehnt beruflich bewegt habe (siehe auch mein Werdegang). Aufgrund der langjährigen Erfahrung sehe ich das Thema High Potentials aus mehreren Perspektiven: Ich begegne Menschen, …

  • … die unter der beruflichen Belastung die eigenen Ziele und Wünsche aus den Augen verlieren. Sie geraten aus der Balance, vernachlässigen ihr privates Leben und ihre Gesundheit und brennen im schlimmsten Fall aus.
  • … die keinen Plan B haben zur bislang schnurgeraden Karriere. Sie sind bei einem Misserfolg und bei Enttäuschungen häufig völlig überfordert, da sie dies vorher noch nie erlebt haben.
  • … deren Selbstbewusstsein trotz Bestnoten noch nicht ausgeprägt genug ist, um sich in einer Konkurrenzsituation oder unter Druck erfolgreich behaupten zu können.
  • … die sich eine eigene erfolgreiche Karriere aufgrund dieser scheinbar unerreichbaren Vorbilder nicht zutrauen. Sie resignieren oft unnötig früh, weil der Erwartungsdruck an sich selbst und von außen zu hoch erscheint.
  • … die an Problemstellungen scheitern, bei denen es um mehr geht als pure Wissensaneignung und -wiedergabe. Sie sind überfordert, weil sie plötzlich kreative Lösungsansätze entwickeln müssen.
  • … die sich als Einzelkämpfer erfolgreich bewährt haben. Gemeinsames Arbeiten, das Teilen von Wissen, gegenseitiges Motivieren und Einstehen für das Ergebnis empfinden sie als höchst irritierend und lehnen es ab.
  • … denen das Korsett des vorgegebenen Karrierewegs (Tempo, Inhalte, Ablauf, zugewiesene Rolle) zu eng oder zu weit ist, obwohl sie als absolute Wunschkandidaten angesehen werden. Sie benötigen mehr oder viel weniger Zeit als ihre Konkurrenz. Sie brauchen mehr oder sogar viel weniger „Betreuung“. Sie wollen schneller Verantwortung übernehmen oder brauchen die Freiheit, sich ein eigenes neues Feld zu erschließen. Diese oft herausragenden Hoffnungsträger suchen sich einen anderen Rahmen und gehen unflexiblen Unternehmen verloren.

Zudem wird sowohl im Bildungssystem als auch in streng hierarchisch organisierten Unternehmen häufig vernachlässigt, essentielle Stärken von Führungskräften zu entwickeln, die beim Aufstieg nicht automatisch und über Nacht vorhanden sind. Dazu gehören Eigensinn und die Bereitschaft, neue Weg zu gehen und neue Lösungen zu suchenBestnoten in Schule und Berufsausbildung galten lange Zeit als optimale Vorbereitung und Garant für eine erfolgreiche Karriere.

Die Lebens- und Berufswelt hat sich verändert und noch gibt es keine aussichtsreiche Alternative. Hier sieht Professor Hüther die größte Herausforderung für unsere Gesellschaft:

4) Wir müssen eine neue Ausbildungskultur erschaffen und neue Bewertungskriterien zulassen.

Besonders interessant wird dieser Wandel dadurch, dass er auch von den Menschen mitgestaltet werden soll und muss, die im bisherigen System erfolgreich geworden sind. Für sie ist es oft schwer nachvollziehbar, dass die Welt anders zu ticken beginnt. Professor Hüther sagt dazu

Um mehr Zitronensaft zu gewinnen, reicht es eben nicht, immer bessere und immer effektivere Zitronenpressen zu entwickeln. Man müsste stattdessen versuchen, viele kleine Zitronenbäumchen zu pflanzen und groß zu ziehen. Das fällt vor allem all jenen besonders schwer, die ihr ganzes bisheriges Leben mit Versuchen des besseren und effektiveren Auspressens von Zitronen verbracht haben. Aber die Zeit ist reif für all jene, die auch schon bisher anders unterwegs waren.

  • Dazu gehört für mich die Förderung Ihrer individuellen Stärken und Begabungen, auch wenn sie nicht in ein Schulfach oder in den normalen Rahmen passen!
  • Dazu gehört das aktive Achten auf Dinge, die Ihre Begeisterung wecken!
  • Dazu gehört das Begreifen und Zulassen von Querdenkern, Unangepassten und Menschen, die nicht ins Schema F passen (oder passen wollen)!
  • Dazu gehört das Zulassen Ihres individuellen Lerntempos – schneller und langsamer, aber nicht zwingend in Nummern eingeordnet!
  • Und (ganz wichtig): Dazu gehört unser aller Offenheit für engagierte Quereinsteiger und die Stärken von ungeraden Lebensläufen!

Ich denke ebenfalls, dass man die laufende Entwicklung nicht länger ignorieren kann. Wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten, das MEHR an Potential zu verlieren, das Menschen in die Welt mitbringen – egal wo dieses Potential sich zeigt (mehr hierzu finden Sie in meinem Blog-Post Begabung ist nicht nur schreiben und rechnen). Dafür leiste ich gerne aktiv meinen Beitrag und engagiere mich für eine neue Lebenskultur.

In diesem Sinne schließe ich mich gerne und von Herzen an Professors Weihnachtsbrief an und wünsche Ihnen eine ruhige Weihnachtszeit mit Zeit für sich und Ihre Lieben, mit Ruhe für die innere Stimme und viel Energie und Zuversicht für das kommende neue Jahr 2012!

Prof. Dr. Gerald Hüthers Weihnachtsbrief im Original

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Menschen mit viel Potential und zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

Biete Prestigeverlust. Suche Lebensglück!

26 Nov

von Ulrike Juli Scheld

Berufseinsteiger von heute sind nicht mehr bereit, zugunsten der Karriere ihr Leben und ihre privaten Wünsche hintenan zu stellen; zumindest nicht mehr im bisher gültigen Maß. Diesen Trend beobachte ich schon seit einigen Jahren aufmerksam.

Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Personalpolitik an diesen Wandel anzupassen und neue Konzepte zu entwickeln. Andernfalls suchen sich ihre exzellent ausgebildeten Nachfolger, High Potentials und Hoffnungsträger flexiblere Rahmenbedingungen und gehen.

Die Menschen, die heute Entscheidungspositionen besetzen, tun sich damit häufig sehr schwer. Sie haben in einem völlig anderen Wertesystem Karriere gemacht und waren oft bereit, im privaten Bereich große Beschränkungen hinzunehmen.

Dass sich dieser „Trend“ jetzt auch auf die Menschen ausweitet, die „etwas erreicht“ haben, finde ich nur logisch. Hierzu erschien gerade ein hochinteressanter Artikel auf dem Karriereportal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche, den ich Ihnen auch auf der Facebook-Seite von VIELBEGABTE schon empfohlen habe.

Ich kann mich gut an ein Gespräch mit einem Menschen erinnern, der die höchste Position erreicht hat, die er in seinem Beruf und seiner Branche einnehmen kann. Er hatte sogar einen Weg gefunden, den normalen Gipfel noch einmal aufzustocken.

© Irene Brischnik

Haben Sie schon mal gesehen, wie sich das Gesicht eines Menschen verändert, wenn ihm plötzlich aufgeht, dass sein Ziel ihn nicht glücklich machen wird, obwohl er alles dafür gegeben hat? Wenn er ganz oben angekommen ist und  sich die versprochene Zufriedenheit nicht einstellt?

Mich hat das tief beeindruckt, und ich musste oft an unser Gespräch denken, wenn ich ihm begegnet bin.

Dann den zweiten Schritt zu gehen, sich aktiv für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu interessieren und sie so ernst zu nehmen, dass man sich ein neues Ziel sucht:

Das erfordert Mut.

Hut ab vor den Menschen, die hier sehr bewusst eine Entscheidung zu mehr Zufriedenheit getroffen haben!

Ich bin überzeugt, dass hier eine entscheidende Weiche für unsere Zukunft liegt: Im richtigen Beruf können wir unsere Talente einsetzen, wir können unsere Stärken einbringen und einen Sinn in unserer Arbeit sehen. Auch und gerade weil auch die anderen Dinge einen Platz erhalten, die uns neben dem Beruf als Mensch ausmachen: Wünsche, Bedürfnisse, Werte, Beziehungen, Kinder, Freunde und Interessen!

Das ist keine Luxusidee und kein Wunschdenken. Nein, im Gegenteil: Wir stehen vor einem großen demographischen Wandel, der auch den Arbeitsmarkt neu ausrichten wird. Ab 2017 werden wir einen starken Mangel an Fachkräften erleben, der das Thema Arbeitslosigkeit in den Hintergrund treten lässt; zumindest für Menschen mit einem qualifizierten Schulabschluss. Die freie Marktwirtschaft richtet sich nach ihrer knappsten Ressource, und das wird künftig der Arbeitnehmer sein.

Treiben wir es also ruhig mal auf die Spitze:

Wenn Sie wüssten, dass es Ihnen auf jeden Fall gelingt: Was würden Sie beruflich machen? 

> Mehr Unterstützung dazu finden Sie in der Frage der Fragen!

*

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
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Quereinstieg: Quer wird mehr

22 Nov Quereinstieg

Quereinsteiger werden immer mehr geschätzt: Was für unsere Eltern und Großeltern noch undenkbar war, wird zu unserer Realität! 

Das Staufenbiel-Portal hat gerade einen hochinteressanten Artikel dazu veröffentlicht.

Lassen Sie sich nicht verunsichern durch die Zweifler in Ihrem Umfeld.

Die Menschen aus Familie und Bekanntenkreis sprechen mit bestem Gewissen und meinen es gut mit Ihnen. Aber sie sehen die Berufswelt aus ihrer eigenen Perspektive. Die Realität für Menschen, die heute 20, 30, 40 Jahre alte sind, hat sich jedoch massiv verändert: Die Berufswelt steckt bereits seit ein paar Jahren in einem großen Umbruch. Die FRAGE DER FRAGEN verliert ihre Bedeutung bzw. ist ohnehin die größte Lüge, die Ihnen bisher wahrscheinlich erzählt wurde!

Trauen Sie sich einen Blick in die Ecke ihre Kopfes, in der Ihre Wünsche verstaut sind!

Bei manchen gleicht die einer Schublade, die so vollgestopft ist, dass sie kaum zu geht.
Bei anderen ist es eine verbotene Tür oder ein zugewachsener Weg mit dichtem Gestrüpp…

Wie auch immer sie bei Ihnen aussieht: hier warten ihre Wünsche, Begabungen und Talente. Und die sind erfahrungsgemäß sehr hartnäckig und können sich zu einer richtig nervigen, nagenden Stimme im Hinterkopf entwickeln!

Ich würde ja sofort etwas anderes machen, wenn ich nur wüsste was!

Wenn Sie sich mit solchen oder ähnlichen Gedanken herumschlagen, könnte die FRAGE DER FRAGEN für Sie interessant sein, oder auch der zweite Teil. Mehr dazu kommt diese Woche!

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
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Die Frage der Fragen – Teil 2

16 Nov

Letzte Woche durfte die FRAGE DER FRAGEN nach der wahren Bestimmung des Lebens noch einmal richtig zum Zug kommen.

Beliebte Varianten, die meine Klienten häufig mitbringen und Ihnen vielleicht auch bekannt vorkommen, hören sich so an

  • Ich kann nur sagen, was ich nicht will. Ich möchte endlich ankommen!
  • Wie finde ich den Job, der mich glücklich macht?
  • Was soll ich, um Himmels willen, mit meinem Leben anfangen?
  • Muss ich das wirklich für immer machen?

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie beklemmend diese Fragen sein können. Ich kann Ihnen auch viele Wege verraten, wie Sie sich von diesen Fragen ablenken können… Hier geht es aber nicht ums Ablenken. Sie wollen ja schließlich eine Antwort!

Die ehrliche Nachricht zuerst: Ich weiß Ihre Antwort nicht. Aber ich weiß aus langer Erfahrung, dass Sie Ihre Antwort kennen! Vielleicht ist sie noch ganz klein und eher eine Idee als eine Antwort? Vielleicht ist sie auch riesengroß, aber mit Gegenargumenten gepflastert? Meistens ist es eine Mischung: Dinge, die wir früher gerne gemacht haben. Dinge, die uns leichter fallen als anderen. Dinge, die immer wieder auftauchen in unserem Leben.

Wenn Sie jetzt nach einem dazu passenden Beruf schauen, sind Sie schon zu weit! Dann sind Sie wieder bei der FRAGE DER FRAGEN angelangt.

Die wichtige Nachricht als zweites: Wir sind letzte Woche schon darauf gekommen, dass DIE FRAGE eine große Lüge ist; vielleicht die Größte, die Ihnen bisher erzählt wurde.

Und wir sind zu einer viel effektiveren Frage gelangt:

Welche Dinge möchten Sie in Ihrem Leben erfahren und erleben?

Bitte tun Sie mir (aber vor allem sich selbst!) einen Gefallen: Gönnen Sie sich einen kleinen, feinen Luxus. Erlauben Sie sich heute 15 Minuten ganz für sich. Egal wo. Der Luxus besteht darin, dass es Ihre Zeit ist.

Also suchen Sie sich einen schönen Platz im Café, im warmen Auto oder zuhause in Ihrem Lieblingssessel – am Fluss oder See, mit weitem Blick oder unter Ihrer Bettdecke.

Zwei Bedingungen: 15 Minuten für Sie und Pause für alle Gegenargumente!

Um Ihre Gegenargumente kümmern wir uns in Teil 3. Keine Sorge, alles darf seinen Platz haben! Aber jetzt sind erst einmal Sie dran.

*

Erstellen Sie Ihre Wunschliste  

  • Was würden Sie tun, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden? Mit was würden Sie Ihr Leben füllen?
  • Wie würde Ihr idealer Tag aussehen – vom Aufstehen bis zum Einschlafen? Was würden Sie tun? Wer wäre dabei?
  • Was darf auf Ihre Liste von Dingen, die Sie vor Ihrem Tod ausprobieren wollen?

Werden Sie richtig schön konkret!

Es ist nicht wichtigwieso Sie etwas tun wollen.

Wichtig ist, wie es sich anfühlen wird.

Stellen Sie sich also nicht die Million auf Ihrem Konto vor, sondern überlegen Sie lieber, was Sie mit dem Geld anstellen würden. Würden Sie um die Welt reisen? Würden Sie Ihren eigenen Laden eröffnen? Oder ein Buch schreiben? Was auch immer es ist: schreiben Sie auf, was Sie genau machen wollen, lebendig und mit allen Extras, die Ihnen gerade einfallen!

Was meinen Sie, wie es Ihnen geht, wenn Sie z.B. den vierten Punkt Ihrer Wunschliste in Ihr Leben bringen? 

Auf  meiner Liste stand an Punkt vier bis letztes Jahr „Ich will am Catering für ein großes Fest mitwirken!“ Verrückte Wünsche, die manchmal entstehen… das hat ja nichts mit Deinem Beruf zu tun… und eigentlich auch nicht mit Ihnen! Du solltest besser xyz machen… was hast Du wieder für seltsame Ideen… 

Aber der Wunsch war da und nicht erst seit gestern. 

Inzwischen weiß ich, wie sich mein Wunsch wirklich anfühlt. Dazu habe ich tolle Menschen kennengelernt, ein großes Thanksgiving Diner für fast 100 Menschen vorbereitet und ein wunderbares Fest miterlebt. Und drumherum gab es jede Menge Informationen, Kontakte und neue Ideen für mich und Sie. Ja, auch Sie! Der Wunsch ist zur Ruhe gekommen, und es sind geniale neue Dinge daraus entstanden, die mein Leben und meinen Beruf bereichern!

Aber zurück zu Ihnen: Das ist erst einmal alles, was Sie machen müssen.

Wenn Sie erst einmal wissen, welche Dinge (Plural!) Sie eigentlich machen wollen in Ihrem Leben, dann können Sie darüber nachdenken, wie Sie Ihre Liste finanzieren. Nicht andersherum! Sie werden entdecken, dass der finanzielle Teil meist nicht so schwierig ist, wie zunächst vermutet.

Es gibt viele Einnahmequellen neben dem traditionellen Brotberuf: freie Mitarbeit, Teilzeit- und Nebentätigkeit, die wiederum Zeit für die Dinge auf Ihrer Liste lassen, Selbständigkeit oder auch eine strategisch klug verhandelte Vollzeitanstellung. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns viel mehr Möglichkeiten bietet als noch unseren Eltern oder Großeltern. Viele Kombinationen und Möglichkeiten stehen uns offen. Und ganz normale Menschen wie Sie und ich leben genau so: auch ohne besondere Mittel, außergewöhnliche Fähigkeiten oder eine nennenswerte Erbschaft in der Hinterhand.

Ich gebe jedoch zu, dass dies eine gewisse Aufgeschlossenheit von Ihnen fordert. Sie müssen bereit sein, sich Ihre Einstellung zu Geld und Arbeit anzusehen. Sie müssen zumindest darüber nachdenken, ob es zu Ihnen passende Alternativen gibt, zu dem, was wir von klein auf gehört haben:  dass Sie zur Schule gehen, einen Beruf lernen, eine Anstellung bekommen und dann, mit 67 Jahren, das Leben Ihrer Träume zu verwirklichen.

Wenn Sie sich mit weiteren Gegenargumenten herumschlagen:

Wir werden uns nächste Woche in Teil 3 ansehen, was passiert, wenn Sie über Ihren Tellerrand hinausschauen. Lassen Sie die Argumente bis dahin ruhen. Schauen Sie noch mal auf Ihre Liste, wenn Sie Zeit haben. Nehmen Sie in dieser Woche erst mal nichts wieder runter, sondern ergänzen Ihre Liste nur.

Ich werde Ihnen hier im Blog Unterstützung zukommen lassen, wo ich nur kann und Ihnen zudem Menschen vorstellen, die eine völlig andere Einstellung zu diesen Dingen haben. Sie sind lebende Beispiele dafür, dass man die bislang gültigen Regeln auf den Kopf stellen und eigene Ziele und Wünsche in das heutige Leben integrieren kann. Wie das genau aussieht, sehen Sie dann hier.

Beginnen Sie erst einmal mit Ihren Zielen.

  • Was wollen Sie machen?
  • Wobei leuchten Ihre Augen?
  • Welche Dinge wollen Sie vielleicht irgendwann einmal ausprobieren?
  • Denken Sie auch über Ihren eigenen Tellerrand hinaus: was würden Sie gerne verändern an bzw. in der Welt um Sie herum?
  • Wen wollen Sie unterstützen?
  • Zu welchen Lösungen würden Sie gerne Ihren Teil beitragen?

Trauen Sie sich, Ihre Idealvorstellung zu beschreiben – nicht eine praktikable Version Ihrer Wünsche!

Zugegebenermaßen etwas makaber, aber stellen Sie sich ruhig vor, Sie sind (stein)alt, liegen im Sterben und blicken auf Ihr Leben zurück.

  • Was hinterlassen Sie?
  • Was haben Sie erreicht und getan in Ihrem Leben?

Verschieben Sie nichts, was Sie bereuen würden.

Was halten Sie davon? Und was gehört zu den Dingen, die Sie gerne einmal machen würden?

> Fortsetzung im 3. Teil

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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