Schlagwort-Archiv: Angst

Wag es ja nicht!

23 Jun

Es gibt ein Phänomen, das jedes Mal auftritt, wenn Sie einem Wunsch nachgehen, der Ihnen wirklich etwas bedeutet. Ihre Angst versucht ständig, Sie an jeder Ecke anzuhalten und zur Umkehr zu bewegen. Was auch immer es kostet.

Woran liegt das?

Je wichtiger, desto mehr Widerstand

Je wichtiger Ihnen etwas ist, desto mehr Widerstand meldet sich. Ich rede hier nicht von rational überprüfbaren Dingen, die Sie bei einer Entscheidung mit bedenken und einbeziehen müssen, wie z.B. genügend Geld für die Traumreise oder Ihren Gesundheitszustand für den Lauf eines Marathons. Nein, ich rede von den kleinen, fiesen Kommentaren in Ihrem Kopf, die laut werden, sobald Sie sich ernsthaft mit einer Veränderung beschäftigen.

Viele Menschen haben zu diesem Thema etwas geschrieben. Einige nennen es Widerstand, andere nennen es Selbstregulation, Schweinehund, den inneren Kritiker, Petra Bock bezeichnet es als Mindfuck und Seth Godin nennt es Lizard Brain… Dahinter steckt der Wunsch, nichts zu tun. Nichts zu verändern. Im gemütlichen und vertrauten Umfeld zu bleiben. Nichts zu riskieren – und am wenigsten die eigene, gefühlte Sicherheit! Mir gefällt besonders das Bild vom Lizard Brain, dem Stammhirn bzw. limbischen System.

Lizard Brain – dieser winzige kleine Teil Ihres Gehirns hat nur vier Dinge „im Kopf“:

Ich habe Hunger! Ich habe Angst! Ich will, dass es mir was bringt! Ich will mich fortpflanzen!

Der Marketing-Guru Seth Godin gibt diesem primitivem Gehirnteil die Schuld an unserer Selbstsabotage und erklärt das in seinem Vortrag (den Sie hier anschauen können) folgendermaßen:

The idea of the lizard brain is this: It is hungry, it is scared, it is selfish, and it is horny. That’s its job. And that’s all it does. All they care about is, “How am I going to survive? How am I going to have kids? Get me out of here!”… Every single time we get close to „shipping“ [that is, completing and delivering a project], the lizard brain speaks up. The lizard brain says, „They’re gonna laugh at me.“ The lizard brain says, „I’m gonna get in trouble.“ The lizard brain is screaming at the top of its lungs. So what happens is, we don’t do it. We sabotage it. We hold back. We have another meeting. You don’t need to be more creative. All of you are actually too creative. What you need is a quieter lizard brain.

1000 gute Gründe

Meine Klienten bringen mir die wunderbarsten Begründungen, warum ALLES dagegen spricht, dass sie GERADE JETZT aktiv werden. Und ganz ehrlich: ich finde diese Listen toll und hochkreativ! Unser Gehirn ist wirklich ausgesprochen phantasievoll, wenn es darum geht, uns in Sicherheit zu bringen!

Ich muss erst noch etwas anderes fertig machen. Ich bin nicht gut genug. Ich bin überqualifiziert dafür. Ich bin zu schlecht, von mir kann man das nicht erwarten. Meine Freunde haben mich schon so lange nicht mehr gesehen. Ich habe eine Familie zu versorgen. Ich kann mir das nicht leisten. Was sollen die Anderen denken. Ich werde mich blamieren. So gut wie der werde ich nie. Das geht bei uns sowieso nicht. Mein Chef wird das nicht erlauben. Ich muss in seine Fußstapfen treten. Ich habe doch keine Wahl. … usw. usw.

Sehen Sie, wie phantasievoll Ihr Gehirn ist? Nur um sie vor einer möglichen Gefahr zu schützen. Und alles, was das „Lizard Brain“ nicht kennt – also alles, was neu und ungewohnt ist – bedeutet Gefahr!

Kennen Sie das bei sich?

Was schieben Sie vor sich her?

Ihre Ulrike Juli Scheld * Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen.  Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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Morgen fang ich sicher an!

25 Mai

Aufschieberitis  – wer kennt das nicht. Steuererklärung oder der platte Fahrradreifen, eine anstehende Prüfung oder auch das überfällige Gespräch mit dem Chef…

Unangenehmes bleibt gerne mal liegen.

Einen interessanter Artikel zur Aufschieberitis, in diesem Fall am Beispiel von Studenten ist in der ZEIT Online erschienen. Viel Spaß beim Lesen!

Viele Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld  

Nicht fertig und schlecht drauf

23 Mai
Und weiter gehts mit dem Thema der Woche: das Aufschieben von Dingen, die eigentlich gemacht werden müssen. Die man auch eigentlich machen will! Und die trotzdem liegenbleiben.

Warum ist das so? Was steckt dahinter und was können Sie tun, wenn Sie sich hier wiedererkennen?

Wir haben hier gestern schon darüber diskutiert, ob eine Therapie der richtige Weg ist, wenn man Dinge vor sich herschiebt. Ja und nein, denke ich. Es macht einen sicher nicht zu einem Kranken (d.h. heilungsbedürftigen) Menschen, wenn man mal Dinge vor sich herschiebt. Manches macht einfach keinen Spaß – da ist verlockend, es noch einmal zu verschieben. Oder es gibt Wichtigeres, egal ob beruflich oder privat!

Aber ich will doch eigentlich!?

Interessanter wird es für mich schon, wenn ein Mensch etwas vor sich her schiebt, indem er wie ein gegenpoliger Magnet ausweicht. Da steckt oft etwas anderes dahinter als Bequemlichkeit oder Streß. Oft geht es dann um mehr als das Abhaken einer Pflicht. So kann es z.B. sein, dass sich das Unterbewusstsein gegen das gesteckte Ziel wehrt. Weil es gar nicht das eigene Ziel ist. Oder weil mit dem Fertigwerden ein neue Situation entsteht, die Angst macht oder eine unangenehme Konsequenz mit sich bringt.

Interessanterweise „befällt“ die Aufschieberitis Menschen gerne kurz vor einem Abschluss, besonders auffällig vor bei Studenten kurz vorm Studienende. Da bleiben Arbeiten liegen, Prüfungen werden zurückgezogen, es werden unglaublich interessante Zusatzfächer entdeckt, die Wohnungen sind plötzlich blitzsauber und auffällig viele Frauen werden schwanger… Was steckt dahinter??

Das ist keine Bequemlichkeit!

Wahrscheinlicher ist, dass im Mensch ein Konflikt tobt, der mehr oder weniger unbemerkt seinen Tribut fordert. Der innere Schweinehund feiert eine Party. Engelchen und Teufelchen sitzen auf den Schultern. Solche Bilder kennen Sie sicher auch, oder? Manchmal ist es Angst, zu versagen: in der Prüfung, bei der Suche nach einer Stelle, beim Berufseinstieg. Andere protestieren unbewusst gegen ein Berufsziel, das ihnen selbst eigentlich gar nicht entspricht. Wieder andere haben schlichtweg Angst, wie es nach dem Studium eigentlich weitergehen soll. Oder, oder… es gibt viele Gründe, die hinter „Aufschieberitis“ stecken können.

Das alles macht einen noch lange nicht zum therapiebedürftigen (also „heilungsbedürftigen“) Menschen. In letzter Konsequenz kann das permanente Verschieben von Aufgaben, das ständige schlechte Gewissen und die fehlenden Erfolgserlebnisse jedoch krank machen. Dann ist eine Therapie eine gute Hilfestellung.

Vorher gibt es jedoch einiges, was Sie tun können:

Zunächst sollten Sie klären, was hinter dem Aufschieben steht!

Sie können viel lernen über Organisation und Zeitmanagement, über Lerntechniken und Brainstorm-Techniken. Sie können sich Unterstützung suchen für Dinge, die Sie nicht unbedingt selbst erledigen müssen. Das verschafft Ihnen mehr Zeit und Ruhe und eine Struktur.

Wenn Sie jedoch die Orientierung verloren haben, nicht mehr klar sehen, Entscheidungen vor sich herschieben und Kompromisse schließen, mit denen Sie unzufrieden sind, wenn Sie Angst haben, zu versagen und sich den Anforderungen des Lebens nicht mehr gewachsen fühlen, wenn Sie das Gefühl haben, in einer Sackgasse zu stecken oder vor einem scheinbar unüberwindlichen Berg von Problemen stehen und sich entmutigt oder gelähmt fühlen: dann steckt oft mehr hinter dem Aufschieben!

Der neutrale Blick von außen

In diesem Fall schafft ein Gespräch Klarheit. Oft geht es einfach nur um eine Richtungskorrektur, fern von Therapie und der Suche nach Ursachen. Das kann ein wohlmeinender Mensch aus dem eigenen Umfeld sein oder auch ein guter Coach, der sich mit diesen Themen auskennt. Wichtig ist, dass Sie wieder klar sehen und nach vorne schauen können! Wenn Sie wissen, was Sie selbst wirklich wollen, können Sie gute Entscheidungen für sich fällen und kommen wieder in Bewegung. Und das fühlt sich richtig gut an!

Ich biete den geschulten, neutralen Blick von außen. Ich höre zu, kläre, ordne, öffne Ihren Blick nach vorne, damit Sie Entscheidungen treffen können und die Dinge wieder in Bewegung kommen. Erstaunlicherweise geht das oft recht schnell. In nur ein bis zwei Terminen kann man eine Struktur erkennen, die Ihrem eigenen Leben und Motiven entspricht.

Melden Sie sich zu einem kostenlosen Vorgespräch an: Sie erreichen mich unter 06233-1700176.

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld
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Mehr Informationen zum Thema: 

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Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Menschen mit viel Potential und (angeblich zu) vielen Ideen. 
KontaktTel. 06233 1700 176; kontakt@vielbegabte.de 

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