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Futter für die Scannerseele: Shoot the Food

22 Apr

08 BrotWer mich kennt, weiß auch um meine große Liebe: frisches BROT! Mmmh, wie das duftet! Einfach wunderbar!! Selbst auf Reisen stecke ich den Kopf in jede Bäckerei und sammle gute Adressen. Selbstgebackenes Brot kannte ich aus meiner Kindheit – zum einen die Versuche meiner Mutter während der obligatorischen 80er-Jahre-Vollkornphase (ihr O-Ton: „aus den Steinchen hätten wir ein Haus bauen können“), zum anderen den regelmäßigen Großbacktag einer befreundeten Bauernfamilie, die eine ganze Badewanne voller Teig im hofeigenen Holzofen in Stapel duftender Riesenlaibe verwandelte. Im Alltag gab es zum Glück unseren Bäcker Bender…

Brot selbst zu backen war für mich lange kein Thema. Ich kann nicht mehr genau sagen, wann sich das geändert hat. Ich mochte irgendwann das gekaufte Brot nicht mehr: zu labberig, schnell trocken, es schmeckte nach nichts. Zudem hatte ich verletzungsbedingt plötzlich viel Zeit und vor allem

Lust auf richtig gutes Brot!!

Ich war gerade zurück aus Toulouse mit dem Kopf voller Ideen und hochmotiviert von den Slow Food-Erlebnissen dort. Zugegebenermaßen artete das zunächst etwas aus: ich kämpfte mich durch Berge von Mehl, irrte und wirrte, oft fluchend und mit ernsthaften Zweifeln, warum ich nicht einfach zum Bäcker um die Ecke gehe. Aber je mehr ich las, recherchierte und experimentierte, desto ansehnlicher wurden tatsächlich auch die Ergebnisse. Bei mir stapeln sich inzwischen diverse Ausbildungbücher fürs Bäckereihandwerk und uralte Originalschriften zur französischen Teigführung, Besuche bei Artisan Boulangers mit 1000 Fragen zu Sauerteigführung und Teigbearbeitung, die Übersetzung DER Brotbibel überhaupt beschäftigt mich einige Stunden pro Woche, mein Starter geht mit auf Reisen und das Ergebnis erfüllt mich immer wieder aufs Neue mit tiefer Zufriedenheit. So sehr, dass ich sogar mal ernsthaft über einen Berufswechsel nachdachte.

Die erste Reaktion meiner Scannerseele war: Ja! Das ist es! Das möchte ich die ganze Zeit machen! Mehr wissen, mehr lernen und daraus etwas machen! Und Praktikum bei den besten Bäckern machen! Und auf die Culinary School nach New York! Oder nach Pollenza und den Master in Food Culture Management machen! Mein Engagement bei Slow Food intensivieren und Carlo Petrini unterstützen! Oder eine Culinary School gründen! Hui, das Scanner-Projektbuch füllte sich in hohem Tempo mit neuen Ideen! Aber ganz ehrlich:

Ich liebe meine/n Beruf/ung!

Ich will auch keine Lehre als Bäcker machen (und das ist in Deutschland der einzige Weg und geht das überhaupt in meinem Alter?) oder nachts aufstehen und Unmengen von Teig formen. Vor allem will ich es nicht machen MÜSSEN, um mein Leben zu finanzieren! Außerdem will ich keinen Preis festlegen für dieses einzigartige Brot.

Inzwischen habe ich meinen eigenen Weg gefunden – ich backe viel und gerne und wann immer ich will. Poste, dass es morgen wieder Brote gibt und habe eine wachsende Fangemeinde. Manchmal vier Tage in Folge, manchmal erst nach drei Wochen Pause. Spannenderweise bin ich nicht alleine: es gibt eine sympathische Schwedin, die ein ähnliches Konzept schon seit einiger Zeit in Berlin unter dem Namen “Bread Exchange” umsetzt. Die Adresse finden Sie unten.

Nur eines fand ich frustig: Brot fotografieren

Meine Brot-Fotos leben in einer surreale Parallelwelt. In der Parallelwelt zeigt mein Brot ein seltsames Gesicht. Es ist etwas verschämt und will sich nicht recht zeigen… Also habe ich mich am Wochenende nach Karlsruhe aufgemacht zu Shoot the Food, einem tollen Workshop rund um Food Fotografie. Geleitet wird er von der zauberhaften Bloggerin Virginia „Jeanny“ Horstmann (“Zucker, Zimt und Liebe“) und der tollen Fotografin Susanne Schanz (“La Petite Cuisine“), die einfach wunderbartolle Fotos machen und neben feinem Gespür für Gestaltung auch viel Humor besitzen!

Shoot the Food

Mein Fazit: ich hatte einen richtig schönen Tag, habe unheimlich nette Menschen kennengelernt, die sich genauso für Food begeistern, offline die Gesichter hinter den bekannten Blogs mit viel Lachen und interessantem Input verbunden. Und ganz „nebenbei“ habe ich Schulnote-5-Fotografin meine Kamera kennengelernt :-) Jetzt darf sich mein Brot ohne schamgerötete Wangen (die bisher „gephotoshopt“ wurden) zeigen. Nicht hier, keine Sorge, ich wechsle nicht in die Food-Bloggerei! Da gibt es andere, die das so toll machen, dass ich Ihnen vielleicht bald mal den ein oder anderen VIELBEGABTEN vorstelle.

Es sind viele Quereinsteiger und Berufswechsler dabei, die endlich einen Platz für ihre Begabung und Leidenschaft gefunden haben. Das bringt meine Augen zum Leuchten!! Ich kann nur jeden Menschen bestärken, ehrlich nach wirklichen Interessen und Leidenschaften zu schauen und den Mut zu finden –ja, den braucht es manchmal!!– diesen auch beruflich einen Platz zu geben. Bei mir ist es das Potential von Menschen zu entdecken und sie an den richtigen Platz zu bringen. Brot darf trotzdem in meinem Leben sein…

Den Workshop selbst empfehle ich von Herzen gerne

Er ist hochinteressant für jeden, der gerne Essen fotografiert!! Und macht dazu -dank der durchweg lieben und superinteressanten Teilnehmer und natürlich Jeanny und Susanne- auch richtig Spaß!

Inzwischen gibt es auch von den Anderen ein paar Workshop-Eindrücke mit vielen Fotos:

Shoot The Food Badge

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… und zuletzt einige Bäckereien, die auch mich tatsächlich noch dazu bringen können, Brot zu kaufen: Gehen Sie mal hin, wenn Sie in der Nähe sind!

  • vor meiner Haustür: die Bäckerei Walz, leider ohne Website. Das ist noch ein richtig traditionelles Familienunternehmen ohne viel Schnickschnack. Und gut!! Ich hoffe sehr, dass die Backketten und Discounteröfen hier auch weiterhin keine Kundschaft abziehen
  • Bäckerei Kronberger, Frankfurt/Main – dafür fahre ich auch im Stau durch die City und stelle mich in die Schlange, die samstags schon mal die Straße entlang steht
  • Hinkel, Düsseldorf – genauso voll wie Kronberger, aber dafür mit gefühlten 12 flinken Helfern hinter der Theke
  • Bäckerei Wiskandt, Pforzheim – einfach gut und zu Recht seit langem vom „Feinschmecker“ empfohlen

Kennen auch Sie einen besonderen Bäcker?? Ich freue mich über jeden Tip!

Everything I could never tell you

30 Sep Briefumschlag

Twitter ist nicht mein Lieblingsspielplatz. Ab und zu geh ich mal hin, schaukel ein wenig und beobachte die anderen beim Spielen. Oder spiele ein wenig mit – baue Sandburgen, backe Sandtörtchen und lasse mir den Wind an der Seilbahn ins Gesicht blasen. Eigentlich spiele ich aber lieber außerhalb der Spielplatzgrenzen…

Manchmal aber: manchmal höre ich dort Sätze wie diesen hier, und dann habe ich plötzlich wieder ganz viel Lust, morgen wiederzukommen! Weiterlesen 

Die Führung sorgt fürs Gleichgewicht

24 Sep Balanceakt

Eigentlich wissen wir doch alle, wie wir für den Ausgleich zwischen Privat- und Berufsleben sorgen können: hunderte Artikel, Reportagen, Interviews, Tips vom Frauen- bis zum Managermagazin und Regalreihen voller Ratgeber zum Thema Work-Life-Balance sagen uns doch eigentlich genau, wie es geht…

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Jobzukunft für Scanner

22 Sep Job Future Future Jobs Header

Unstet, sprunghaft, zu neugierig… all das sind Dinge, die Scanner immer und immer wieder zu hören bekommen. Sowohl das private Umfeld als auch im Berufsleben gibt diesen Menschen das Gefühl, irgendwie nicht richtig gepolt zu sein:

Du musst mal etwas zu Ende bringen! Nicht schon wieder etwas Neues… Warum kannst Du Dich nicht einfach mal festlegen?

Im Unterschied zu vielen Menschen, die sich scheinbar mühelos für ein Thema, einen Beruf und Weiterlesen 

3 Fragen für ein einfacheres Leben

7 Sep Take a smile

So, ich bin dann mal weg. Eine Woche wird sich mein Kopf intensiv mit anderen Dingen beschäftigen. Also nicht wundern, dass es hier ruhig bleibt!

Für die Woche gebe ich Ihnen drei Fragen mit, an denen Sie etwas herumknuspern können. Ja, ja, ich weiß “zu faul, soooo viel zu tun, müsste ich mal tun, aber…” Ne, meine Lieben: so schwer ist es nicht!  Weiterlesen 

Berufsberatung – Ihr erstes Mal

24 Aug Was ich mal werden will - Ausschnitt

Da saß ich nun: unsicher und voller Hoffnung, endlich (!!) eine Idee für meine Zukunft zu bekommen. Seit ich 14, 15 war, quetschte ich jeden über seinen Beruf aus. Wahrscheinlich bin ich ziemlich vielen Menschen gehörig auf den Keks gegangen, aber ich hatte ein tiefes inneres Bedürfnis, zu wissen, was hinter den Entscheidungen dieser Menschen steckte.

Was machst Du? Warum? Und wieso das und nicht etwas anderes?

Erst viele Jahre später habe ich begriffen, dass ich nicht auf der Suche nach meinem Beruf bin. Nein, mich fasziniert einfach das Thema! Ich finde nichts spannender als die Motive von Menschen, ihr Leben zu gestalten – oder genau diese Entscheidung ewig vor sich herzuschieben…

Berufsberatung beim Arbeitsamt

Oberstufe, der Countdown zum Abschluss lief immer schneller und immer noch keine Idee. Verpflichtend für alle wurde ein Tag im BIZ (BerufsInformationsZentrum) angesetzt. Dort wurden wir zu den gerade neu eingezogenen Computern geschickt, die aus den unendlichen Möglichkeiten das Passende für uns finden sollten. Wenn ich das brav umgesetzt hätte wäre ich jetzt Friedhofsgärtnerin, die nebenbei einen Chor leitet… sprachlos… wortlos… auch heute noch… 

Interesse und Begabung war kein Thema

Spannend am Ergebnis fand ich in erster Linie, wie das allwissende Gerät vor mir wohl darauf gekommen ist. Das aber konnte oder wollte mir leider keiner beantworten! Also weiter zu den Berufsportraits im Lesesaal. Ratlose Gesichter. Wir könnten ja auch eine Beratung wahrnehmen, dafür bräuchte man aber einen Termin und lange Wartezeit…

Zwei Termine bekam ich, in zwei verschiedenen Arbeitsämtern. Die erste Dame testete mich mit einem Stapel von Ankreuztests und sagte anschließend „herzlichen Glückwunsch, Frau Scheld, Sie können alles machen“. Argh, genau das wollte ich nicht hören, denn mich interessierte ja so vieles, zu vieles! Also riet sie zum BWL-Studium, da ich mir damit alles offen halten könne und wünschte mir viel Erfolg.

Die zweite Beraterin fand mich durchaus spannend und machte mir viel Mut, bei der Berufsentscheidung auf meine Stärken und Begabungen zu achten. Leider habe sie aber nur 20 Minuten Zeit für jeden Termin, wünsche mir aber alles Gute und viel Erfolg…

Ganz ehrlich: nach der Beratung war ich ratloser und überforderter als zuvor. Ich hoffe für alle Abiturienten, Absolventen und Berufseinsteiger, dass sich an der Form und der Qualität der Berufsberatung inzwischen sehr viel (oder sogar ALLES) geändert hat!

Meinen roten Faden habe ich gefunden

…im Nachhinein und auf der Basis von vielen, vielen Informationen, Kontakten und Erfahrungen in der modernen Berufswelt und trotz der Berufsberatungen ;) Aber ich habe auch vieles, vieles daraus gelernt und kann die Hilflosigkeit, mit der gerade Abiturienten/Absolventen oft zu mir kommen, aus tiefster Seele verstehen.

Erfahrungen, Stärken, Selbstbild

Auch Schreibnudel Gitte Härter hat diese Thema gerade in ihrem tollen Blog Himbeerwerft aufgegriffen und sich so ihre Gedanken gemacht: 6 Berufe, die ich fast ergriffen hätte.

Erinnern Sie sich noch Ihre Berufsberatung?

Ich würde so gerne wissen, ob IRGENDJEMAND auf diesem Weg auf seinen Beruf gestoßen ist?? Was hat Ihnen geholfen bei Ihrer Entscheidung?

Herzliche Grüße

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Menschen, die MEHR wollen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de  

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78 +1 Zitat zum Anfangen

9 Aug Zitat von Duane Michals

Gerade bin ich über eine große Liste mit 78 Zitaten gestolpert, die sich rund um das Thema drehen, wie man etwas beginnt, neu startet und den eigenen Wünschen einen Rahmen gibt. Danielle LaPorte, amerikanische Speakerin und Autorin, hat sie heute auf ihrer Website veröffentlicht.

Wie geht es Ihnen mit Zitaten?

Mir passiert es immer wieder, dass ich die meisten überfliege, vielleicht da und dort einmal hängenbleibe, sie aber bald wieder vergessen habe. Das ein oder andere hängt dann vielleicht eine Weile an meinem Mac – meine Klienten kennen die bunten Post-its…

Eines aber, ein Zitat von Duane Michals, das begleitet mich schon lange, lange und hängt inzwischen auch in meinen Praxisräumen für Sie:

Zitat von Duane Michals

Zitat von Duane Michals

So simpel dieser Satz auch ist: er bewegt etwas in mir und immer wieder auch bei anderen Menschen, die ihn hier hängen sehen.

Sie kennen sie bestimmt auch: diese kleine Stimme in Ihrem Kopf

Manchmal sitzt sie auch nicht im Kopf, sondern meldet sich als „Bauchgefühl“ bei Ihnen oder ein anderer Mensch erinnert Sie plötzlich an einen Wunsch, einen Traum, einen fast vergessenen Plan… Faszinierenderweise tauchen diese Dinge aber immer und immer wieder auf, wie kleine hartnäckige Erinnerungen an Dinge, die wichtig sind für einen selbst!

Lassen Sie die Stimme doch mal erzählen

Was wartet auf Sie?

Damit meine ich nicht die Dinge auf Ihrer To-Do-Liste, sondern Wünsche, Unternehmungen, (Reise-)Ziele, Vorhaben! Ich z.B. möchte wissen, wie es sich anfühlt, beim Windsurfen ins Gleiten zu kommen. Das ist nichts Großes oder Spektakuläres. Aber dieser Wunsch ist schon lange da und wartet, wartet, wartet geduldig… Was wartet (vielleicht schon lange) auf Sie?

Was hätten Sie gerne?

Diese Frage fällt den meisten relativ leicht: Dinge, die man kaufen oder selbst machen kann. Sie finden relativ leicht den Weg auf die To-Do-Listen, bleiben dort aber seltsamerweise oft stehen wie angeklebt. Was hält Sie ab? Geld? Zeit? Rücksicht auf einen anderen Menschen?

Gibt es Wünsche, bei denen Sie insgeheim wissen, dass Sie sich diese nicht erfüllen werden? Welche sind das?

Was würde passieren, wenn Sie sich diese doch erfüllen?

Was oder wer wären Sie gerne?

Berühmt! Reich! Begehrt! Lachen Sie nicht, das sind tatsächlich Antworten, die schnell kommen und meist von einem leicht verschämten, ungläubigen Lachen begleitet werden.

Machen wir doch ein kleines Experiment: Kennen Sie jemanden, der Ihr Traumleben lebt?

Wenn Sie heute mit diesem Menschen tauschen könnten: Wie sähe Ihr Tag aus? Was wäre anders in Ihrem Leben: wovon gibt es mehr, wovon weniger?

Vielleicht bewegt Sie ja auch etwas, das Sie nicht für möglich halten?? Meiner Erfahrung nach sieht das für einen selbst meist sehr viel schwieriger aus als es tatsächlich ist!

… die Stimme wird sich ohnehin weiter bei Ihnen melden!

Sie kann sehr hartnäckig sein, und glauben Sie mir: sie meint es gut mit Ihnen!

Ich wünsche Ihnen das Allerbeste für Ihren Tag und das bevorstehende Wochenende,

Ihre Ulrike Juli Scheld

PS: Ehrlich gesagt habe ich eine Theorie, warum mein eigener Wunsch wartet: Die Menschen, die mir begeistert und mit leuchtenden Augen vom Gleiten vorschwärmen, habe ich oft als geradezu süchtig nach diesem Gefühl erlebt. Und Sucht in jeder Form erschreckt mich. So bin ich hin- und hergerissen zwischen „Ich will wissen, wie das ist!“ und „wer weiß, ob es mir dann auch so geht?“.

Ich werde es wohl herausfinden müssen! Wo ist der nächste See mit Wind, und wer zeigt mir, wie es geht??

*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Menschen, die MEHR wollen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de

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