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Her mit der Blamage und wie man dadurch exzellente Arbeit leistet

15 Mär

von Ulrike Juli Scheld

„Wofür nehmen Sie denn diesen Stecker?” fragte ich den attraktiven Fremden vor mir in der Schlange. 

„Wie bitte?” antwortete er.

„Oh, ich hatte ihn gerade selbst in der Hand, habe ihn dann aber doch wieder zurückgestellt. Aber neugierig hat er mich doch gemacht.”

So ging es weiter. Sein Name war Christian und er spielt gerne Backgammon.

Auch wenn Sie es vielleicht anders vermuten: Ich habe nicht versucht, ihn anzumachen. Und ich war auch überhaupt nicht an seinem Einkauf interessiert. Mit völlig Fremden ins Gespräch zu kommen, ist eine Übung, die ich vor langer Zeit begonnen habe, um Ängste und Zweifel an meiner Arbeit zu überwinden.

Ja, Sie haben richtig verstanden: es ging um meine Leistungsfähigkeit.

Ich habe diesen Trick vor einiger Zeit gelernt, als ich vor einer Vorstandspräsentation stand und mir morgens schon innerlich die Knie zitterten. Wie viele Menschen drücke ich mich gerne vor solchen Auftritten. Aber diese Präsentation war wichtig.

Also entschied ich, dass ich mein Selbstvertrauen stärken muss. Ich dachte mir: Wenn von mir ein Auftritt vor Publikum erwartet wurde, müsste ich zuerst „nervös sein” üben und vorher noch jede kleine Gelegenheit zum Üben nutzen. Ich taufte diese Übung kurzerhand „meine Mini-Risiken”.

Als es nachmittags letztlich Zeit für meine Vorstellung war, fühlte ich mich wesentlich sicherer. Viel sicherer als ich gewesen wäre, wenn ich den ganzen Tag nur auf den großen Moment gewartet hätte. Ich hatte das Gefühl, meinen Tag selbst in die Hand genommen zu haben. Ich habe die Regie übernommen, genau wie ich es anschließend in meiner Rede getan habe…!

Ich habe dieses Experiment einige Male wiederholt und immer wieder den gleichen Effekt festgestellt: An Tagen, an denen ich einige „Mini-Risiken“ eingegangen bin, war ich wesentlich leistungsfähiger. Ich konnte mich besser konzentrieren und wurde nicht durch Angst oder Selbstzweifel von meiner Arbeit abgelenkt.

Und so einfach geht es:

Sie gehen Mini-Risiken ein, wenn Sie einem Wildfremden auf der Straße in die Augen schauen und ihn anlächeln, dem Kellner eine Frage zu seinem Leben stellen oder auf einer Party mitten im Raum stehen, wo andere Sie tatsächlich sehen könnten (!). Der Risikograd unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Was einen schüchternen Menschen nervös macht, erscheint einem extrovertierten Menschen problemlos machbar. Dieser Mensch muss entsprechend „größere“ Mini-Risiken eingehen.

Der Trick ist, Dinge zu tun, vor denen einem ein wenig mulmig ist, die aber immer noch machbar sind und einem nicht langfristig oder körperlich wehtun. Beginnen Sie mit kleinen Schritten, auch wenn das nur ein simpler Augenkontakt mit einem Fremden auf der Straße ist.

Schätzen Sie Ihren aktuellen Wohlfühl-Level ein und gehen Sie ein klein wenig über die Grenze, an der Sie normalerweise anhalten.

Ein simpler Weg, diese Technik in die Tat umzusetzen: Gehen Sie Ihren Tag an wie immer und nehmen Sie Ihren Alltag in Angriff. Wann immer sich jedoch eine Gelegenheit bietet, in der Sie guter Dinge sind, übernehmen Sie die Führung, reden, bewegen sich oder tun etwas!

Egal ob Sie sich auf der Couch ausstrecken, einem Freund ein Kompliment für sein T-Shirt machen, eine Argumentation durch eine persönliche Geschichte unterstreichen oder Ihre Gefühle mitteilen – es gibt eine Million kleiner Momente während Ihres Tages, in denen Sie die Wahl haben zwischen Handeln und passiv bleiben. Achten Sie auf diese Gelegenheiten und werden Sie aktiv!

Betrachten Sie jedes kleine Mini-Risiko als einen Gewinn, egal wie andere Menschen darauf reagieren. Das ist wichtig! Diese Übung zielt nur aufs Handeln ab, nicht auf die Ergebnisse!

Wenn Sie etwas riskieren, gewinnen Sie! Basta.

Noch wichtiger ist: sammeln Sie diese kleinen Siege. Klopfen Sie sich auf die Schulter, wenn Sie ein Mini-Risiko eingegangen sind. Betrachten Sie jedes Risiko als einen Erfolg an sich und sammeln Sie den nächsten ein, um Ihr Selbstvertrauen weiter zu stärken.

Wenn es um gefühlt große Einsätze geht (wie z.B. eine Geschäftsidee, die jeder für verrückt hält oder Ihren ersten Bühnenauftritt), haben wir oft das Gefühl, dass es nicht in unserer Hand liegt, ob wir Erfolg haben oder versagen. Das Eingehen von Mini-Risiken erinnert Sie daran, dass Sie sehr wohl die Kontrolle über Ihre Leistung und die Auswirkung auf Ihre Umwelt haben.

Es gibt Ihnen das Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten zurück.

Sie beweisen sich selbst, dass Sie mit den Dingen umgehen können, die sich Ihnen in den Weg legen. Selbst wenn Sie nicht sofort alles wissen (ja, Sie dürfen auch ein kompletter Anfänger sein!), werden Sie einen Weg finden.

Also nein, ich hatte kein weitergehendes Interesse an Christian (obwohl er sehr nett ist und immer mal wieder meinen Weg kreuzt). Mit dem Ansprechen eines völlig Fremden habe ich mir bewiesen, dass ich mit Peinlichkeit und Unsicherheit umgehen kann; im Kontakt mit anderen Menschen und auch generell in meinem Leben.

Nachdem wir ein paar Minuten geredet hatten, machte ich es mir mit meinem Chai gemütlich, lächelte und kehrte entspannt(er) zu meiner Arbeit zurück.

Was denken Sie? 

Gehen Sie im Kontakt mit Anderen jemals „Mini-Risiken” ein, um sich selbst über Angst und Selbstzweifel an Ihrer Arbeit zu helfen? 

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld
*

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit angeblich zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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Kratz mich!

7 Feb Perle Manfred Heyde Common

von Ulrike Juli Scheld

Als Kinder haben meine Geschwister und ich uns so einiges an den Kopf geworfen. Spielzeug, Sand … und Worte. Dinge, die schnell gesagt sind und schnell wieder vergessen. Oder auch nicht. Es gibt Dinge, die wirken lange nach, vor allem wenn wir dazu hören, dass wir immer so sind und nie anders.

Das funktionierte natürlich auch anders herum mit schönen Dingen. Mit Sachen, die uns besonders leicht fielen oder die wir besonders gut konnten. Also musste sich mein Bruder immer neue Spiele ausdenken und meine Schwester musste immer als Testerin herhalten.

Natürlich stimmt das so nicht. Aber meine Erinnerung blendet die Ausnahmen aus. Ich erinnere mich nicht daran. Habe ich dort einen blinden Fleck?

Was ist ein blinder Fleck? Ein blinder Fleck kann das Ausblenden einer bestimmten Verhaltensweise, einer Reaktion oder eines Satzes sein. Wir können ausblenden, dass wir beteiligt waren. Dass wir selbst auch Verantwortung tragen an der Situation, die sich ergeben hat.

Erinnerungslücken unterscheiden sich meiner Ansicht nach von blinden Flecken. Nicht alles, was mit oder um uns herum passiert, können wir auch speichern. So kann man sich z.B. an Schmerzen nicht erinnern. Manchmal ist Vergessen auch gnädig! Oder traurig. Und manchmal ist einfach so viel Schönes passiert, dass der Speicher für “Schön!” zu dem Zeitpunkt bis oben gefüllt war.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Unsere Erinnerungen prägen das (Zusammen)Leben mit Anderen und mit uns selbst. Manche Erlebnisse erzeugen kleine Kratzer in uns, an denen etwas hängen bleiben kann. Wie an einer Perle, die auch durch eine erste kleine Störung entsteht. Nicht immer bedeutet ein Kratzer etwas Negatives!

So kann auch eine positive Erinnerung einen kleinen Kratzer erzeugen, um den sich eine ganze Perle für Ihr Selbstbewusstsein bildet. Das kann ein Blick oder eine Bemerkung sein, ein Kompliment oder eine Situation, in der Sie sich pudelwohl fühlen.

Erinnern Sie sich an Ihre schönsten Kratzer?

Wie haben Sie erkannt, dass Sie etwas besonders gut können?

Erinnern Sie sich, wann Sie es zum ersten Mal bemerkt haben?

Achten Sie auf sich und diese Rückmeldungen. Jede neue Schicht rund um eine neue Perle ist zart und empfindlich. Lassen Sie Ihren Fähigkeiten und Interessen Zeit, sich zu entwickeln!

Foto: Manfred Heyde (Creative Commons SA3.0)

 

Dann entsteht aus einem Kratzer nach und nach eine harte Perle.

Schlechte Erinnerungen kratzen leider auch. Manchmal so tief, dass das Auffüllen lange dauert. Aber Kratzer sind wie Narben – sie erzählen Ihre Lebensgeschichte. Ihr Körper schreibt permanent an Ihrer Biographie. Lassen Sie Ihre Begabungen auch daran mitarbeiten!

Und die blinden Flecken? Sie blenden aus, lassen Sie blind sein für Kratzer, die Sie vielleicht selbst bei Anderen erzeugt haben. Statt einer Perle entsteht eine Hülle ohne Inhalt, die bei geringster Belastung bricht. Deshalb ist Hinschauen und Bewusstsein wichtig! Und wenn es nur bedeutet, dass Sie so nicht noch einmal jemanden kratzen – oder lieber bewusst einen positiven Kratzer hinterlassen. Dann wachsen auch in Ihrer Umgebung wunderschöne Perlen, an denen Sie sich freuen können!

Herzliche Grüße aus der sonnigen Eis-Pfalz!

Ihre Ulrike Juli Scheld

*

Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

Nichts besonderes für Sie, aber genial für andere

11 Dez Nichts Besonderes für Dich

Wie oft haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, dass es scheinbar so viele Menschen auf der Welt gibt, die so kreativ und toll sind und sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen? Und wie oft haben Sie sich dann selber die Frage gestellt, warum Sie eigentlich nicht selber auf so tolle Ideen kommen, sondern nur durchschnittliche Dinge entwickeln?

Ich finde die Aussage des Videos einfach nur genial.

Die simpelste Idee der Welt kann für jemand anderen genial sein.

Dinge, die einem selbst häufig viel zu einfach und primitiv vorkommen, können einem anderen Menschen genau die Lösung bieten, auf die er selbst nie gekommen wäre.

*

*

Verwerfen Sie Ihre Ideen nicht gleich wieder.

Schreiben Sie sie auf – am besten genau dann, wenn Sie völlig begeistert sind von Ihrer Idee. Skizzieren Sie kurz, worum es geht, machen Sie sich eine MindMap, Stichworte oder schreiben eine kleine Beschreibung dazu!

Besorgen Sie sich ein schönes Buch: ein Ideenbuch oder Projektbuch.

Ein Buch mit einem Einband, den Sie gerne anfassen und einer Farbe, die Ihnen so richtig gut gefällt. Oder fragen Sie doch jemanden, der gerne Dinge gestaltet, ob er Ihnen einen schönen Einband dazu macht.

Ich hatte neulich die große Ehre, mal wieder ein solches Buch sehen zu dürfen.

Voller Ideen und eine toller als die nächste!

Der Besitzer des Buchs fand seine Ideen allesamt mittelmäßig oder sogar schlecht. Nun ja, bei einer konnte er sich erinnern, wieso gerade diese Idee seine Augen zum Leuchten gebracht hat. Es war eine grundeinfache, aber völlig logische Änderung an einem Gegenstand, den auch ich schon hundertmal in der Hand hatte. Und ihn nicht optimal fand. Aber eben nicht seine Idee hatte, wie es besser geht!

In diesem Buch war nicht nur eine Idee toll – nein, es war geradezu ein Feuerwerk an tollen Ideen! Was dem Menschen gefehlt hat, war jemand, dem er seine Ideen erzählen und erklären konnte. Isolation is the dreamkiller, sagt Barbara Sher dazu.

Dieser Mensch tritt nun einen neuen Job an, der genau ihn mit seinen Ideen braucht.

Bei einer Firma, die seine Ideen genial findet!

Gut, dass diese Ideen in seinem Buch einen Platz gefunden haben, bis er soweit war, sich an seine Themen heranzutrauen…

Jede Ihrer Ideen ist eine Perle!

Geben Sie ihr einen schönen Platz, bis Sie selbst so weit sind, sie jemandem zu zeigen. Perlen wachsen in einer geschützten Umgebung, bis sie soweit sind, jemanden zu erfreuen! Wer weiß? Vielleicht ist genau Ihre Idee, die sie selbst für zu einfach und simpel halten, genau die Perle, die jemand anderen zum Strahlen bringt?!

Vielleicht sind die Dinge, die wir entwickeln, für uns selbst vollkommen normal oder erscheinen uns zu simpel – sind aber unglaublich faszinierend und genial für andere? Haben Sie mal darüber nachgedacht?

Was machen Sie mit Ihren Ideen? Aufschreiben?

Herzliche Grüße von
Ihrer Ulrike Juli Scheld

Mehr über Derek Sivers finden Sie auf seiner Website.

Die Autorin: Ulrike Juli Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

Begabung ist nicht nur schreiben und rechnen

22 Okt Begabungsformen kpl.

In jedem Menschen steckt mindestens eine Begabung. Das englische Wort dafür ist gift und hat eine wunderbare Doppelbedeutung: es heißt zugleich Begabung und Geschenk. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch ein solches Geschenk erhalten hat. Und manchmal ein besonders großes Geschenk oder sogar mehrere auf einmal!

Hochbegabt? Ich doch nicht! Oder vielleicht doch?

Schnelles Verstehen und Lernen oder spielerischer Umgang mit mathematischen Problemen kennt jeder als Anzeichen einer besonderen Begabung. Aber wissen Sie, dass es mehrere Formen der Intelligenz gibt? Vielleicht finden Sie sich ja in einem der Gebiete wieder?

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Theorie der multiplen Intelligenzen

Je nach Gesellschaft und Kultur werden verschiedene Formen der Intelligenz besonders geschätzt:

  • Beispielsweise müssen die Menschen auf den Karolinen, einer Inselgruppe von Mikronesien, in der Lage sein, weite Strecken ohne Karte zu navigieren. Sie verwenden dazu ihre räumliche und kinästhetische Intelligenz.
  • Auf Bali, wo künstlerische Darbietungen im Alltagsleben eine große Rolle spielen, ist dagegen die musikalische Intelligenz hoch angesehen.
  • Und in Japan wird die zwischenmenschliche Intelligenz geschätzt, da hier kooperatives Handeln und das Leben in der Gemeinde besonders wichtig sind.
  • In unserer westlichen Gesellschaft denken wir beim Thema Hochbegabung vor allem an die logisch-mathematische und die sprachlich-linguistische Intelligenz.

Die neun verschiedenen Intelligenzformen

Howard Gardner, amerikanischer Intelligenzforscher und Psychologe, schloss aus verschiedenen Studien über Wunderkinder, Hirngeschädigte, normale Erwachsene und Menschen mit sogenannten Inselbegabungen (z.B. bei Autisten wie im Film Rain Man oder dem Ausnahmesurfer Clay Marzo) auf mindestens neun Formen der Intelligenz. Bei jedem Menschen sind diese Formen unterschiedlich ausgeprägt. Das hat zur Folge, dass jeder Mensch auf unterschiedliche Art lernt, sich erinnert, Aufgaben ausführt und versteht.

Logisch-mathematische Intelligenz

Die bekannteste Form der Hochbegabung umfasst viel mehr, als man im ersten Moment vermutet: Klar: dazu gehört die Fähigkeit, Probleme logisch zu analysieren und der Umgang mit Zahlen, Mengen und mentalen Operationen. Wen betrifft das? Mathematiker, Naturwissenschaftler und Computerfachleute.Dazu gehört aber auch die Fähigkeit zur Abstraktion, um Ähnlichkeiten zwischen Dingen zu erkennen: eine Fähigkeit, die man auch bei Philosophen findet.

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Sprachlich-linguistische Intelligenz

… findet man häufig in Berufen, die von einer hohen Sprachgewandheit profitieren: An Schriftsteller, Dichter und Journalisten denkt man da schnell, aber auch Juristen und natürlich Sprachwissenschaftler gehören dazu. Diese Form zeigt sich in treffsicherem Einsatz von Sprache, um eigene Gedanken auszudrücken und zu reflektieren. Die Fähigkeit sprachliche Feinheiten zu verstehen, wird ebenfalls zur sprachlichen Intelligenz gezählt.

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Räumlich-visuelle Intelligenz

Dieser Intelligenzform beschreibt ein besonderes Gespür für Maße, Räume und Entfernungen. Das gilt für große Strecken, aber auch für ganz kleine Bereiche wie z.B. beim Operieren in der Medizin. Nicht umsonst musste bis Ende der 90er jeder Medizinstudent den sogenannten Medizinertest bestehen, in dem es auch um das räumliche Vorstellungsvermögen ging. Interessanterweise gibt es den Test inzwischen wieder.

Wer hier eine Begabung hat, ist in der Lage seine Wahrnehmung in andere Maßstäbe zu übertragen und auch ohne Vorlage nachzubilden. Gardner sieht diese Begabungsform bei Architekten, Künstlern, Bildhauern, Schachspielern, Seefahrern und Kartographen.

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Musikalisch-rhythmisch Intelligenz

Hierunter versteht man die „Fähigkeit, Stücke zu komponieren und aufzuführen; ein besonderes Gespür für Intonation, Rhythmik und Klang, aber auch ein subtiles Gehör dafür“. Der Wissenschaftler vermutet, dass sie mit anderen Intelligenzen wie der sprachlichen, räumlichen oder kinästhetischen zusammenhängt. Vertreter dieser Intelligenz sind z.B. Dirigenten, Musiker und Komponisten.

Wenn man (unbewusst) schnell Dialekte und Akzente annimmt, ist das übrigens ebenfalls ein Zeichen für erhöhte Musikalität! Fühlen Sie sich also nicht sofort auf den Arm genommen, wenn jemand plötzlich Ihren Dialekt annimmt :-)

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Körperlich-kinästhetisch Intelligenz

Dazu gehört die besondere Beherrschung, Kontrolle und Koordination des Körpers und einzelner Körperteile wie man sie bei Tänzern, Sportlern, aber auch Chirurgen, Handwerkern und Künstlern finden kann.

Nachvollziehen kann das sicher jeder. Hier wird auch deutlich, dass eine hohe Begabung nicht automatisch zu einer HochLEISTUNG führt. Sicher kennen Sie Menschen, die ein außergewöhnlich ausgeprägtes Körpergefühl haben. Bewegung scheint ihnen ganz natürlich leicht zu fallen. Eine Hochleistung wird aber, wie bei einer musikalischen Begabung, nur mit viel Übung und Training erreicht.

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Naturalistische Intelligenz

Da kennen die Pfälzer sicher einige hochtalentierte Winzer… Es gibt ein besonderes Gespür für Wetter, Temperatur und die Pflanzen, welches das gewisse Etwas ausmacht und das man nicht einfach lernen kann. Auch das Erkennen globaler naturbezogener Zusammenhänge gehört dazu und ganz im Kleinen: ein „grüner Daumen“!

Außerdem beschreibt sie die Fähigkeit, Lebendiges zu beobachten und zu unterscheiden, sowie ein Gespür für Naturphänomene zu entwickeln. Man findet diese Intelligenzform häufig bei Bauern, Biologen, Botanikern, Forschern, Förstern, Tierärzten oder auch Köchen.

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Interpersonale (auch soziale) Intelligenz

… ist das besondere Einfühlungsvermögen in die Wünsche, Absichten und Motive seiner Mitmenschen: Empathie, einfühlsame Kommunikation und erfolgreiche Kooperation mit Anderen. Menschen mit einer ausgeprägten Begabung in diesem Bereich fällt es ausgesprochen leicht, das Gefühlsleben anderer Menschen nachzuempfinden und entsprechend darauf zu reagieren. Dazu gehört die Fähigkeit, zwischen Stimmungen, Temperamenten, Motiven und Absichten unterscheiden zu können und somit auch Spannungen zwischen anderen Menschen wahrzunehmen.

In der ausgeprägtesten Form ermöglicht diese Intelligenzform sogar verborgene Absichten und Wünsche anderer Personen zu erkennen und passende Strategien zu entwickeln.

Man findet diese Intelligenzform häufig bei Lehrern, Politikern, Therapeuten, Menschen in sozialen und beratenden Berufen und Schauspielern, aber auch Verkäufern und religiösen Führern.

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Intrapersonale Intelligenz

Diese Intelligenzform bezieht sich auf die Wahrnehmung der eigenen Emotionen und des dazu passenden Verhaltens. Menschen, deren intrapersonale Intelligenz besonders ausgeprägt ist, sind in hohem Maße in der Lage, sich selbst zu verstehen, ein realistisches und zur Lebenssituation passendes Bild der eigenen Persönlichkeit zu entwickeln und dieses Wissen erfolgreich im Alltag zu nutzen. Diese Intelligenzform eröffnet einen besonderen Zugang zu Selbsterkenntnis und den eigenen Gefühlen.

Hierzu gehört beispielsweise die Fähigkeit, ein Gefühl der Lust von einem Gefühl des Schmerzes zu unterscheiden und sich somit auf eine bestimmte Situation einzulassen oder sich ihr zu entziehen. Das ist eine Fähigkeit, die uns als Lebewesen das Überleben sichert. In besonders ausgeprägter Form erlaubt sie auf  höchster Ebene, bei sich selbst komplexe und höchst differenzierte Gefühle zu entdecken und zu symbolisieren.

Davon profitieren besonders Schauspieler, Schriftsteller und Künstler sowie Vertreter von Berufen, in denen hohe selbstanalytische Fähigkeiten verlangt werden, wie z.B. Supervision und Mediation. Wer seine Impulse kontrollieren kann, die eigenen Grenzen sehr fein wahrnimmt und geschickt mit den eigenen Gefühlen umgeht, hat laut Gardner wahrscheinlich eine hohe Intelligenz in diesem Bereich.

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Spirituelle/existenzielle Intelligenz

So, jetzt gehts um die „höheren Sphären“: Unter spiritueller (existenzieller) Intelligenz versteht Gardner die besondere Fähigkeit, grundlegende Fragen der Existenz zu erfassen und zu durchdenken. Diese Form wird in der Wissenschaft noch heiß diskutiert und als potentielle Intelligenz bezeichnet.

„Das Erfassen und Durchdenken von grundlegenden Fragen der Existenz. Es bedarf jedoch weiterer Belege, um zu bestimmen, ob es sich dabei um eine eigenen Intelligenz handelt“, relativiert der Wissenschaftler den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung dazu.

Spirituelle Führer wie der Dalai Lama und philosophische Denker werden zu den Vertretern dieser Intelligenzform gezählt.

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In der Wissenschaft wird seit einiger Zeit noch eine weitere Intelligenzform heiß diskutiert: die sogenannte kreative Intelligenz: Darunter wird die Fähigkeit zur kreativen Meisterschaft (Mozart), kreativen Neuerung (Sigmund Freud), kreativen Selbstbeobachtung (Virginia Woolf) und kreativen Einflussnahme (Mahatma Ghandi) eingeordnet.

Es gibt zu diesem Thema auch eine sehr interessante TV-Sendung von BR Alpha in der Sendereihe Geist & Gehirn zum Thema Multiple Intelligenzen. Hier geht es zwar schwerpunktmäßig um die richtige Förderung von Kindern, aber es kommt sehr schön heraus, dass jeder Mensch vielfältige Veranlagungen und Begabungen mitbringt, die sich bei entsprechender Förderung entfalten können (dürfen).

Als Erwachsener liegt es in unserer Hand, unsere Anlagen wahrzunehmen und ihnen einen Platz einzuräumen. Der Göttinger Neurobiologe und Hirnforscher ProfDr. Gerald Hüther sagt dazu sehr treffend:

Das Gehirn wird so, wie man es benutzt. Wenn wir unsere Begabungen also nicht fordern, werden sie sich ein Leben lang in Winterschlaf begeben. 

Andersherum stellt er aber auch sehr klar, dass es jederzeit und bis ins hohe Alter möglich ist, etwas zu lernen, ja auch etwas ganz Neues! Es gibt nur eine einzige Bedingung dafür. Aber die stelle ich Ihnen und Euch gerne in einem anderen Post vor.

Abendliche Grüße von

Juli Scheld

*

Quellen:
  • Die Symbole wurden mir freundlicherweise vom Forum für Begabungsförderung und Unterrichtsentwicklung zur Verfügung gestellt (Verwendung mit freundlicher Genehmigung von www.begabung.ch)
  • Wikipedia-Übersicht zu Howard Gardners Theorie (Stand 17.5.2011)
  • TV-Sendung von BR Alpha, Geist & Gehirn, Folge 101 zum Thema Multiple Intelligenzen

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Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen.
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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Sei doch nicht so empfindlich

20 Okt
  • Sie nehmen bereits feine Veränderungen in Ihrer Umgebung wahr – auch bei Dingen, die anderen Menschen nicht einmal auffallen?

  • Sie gelten als überempfindlich und als Sensibelchen?

  • Sie haben schon lange das Gefühl, irgendwie anders zu ticken?

Etwa 10 bis 15 Prozent der Menschen gelten als hochsensibel. Von ihrer Umgebung werden sie häufig als Mimosen bezeichnet. Es gibt eine Reihe von Anzeichen für erhöhte Sensibilität: dazu gehören eine niedrige Reizschwelle gegenüber Sinneseindrücken, ein fein ausgeprägtes Wahrnehmungsvermögen und das Gefühl, sich alles extrem zu Herzen zu nehmen. Bildlich ausgedrückt fehlen dem hochsensiblen Menschen Filter und eine dicke Haut, die vor zu vielen Einflüssen schützen.

„Sensibelchen“

Die Sinne laufen auf Hochtouren.

Die Sinne laufen auf Hochtouren und nehmen extrem viel aus ihrer Umgebung wahr: So werden schon auf dem Arbeitsweg Hunderte von Bildern und Farben abgespeichert, Gerüche und Geräusche bemerkt und dazu die Gesichter entgegenkommender Menschen, Blicke und Mimik, die Art sich zu bewegen, selbst die Farbe der Schnürsenkel wahrgenommen… da wird einem schon beim Lesen schwummerig. Die Umgebung wird regelrecht „gescannt“, ohne dass ein hochsensibler Mensch dies bewusst steuert.

Vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor?

Ich habe mich z.B. lange Jahre gewundert, warum mein Umfeld – meine Kollegen, Freunde, ja auch Fremde – eine Spannung im Raum nicht bemerken: jemand diskutiert innerlich lautstark mit sich selbst, verbietet sich einen Gedanken oder manipuliert sein Gegenüber. Stellen Sie sich mal vor, Sie könnten plötzlich Gedankenlesen: um Sie herum herrscht plötzlich ein ungefiltertes Durcheinander von Informationen, ungefragt lässt jeder Sie wissen, wie es ihm geht und was ihn beschäftigt. Anstrengend!

Im Gegensatz zum Gedankenlesen erhalten Sie aber nur einen Sinneseindruck und nicht unbedingt einen angenehmen. Nicht jeder Eindruck lässt sich klären: Das führt bei sensiblen Menschen häufig zu Gedankenspiralen und Grübeleien:

Was ist hier los? Hat das was mit mir zu tun? Gehen die gleich aufeinander los? Ich fühle mich nicht wohl hier…

Bei so viel Input kommt der Kopf oft nicht mehr mit. Der Wunsch nach Rückzug und Ruhe wächst. Hochsensible Menschen sind oft schüchtern, fühlen sich unsicher und ziehen sich aus sozialen Kontakten zurück. Vielfach kommen erhöhter Stress und psychische Erkrankungen hinzu. Vor allem wenn Ihnen nicht bewusst ist, dass es eine logische Erklärung dafür gibt: Sie können nicht genauso mithalten, wie ihre Mitmenschen, weil sie in der gleichen Zeit ein Vielfaches an Information verarbeiten müssen.

> zum TEST: Sind Sie hochsensibel?

Gerade hochsensible Menschen haben ein großes Bedürfnis, ihre berufliche und auch private Situation zu klären. Hier ist ein erfahrener Coach, am besten mit eigener Erfahrung, eine wertvolle Unterstützung. Mir kommen die feinen Antennen inzwischen sehr zugute. Ich habe erfolgreich gelernt, das herauszufiltern, was für Sie im Coaching effektiv und wichtig ist.

Worum geht es für Sie?

Hochsensibilität ist keine Schwäche oder gar Krankheit. Ich unterstütze Sie dabei, sich und Ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und einen stimmigen Platz für das MEHR in Ihrem Leben zu finden. Es geht darum,

  • zu entdecken, dass Sie ein besonderes Potential mitbringen, 

  • Schutzmechanismen und Filter zu entwickeln, die Sie steuern können, 

  • Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Sie Ihre Sensibilität als besondere Stärke einsetzen können.

Ich bin spezialisiert auf Menschen mit außergewöhnlichen Begabungen. Dazu gehört für mich auch die fein(st)e Wahrnehmung von Dingen, die andere Menschen nicht einmal bemerken. An Ihre besonderen Bedürfnisse an die äußeren Bedingungen, Lautstärke und Tempo passe ich mich jederzeit an.

Bitte sprechen Sie mich an, wenn Sie vermuten, aus dem “normalen Rahmen” zu fallen.

> zum TEST: Sind Sie hochsensibel?

Die Autorin: Ulrike Scheld berät Hochbegabte und Menschen mit zu vielen Interessen. 
Kontakt: Tel. 06233 1700 176; kontakt[at]vielbegabte.de 

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